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Trend zu Kleinwagen

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Die Absätze der Kleinwagen-Hersteller stiegen im letzten Halbjahr um bis zu 43 Prozent.
Die Absätze der Kleinwagen-Hersteller stiegen im letzten Halbjahr um bis zu 43 Prozent. © dpa

Der Trend zu kleineren, spritsparenden Fahrzeugen hat dem deutschen Automarkt spürbare Impulse verliehen. Allerdings könnte die Zeit relativ günstiger Neuwagen bald vorbei sein.

Berlin (dpa) - Der Trend zu kleineren, spritsparenden Fahrzeugen hat dem deutschen Automarkt im ersten Halbjahr 2008 spürbare Impulse verliehen. Trotz eines Absatzeinbruchs im wichtigen Verkaufsmonat Mai wurden in Deutschland zwischen Januar und Juni 3,6 Prozent mehr Autos verkauft als ein Jahr zuvor.

Die Neuzulassungen stiegen nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und des Kraftfahrt- Bundesamtes in Flensburg auf 1,633 Millionen. Profitieren konnten insbesondere Anbieter von Kleinwagen, und hier vor allem ausländische Hersteller.

Kräftige Zuwächse verzeichneten etwa Fiat, Nissan, Suzuki und die Autobauer Renault/Dacia und Peugeot. Der Absatz des zum Daimler-Konzern gehörenden Kleinstwagens smart stieg im ersten Halbjahr gar um 43 Prozent.

Allerdings könnte die Zeit relativ günstiger Neuwagen bald vorbei sein. Hohe Stahl- und Energiekosten könnten die Preise nach Einschätzung des VDA schon bald in die Höhe treiben. "Wir sehen die Rohstoffsituation mit Sorge", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch in Berlin. Sollte der Trend ungebremst anhalten, würde sich das auch auf die Preise auswirken. Gerade bei Kleinwagen gebe es nur einen geringen Spielraum.

Der Verband wolle entsprechend an seiner "bewusst konservativ angelegten" Prognose für das Gesamtjahr 2008 festhalten, sagte Wissmann. Die Branche erwartet danach insgesamt 3,2 Millionen Neuzulassungen nach 3,15 Millionen im Vorjahr. Wegen der Mehrwertsteuererhöhung war der deutsche Automarkt 2007 allerdings auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung eingebrochen. "Wir liegen auf Kurs, auch wenn wir uns günstigere Rahmenbedingungen für die Inlandskonjunktur erhofft hatten", betonte der VDA-Präsident mit Blick auf das laufende Jahr.

Das Inlandsgeschäft verlaufe weiterhin schleppend, fügte Wissmann hinzu. Im Juni seien mit 304 000 Pkw ein Prozent mehr Wagen in Deutschland neu zugelassen worden als im Vorjahresmonat. Dabei konnten aber nur ausländische Autobauer zulegen. Während mit 93 000 Pkw zwei Prozent mehr Importwagen auf deutsche Straßen kamen, stagnierte der Gesamtabsatz der deutschen Konzernmarken bei 211 000. Während Daimler, BMW/Mini und VW zulegen konnten, verzeichneten Audi und Porsche Rückgänge. Von den beiden in Deutschland produzierenden US-Herstellern wurden 3,9 Prozent mehr Ford-Autos zugelassen, bei der General-Motors-Tochter Opel war die Zahl leicht (0,5 Prozent) rückläufig.

Mit Blick auf das Auslandsgeschäft sprach Wissmann von einem "starken Exportmotor". Von den in diesem Jahr in Deutschland produzierten 5,7 Millionen Pkw würden etwa 4,3 Millionen ins Ausland gehen. Besonders in China, den USA und Westeuropa wachse die Branche im Durchschnitt schneller als der dortige Markt. Auch wegen dieses Export-Plus' sei die Zahl der in Deutschland Beschäftigten in den ersten sechs Monaten um 15 500 Arbeitskräfte gestiegen.

Der weiter steilen Talfahrt auf dem US-Markt konnten die deutschen Hersteller im Juni allerdings nur teilweise trotzen. Während VW die Verkaufszahlen stabil hielt, legten Daimler und Audi zu. Bei Daimler stagnierte allerdings der Absatz der Kernmarke Mercedes-Benz, während der smart auch unter den UA-Amerikanern zunehmend Anhänger findet. Klar bergab ging es dagegen für BMW und Porsche, geht aus den am Dienstagabend veröffentlichten Monatszahlen hervor. Experten befürchten für den amerikanischen Automarkt 2008 das schlechteste Jahr seit langem. Auch in den USA sind angesichts hoher Benzinpreise immer stärker kleinere Autos gefragt.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) appellierte an die Politik, noch deutlichere Anreize für die Verbraucher zum Kauf von umweltfreundlichen Neuwagen zu setzten. Der Bürger sehe zur Zeit nicht, dass sich der Kauf eines abgasärmeren, verbrauchsgünstigeren Pkws lohne, teilte der Verband mit.

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