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Wie Sie Stress auf der Autobahn verhindern

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Können Sie Autobahn? Hier gibt es Tipps, um sicher und flott ans Ziel zu kommen.
Können Sie Autobahn? Hier gibt es Tipps, um sicher und flott ans Ziel zu kommen. © dpa

In der Urlaubszeit sind viele auf der Autobahn unterwegs, die sonst eher Kurzstrecken gewöhnt sind. Viele Autofahrer wirken gestresst und unsicher. Hier gibt es zehn Tipps, wie Sie Stress auf der Autobahn vermeiden und entspannter ankommen.

Von René Kohlenberg

Wer eine längere Autofahrt macht, wird sich über sie ärgern: Die Schleicher auf der linken Spur, die Drängler, die Bremser oder die Harakiri-Überholer. Wer wissen will, wie man richtig auf der Autobahn fährt, erfährt es hier.

Tipp 1: Der richtige Abstand

Bei einigen Autofahrern stellt sich die Frage: Ist das wirklich nötig? Muss man tatsächlich mit der eigenen Stoßstange die des Vordermanns liebkosen? Drängler sind nicht nur lästig, sie sind gefährlich und auf der Autobahn sogar lebensgefährlich.

Um rechtzeitig reagieren zu können, sollten Autofahrer vor allem bei starkem Regen einen Mindestabstand von fünf Autolängen halten. Die Faustformel heißt: 1 Sekunde Abstand auf den Vordermann pro 10 km/h.

Tipp 2: Die richtige Spur

Wir sind nicht bei „Eins, zwei, oder drei" – eine Autofahrt ist kein Wechselspiel. Wer mit gemäßigtem Tempo reist und sein Auto nicht ständig von einer Fahrspur auf die andere lenkt, fährt sicherer. Zu beachten ist zudem, dass das Auto sich mit voller Beladung ungewohnt verhält: „Dann muss man stärker aufs Bremspedal treten, und der Wagen reagiert in Kurven anders", warnt Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Übrigens: Nutzen Sie nur die Fahrspuren. Auch wenn es viele immer wieder tun, der Seitensteifen ist auch dann tabu, wenn Sie ihn nur als Abkürzung zur nächsten Ausfahrt nutzen wollen.

Tipp 3: Tank-Stress vermeiden

Die Tanknadel neigt sich Richtung Reserve, die Hektik im Auto steigt. Vor allem wer eher selten lange Autobahnfahrten unternimmt, sollte vor dem Start sein Auto volltanken. Dann ist man je nach Strecke nicht gezwungen nach einer Tankstelle Ausschau zu halten. Zudem ist der Sprit an Autobahn-Tankstellen teurer als in der Stadt oder auf dem Dorf.

Tipp 4: Navi richtig bedienen

Nein, auch Frauen sind trotz eventuell besserer Multitasking-Fähigkeiten nicht in der Lage, sich gleichzeitig auf den Verkehr und ihr Navi zu konzentrieren. Das heißt, wer die Route nicht kennt, sollte das Ziel vorher eintippen und erst losfahren, wenn die Strecke berechnet ist.

Manchmal ist es jedoch wichtig, dass Sie sich auch gegen Ihr Navi durchsetzen. Denn viele Geräte wollen einen gleich beim kleinsten Stau von der Autobahn schicken. Der ADAC empfiehlt, sich die Umleitungen zwar anzeigen zu lassen, die Autobahn aber nur dann zu verlassen, wenn sie total gesperrt oder aber der Stau länger als fünf Kilometer ist.

Wichtig: Auch wenn Ihr Navi „Bitte wenden!“ fordert, wer mitten auf der Autobahn umdreht – und das passiert tatsächlich immer wieder – macht sich strafbar. Es drohen bis zu drei Punkte, der Entzug der Fahrerlaubnis und eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Tipp für Urlauber: „Navis zeigen eine errechnete Ankunftszeit an - auf die noch ein, zwei Stunden drauf schlagen“, empfiehlt Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Der gefühlte Zeitdruck ist damit weg.

Tipp 5: Den Durchblick behalten

Mit 180 Sachen über die Autobahn brettern, alles zur Seite drängeln – und das im Blindflug. Wer längere Fahrten mit dem Auto macht, muss regelmäßig für freie Sicht sorgen. Der Scheibenwischer muss in der Lage sein, rund 80 Prozent des Sichtfeldes freizuwischen.

Und selbst wenn sie quitschen, ist ein Austausch nicht immer zwingend nötig. Manchmal genügt auch die sorgfältige Reinigung. Damit es gar nicht erst zum Quitschen kommt, empfiehlt es sich die Scheibenwischer alle sechs Monate zu kontrollieren und zu säubern. Eine gewöhnliche Nagelbürste ist dafür sehr gut geeignet. Dabei sollten Sie quer zur Gummileiste bürsten. Tipp: Montierten Sie die Wischer vorher ab.

Zumeist genügt Wasser mit Spülmittel oder Autoshampoo. Bei hartnäckigem Schmutz helfen ein Küchentuch und unverdünnter Frostschutz für die Scheibenwaschanlage.

Vorsicht: Lösungsmittel wie Verdünnung oder Benzin sind ungeeignet. Sie zerstören den dünnen Auftrag einer Graphitverbindung, mit der hochwertige Wischgummis beschichtet sind. Das Gummimaterial selbst leidet ebenfalls unter falschen Reinigungsmethoden und kann dadurch dauerhaft unbrauchbar werden.

An Schlieren müssen übrigens nicht die Wischblätter schuld sein, sondern es kann an der Scheibe liegen. Wachs- oder Silikonreste, beispielsweise aus der Waschstraße, lassen sich mit Fensterreiniger oder einem speziellen Reinigungstuch entfernen. Auch der richtige Reiniger kann helfen.

Tipp 6: Konzentriert bleiben

Die Kinder streiten sich auf der Rückbank, Mama versucht zu schlichten und Papas Konzentration weicht einer ungezügelten Wut. Damit Autofahrer konzentriert bleiben, ist es wichtig, die Kids zu unterhalten.

Spiele wie Schwarzer Peter und Quartett sind besonders geeignet, da sie wenig Zubehör brauchen. Die Kinder sollten jedoch auch Zeit haben, aus dem Fenster zu schauen, da ihnen sonst übel werden kann.

Deshalb sollten den Kleinen auch keine Bilder- und Lesebücher zur Beschäftigung gegeben werden. Zum Zeitvertreib eignen sich stattdessen Hörbücher oder Ratespiele, zum Beispiel mit Autokennzeichen. Falls der Magen auf der Fahrt doch einmal rebelliert, sollten Eltern immer eine Tüte griffbereit haben. Am besten davon gleich mehrere einpacken.

Der ADAC empfiehlt zudem jede Stunde eine kurze Pause zu machen. Über die Mittagszeit sollte man dagegen länger rasten. An vielen größeren Autobahnraststätten gibt es Kinderspielplätze, auf denen sich die Kleinen austoben können.

Wichtig: Verändern Sie die Sitzhaltung hin und wieder leicht. So werden verschiedene Muskelgruppen angesprochen und einer einseitigen Belastung vorgebeugt. So stellen Sie den Sitz pasend ein:

- Die Pedale müssen bei bequem aufliegenden Oberschenkeln gut erreichbar sein.

- Der Fuß sollte beim Betätigen auf der gesamten Pedalfläche aufstehen.

- Der Abstand der Vorderkante der Sitzfläche zur Kniekehle sollte etwa eine halbe Handbreite betragen.

- Die Knie sollten in einem Winkel von 110 bis 120 Grad stehen.

- Die Sitzfläche sollte leicht nach hinten abfallen.

- Der Rücken sollte ganz an der Lehne anliegen bei leicht zurückgelehntem Körper.

Tipp 7: Sicher durch die Baustelle

Immer wieder sieht man ängstliche Autofahrer, die in eine Baustelle fahren und dann auf der linken Spur den Verkehr aufahlten, da sie sich nicht trauen zu überholen. Diesen Autofahrern sei gesagt: „Ihr müsst auch nicht überholen, aber warum zur Hölle fahrt ihr nicht auf die rechte Spur?!"

Vor allem wer mit einem breiten Auto unterwegs ist, sollte aufmerksam fahren. Denn häufig ist die linke Fahrspur nur für Fahrzeuge freigegeben, die maximal zwei Meter breit sind. Darauf weist das Schild mit der Nummer 264 hin. Es zeigt die Aufschrift „2m“ auf weißem Grund. Wer dagegen verstößt und die linke Spur in einer Baustelle benutzt, muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen.

Nicht nur Transporter, SUVs, Vans oder größere Limousinen sind häufig zu breit. Auch viele Mittelklassewagen reichen nach Angaben der Dekra bereits an die 2-Meter-Marke heran. Wer vollkommen sichergehen will, fährt am besten ausschließlich auf dem rechten Fahrstreifen.

Jens König von der Dekra empfiehlt, versetzt zu fahren. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn die Fahrzeuge auf beiden Spuren mit der gleichen Geschwindigkeit fahren.

Besonders achtsam sollten Sie am Anfang oder am Ende einer Baustelle sein, da dort die Fahrstreifen häufig in die Gegenfahrbahn umgeleitet werden. Die Bodenwellen können Autos ins Schleudern bringen, vor allem bei Nässe und hohem Tempo. Autofahrer sollten an diesen Stellen nicht überholen und den erhöhten Platzbedarf von Bussen und Lkw einkalkulieren, rät die Dekra.

Tipp 8: Sicher durch den Tunnel

Auch in Tunneln fühlen sich viele Autofahrer nicht wohl:Schon vor der Einfahrt sollten Sie das Abblendlicht einschalten und die Sonnenbrille abnehmen. Außerdem sollten Sie das Radio einschalten, um im Notfall rechtzeitig Sicherheitsinformationen zu erhalten. Im Tunnel ist es wichtig, ausreichend Abstand zu halten und regelmäßig den Tachostand zu überprüfen - in den eintönigen Röhren geht schnell das Gefühl für die Geschwindigkeit verloren.

Falls es zu Stau im Tunnel kommt, bewahren Sie Ruhe und schalten Sie am Stauende die Warnblinkanlage ein, um den nachfolgenden Verkehr zu warnen.

Wichtig: Auch im Tunnel ist im Fall der Fälle eine Gasse für Rettungsfahrzeuge zu bilden.

Wegen der stehenden Abgase ist es ratsam, die Lüftung bzw. Klimaanlage auf Umluft zu schalten. Sobald der Verkehr vollständig stoppt, sollten Sie den Motor ausstellen und im Fahrzeug warten. Für Motorradfahrer kann es sinnvoller sein, außerhalb der Röhre auszuharren.

Tipp 9: Wie Sie bei Regen fahren

Viele fühlen sich auch bei Regen sehr unwohl im Verkehr – und das merkt man auch an der Fahrweise. Autofahrer müssen zunächst die Geschwindigkeit anpassen, starkes Beschleunigen und abruptes Abbremsen vermeiden und das Licht einschalten. Zudem gilt die Regel: Sind die Scheibenwischer auf die höchste Stufe eingestellt, sollte man nicht schneller als 80 km/h fahren. Die Gefahr des Aquaplaning steigt bei höherer Geschwindigkeit.

„Man sollte das Gebläse auf volle Power stellen und am besten nur auf die Scheibe richten, so bekommt man schneller eine klare Sicht“,erklärt Katharina Lucà, Sprecherin vom ADAC.

Tipp 10: Was Sie bei einer Panne tun müssen

Auch wenn Sie noch so sicher fahren und alle Regeln befolgen, niemand ist vor einer Panne oder einem Unfall sicher. Im Ernstfall heißt es Ruhe bewahren und dann Schritt für Schritt zu handeln:

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