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Starkes Dieselherz

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Fahrbericht: Der Range Rover Sport ist für alle sich bietenden Gelegenheiten gut gerüstet. Fotostrecke: Range Rover Sport mit V8-Diesel

Von FRANK W. METHLOW

Ein spezieller Tankeinfüllstutzen verhindert Irrtümer. Und die können beim neuen Range Rover Sport mit V8-Diesel aufkommen. Das 3,6 Liter Aggregat ist derart leise, dass sich dem Fahrer der Eindruck aufdrängt, er säße in einem Amischlitten mit großvolumigen Blubber-Benziner. Und auch der Drittelmixverbrauch von 11,1 Litern muss bei Geländegängern dieses Formats und angesichts von 2,675 Tonnen Lebendgewicht als eigentlich wirtschaftlich angesehen werden. Zumal es auf Autobahnen und bei kontrollierter Fahrweise durchaus möglich ist, diesen Wert unter zehn Liter zu drücken.

Natürlich stellt sich auch beim Sport Range die Grundsatzfrage nach Sinn und Zweck solcher Boliden, der im vorliegenden Fall nicht unter 67.700 Euro zu erwerben ist. Aber die stellt sich auch bei einem BMW X5 oder einem Mercedes ML - und im Vergleich zu beiden macht der Sport Range eine mehr als gute Figur. Im Portfolio der Ford-Tochter Landrover liegt der Sport zwischen dem deutlich teureren Range Rover und dem Discovery. Von letzterem hat er die Plattform, vom großen Bruder Range die Optik - außen wie innen.

So darf der Käufer sich nicht nur über eine aus Seltenheit erwachsende Extravaganz seines Fahrzeuges freuen. Im Inneren ist auch der Sport Range noch "very british" - verstrahlt eine Wohnzimmeratmosphäre, in der sich Fahrer und maximal vier Mitfahrer sofort wohl fühlen. Bleibt die Antriebseinheit außen vor, beschränkt sich Landrover dabei auf das in dieser Preisklasse Notwendige. Für 1340 Euro ist aber auch ein Headup-Display zu haben - wer es denn will.

Aber vor allem das Dieselaggregat und die Antriebseinheit rechtfertigen ein genaueres Hinsehen. Der Motor darf ohne Übertreibung als technische Meisterleistung bezeichnet werden. Er verhilft dem schweren Fahrzeug zu einer Agilität, um die ihn manch Pseudosportler beneiden würde. Das früh und über einen weiten Drehzahlbereich zur Verfügung stehende Drehmoment von 640 Newtonmetern machen zudem eine Zuladung von 500 Kilogramm und eine Anhängerlast von 3,5 Tonnen problemlos möglich. Und auch ohne Rückfahrkamera ist der Wagen dank direkter Lenkung und eines Wendekreises von 11,48 Metern auch noch in der Großstadtenge zu handhaben.

Auch wenn ein solches Fahrzeug eigentlich kein Renner sondern ein Gleiter ist - der Sport lässt sich auch dank des eher strafen Fahrwerks sehr sportlich über enge, kurvenreiche Landstraßen bewegen. Und wer die Marke Landrover beim Namen nimmt, verfügt auch im Sport über die schon legendären Geländefähigkeiten eines Range Rovers.

Das fängt bei der adaptiven Luftfederung an, die auf Knopfdruck den unterschiedlichsten Geländegegebenheiten anzupassen ist, und mit der Dynamic-Response-System genannten Elektronik, die den hohen Aufbau weitgehend vor Wank- und Nickbewegungen bewahrt. Das setzt sich fort mit dem Terrain-Response-System, mit dem - vorprogrammiert - über einen versenkbaren Drehknopf typische Gegebenheiten wie Gras/Schnee, Schlamm, Sand oder Felsenkriechen eingestellt werden können. Dazu gehören Brembo-Bremsen an den Vorderrädern, die den Koloss auch aus hohen Geschwindigkeiten vehement verzögern helfen. Und es endet mit einer Getriebeuntersetzung und dem Bergabfahrassistenten, der diese auch für geübte Geländegänger schwierige Disziplin fast zum Kinderspiel macht. Um der Fairness willen sei erwähnt, dass unser Sport Range bei solchen Geländeausflügen beim Verbrauch deutlich über die 13-Liter-Marke kam.

Fazit: Wer für sein Sports-Utility-Vehicle knapp 70 000 Euro ausgeben will und kann, bekommt mit dem Range Rover Sport ein durchaus extravagantes Fahrzeug. Das zeichnet sich nicht nur durch hohe Alltagstauglichkeit und vergleichsweise günstigen Verbrauch aus - es ist im Bedarfsfall auch ein vollwertiges Geländefahrzeug.

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