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Der schnellste Mustang aller Zeiten: Auf der North American International Auto Show in Detroit präsentierte Ford den neuen Shelby GT350-R.

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So stark sind Fords neue Modelle

Über 300 km/h Spitze, mehr als 500 PS, von null auf 100 in drei Sekunden. Nein, kein Ferrari, sondern der neue Ford GT. Doch auch der neue Focus ST und der Shelby GT350R Mustang haben es faustdick unter der Haube.

Der Ford Focus gilt als harmloses Familienauto – vor allem als Kombi. Doch als ST-Version hat er das Zeug zu einem echten Spaßmobil. Der neue Ford Focus Turnier 2.0 TDCi mit 136 kW/185 PS, 400 Newtonmeter (Nm) maximalem Drehmoment und knapp 1,5 Tonnen schlägt sich auch in den Bergen sehr ordentlich.
Die Zeit für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden lässt nur entfernt erkennen, mit welch bärigem Elan der Focus um die engen Ecken fegt, angesteuert von einer präzise agierenden, früh ansprechenden Lenkung und geführt von einem überarbeiteten Fahrwerk, das erst spät zum beherrschbaren Untersteuern übergeht.

Die Deutschen lieben den Kombi

Die Höchstgeschwindigkeit liegt beim Selbstzünder bei 217 km/h. Das kann der Benziner mit dem 2,0-Liter-Ecoboost-Motor im Fünftürer besser. Der erreicht fast 250 km/h und schafft den Spurt auf 100 km/h in 6,5 Sekunden. Dafür bietet er 184 kW / 250 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Nm auf.
Aber in den Bergen lässt sich der Diesel eben entspannter fahren. Wird’s eng, zieht der auch im dritten Gang durch. Beim Turbo-Benziner wollen die sechs Gänge fleißiger bewegt werden, was ja auch seinen Reiz hat, weil das Getriebe gut abgestimmt ist und die Kupplung sportlich kurz zugreift.

So gesehen sind sowohl der Kombi als auch der Diesel ein echter Gewinn für die ST-Modellreihe, von der Ford seit 2002 rund 140.000 Stück abgesetzt hat. In Deutschland waren das im vergangenen Jahr rund 4600 Fahrzeuge. Natürlich sollen es nun mehr werden. Vom Diesel erwartet Ford in Deutschland wenigstens ein Drittel Anteil am Absatz. Der Kombi soll – die Deutschen lieben ihn ja so – es sogar auf 50 Prozent bringen.

Bei 29.850 Euro geht es los

Für den Diesel werden wenigsten 29.850 Euro fällig, für den Benziner 28.850 Euro. Beide lassen sich aufwerten mit einem Leder Sport-Paket für einen Tausender mehr und einem Leder-Exklusiv-Paket für knapp 4000 zusätzliche Euro, in dem dann vom Leder bis zu den multifunktionalen Xenon-Scheinwerfern schon Vieles enthalten ist.
Damit ist allerdings noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Ein bisschen was geht immer, so dass die 30.000 Euro-Marke leicht übersprungen und die 35.000 Euro rasch erreicht sind.

Der nächste Dampfhammer aus dem Hause Ford ist der Shelby GT350R Mustang. Das „Pony“ ist eine für Rennstrecken optimierte Variante des bereits im November 2014 vorgestellten Shelby GT350 Mustang. Wie der GT350 hat auch die R-Version einen V8-Saugmotor mit 5,2 Liter Hubraum. Es ist der stärkste V8-Saugmotor, den Ford bis heute für die Serie entwickelt hat.

Der Wagen hat über 500 PS und mehr als 540 Newtonmeter maximales Drehmoment. Der rote Bereich beginnt erst oberhalb von 8000 Touren. Technisch zeichnet sich der GT 350R durch eine sogenannte „Flatplane“-Kurbelwelle aus, wie sie normalerweise nur bei reinrassigen Rennautos oder exotischen Supersportwagen zum Einsatz kommt. Dabei sind die Kurbelwellenzapfen nicht im V8-typischen 90-Grad-Versatz angeordnet, sondern im 180-Grad-Winkel.
Die Vorteile: ein noch direkteres Ansprechverhalten und eine hohe Leistungsausbeute auch im oberen Drehzahlbereich. Nachteil: eine etwas schlechtere Laufruhe.

Ein Auto ohne Kompromisse

Der neue Shelby GT350R verfügt über einen speziellen Ölkühler. Auch das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe und das Differenzial erhalten eigene Kühler. Die von Ford weiterentwickelte Torsen-Sperre an der angetriebenen Hinterachse soll für bestmöglichen Grip sorgen.
Weiteres Alleinstellungsmerkmal des Shelby GT350R ist sein geändertes Fahrwerk. Neben den geänderten Federraten, speziellen Stabilisatoren und dem niedrigeren Fahrzeugschwerpunkt sorgen das Rennstrecken-erprobte Setup, ein Torsen-Differenzial, Lagerbuchsen sowie Hülsengelenke an der Vorderachse für mehr Agilität. Zu guter Letzt profitiert der Shelby GT350R auch vom erstmaligen Einsatz der sogenannten MagneRide-Stoßdämpfer.

Das große Thema bei der Konzeption: Leichtbau! Das Resultat: Der Super-Mustang ist über 65 Kilogramm leichter als der Shelby GT350 mit dem sogenannten „Track Pack“. Die Ingenieure verzichteten bewusst auf Klimaanlage, Audio, Rücksitze, Rückfahrkamera, Reifen-Reparaturset, Teppiche sowie auf die Verkleidung des Kofferraums.

Der Wegfall der Auspuff-Schalldämpfer soll nicht nur in einer zusätzlichen Gewichtseinsparung münden, sondern auch in einem deutlich markanteren Sound. „Der neue Shelby GT350-R ist ohne Kompromisse für höchste Fahrleistungen entwickelt worden“, erläutert Dave Pericak, Direktor der Ford Performance Group.

Der GT350R kommt 2015

Die markante Linienführung wird von zahlreichen Design-Merkmalen betont, die exklusiv dem Shelby GT350R vorbehalten sind. Hierzu zählen neben ultraleichten und erstmals in Serie verwendeten Rädern aus Kohlefaser, dem größeren Frontspoiler und dem Heckflügel auch rot lackierte Bremssättel, der unverwechselbare Shelby GT350-R-Schriftzug sowie die auf Wunsch erhältlichen roten Rennstreifen.

Noch im Jahr 2015 soll der GT350R in den USA und Kanada in einer limitierten Auflage bei den Händlern stehen. In Europa wird der Wagen offiziell leider nicht verfügbar sein.

Stahlblau, heiß, stark glänzte der absolute Star auf der jüngsten Automesse in Detroit. Die Reinkarnation des GT sollte mehr als das Statement einer eindrucksvollen Studie abliefern. Der neue GT kommt 2016 auf die Straße. Nach zehn Jahren Pause will Ford mit einem neuen Supersportwagen den etablierten Spezialisten der alten Welt zeigen, wo der Hammer hängt.

Flügeltüren öffnen den Zugang zu einem aerodynamisch optimierten Traum aus Carbon. Die Rennschale für den Fahrer und das Lenkrad wecken Assoziationen zur Formel 1.

Für den Antrieb auf die 20 Zoll großen Hinterräder sorgt die ultimative Evolution des preisgekrönten V6-Ecotec-Motors, der in zahmen Varianten Jahr für Jahr Hunderttausende von Pick-ups, SUVs und Vans der Marke bewegt. Für den GT mobilisiert das aufgeladene Triebwerk 441 kW / 600 PS. Das soll für einen Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als drei Sekunden reichen und für eine Höchstgeschwindigkeit, die weit jenseits der Marke von 300 km/h liegt.

Die Rückkehr des GT

Rückblick: Bereits 1966 demütigte der Ford GT 40 die Konkurrenz mit einem Dreifachsieg in Le Mans. Die Sportwagenweltmeisterschaft krönte den ersten ernsthaften Auftritt der Amerikaner im internationalen Motorsport im selben Jahr. 1967 und 1968 wiederholte Ford den Erfolg. Zwischen 1964 und 1968 entstanden insgesamt 134 Einheiten des GT 40. Als Renn- wie als Straßenfahrzeuge.

Zum 40. Geburtstag seiner Ikone entschloss sich Ford 2004 für eine Neuauflage des GT zu sorgen. Schließlich galt es 2003 auch den 100sten Geburtstag der Marke zu feiern. Obwohl 60 Zentimeter länger, scheint das originale Design ohne geringste Abstriche Auferstehung zu feiern. Unter dem Retrodesign der Karosserie schlummerte jedoch modernste Technik.

Der neue GT diente weniger den sportlichen Meriten des Herstellers als vielmehr dem Image, denn insgesamt 4038 Exemplare der 1595 Kilo schweren Flunder fanden zwischen 2004 und September 2006 einen Abnehmer.

Wie viel der neue Ford GT kostet, wenn er 2016 auf den Markt kommt, steht noch in den Sternen. Bernhard Mattes, Chef der deutschen Dependance von Ford, reihte sich nahtlos in die Reihe der Euphorisierten der Detroiter Messe ein. „Der GT darf nicht nur in Amerika bleiben, sondern wird auch bei uns zu haben sein.“ – Wie die Vorgänger selbstverständlich in kleinen Stückzahlen und richtig teuer. (mit Material von ampnet und Auto News/rk)

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