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Sportwagentraum aus der Steckdose

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Elektroauto Lightning GT
Elektroauto Lightning GT © Hersteller

Die Klimadiskussion zwingt auch die Autoindustrie zum Umdenken. Bei den großen Herstellern geht dies langsam voran. Immer noch werden Autos wie der Supersportwagen Mercedes SLR McLaren Roadster vorgestellt, der mit 622 PS 348 Gramm CO2 pro Kilometer aus dem Auspuff bläst.

In Zeiten größter Klimadiskussionen muss natürlich auch die Autoindustrie umdenken. Bei den großen Herstellern geht dies langsam voran, immer noch werden Autos wie der Supersportwagen Mercedes SLR McLaren Roadster vorgestellt, der mit seinen 622 PS unglaubliche 348 Gramm CO2 pro Kilometer aus dem Auspuff bläst. Die kleinen Autohersteller zeigen aber immer wieder, dass superschnelle Autos auch mit alternativen Antrieben möglich sind. Erst vor kurzem hatte die kalifornische Firma Tesla einen Elektro-Roadster auf Basis des Lotus Elise gezeigt, jetzt stellt die britische Lightning Car Company einen Elektroflitzer vor, der sagenhafte 700 PS mobilisieren kann.

Basis für den Lightning GT ist der Retro-Roadster Lightning der Sportwagenschmiede Ronart. Für den Vortrieb sorgen vier Radnabenmotoren der Firma PLM Flightlink, die insgesamt 700 PS und jeder 750 Newtonmeter Drehmoment bereitstellen sollen. Der Clou: Das Drehmoment steht permanent zur Verfügung und nicht nur bei einer bestimmten Motorendrehzahl. Damit soll der 1350 Kilogramm leichte Zweisitzer Lightning GT in nur vier Sekunden Tempo 100 erreichen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h.

Die Hauptfrage bei einem Elektro-Roadster: Wie lade ich ihn auf und vor allem: Wie lange halten die Akkus, der Schwachpunkt aller Elektroautos. Die Lightning Car Company verspricht eine Reichweite von 400 Kilometern, was einer Revolution gleichkäme. Das soll zum einen dadurch möglich sein, dass beim Bremsen und Bergabfahren Energie wieder in elektrischen Strom verwandelt wird. Ist der Strom endgültig leer, müssen die Akkus aufgeladen werden.

Dabei kommt ein neues Batteriesystem der noch jungen amerikanischen Firma Altairnano zum Einsatz, NanoSafe genannt. Mit Hilfe der Nanotechnologie sowie Titan- und Keramik-Komponenten hat sie eine Batterie entwickelt, die wesentlich leistungsfähiger als normale Lithium-Ionen-Akkus ist und die mindestens zwölf Jahre funktionieren soll und auch nach 15.000 Ladevorgängen bis zu 85 Prozent der ursprünglichen Kapazität speichern kann. An einem 480-Volt-Dreiphasen-Ladegerät soll der Auflade-Vorgang nur zehn Minuten dauern, an einer herkömmlichen 220-Volt-Steckdose allerdings mehrere Stunden.

Bei den Energiekosten hat ein Elektro-Roadster ein enormes Sparpotenzial. Beim Lightning GT fallen laut Hersteller nur etwa zwei Euro Energiekosten auf 100 Kilometern an. Vergleicht man ihn mit einem Audi RS4 und geht von zirka 20.000 Kilometer Jahresfahrleistung aus, so spart ein Sportwagenfahrer in Großbritannien pro Jahr umgerechnet 15.000 Euro. Dafür ist der Lightning GT in der Anschaffung nicht gerade billig: Einen endgültigen Preis nennt die Car Company noch nicht, allerdings geht man bereits jetzt von 150.000 britischen Pfund, also über 220.000 Euro für den Roadster aus.

Zur Zeit gibt es ausgiebige Tests, nächstes Jahr soll der Lightning GT in einer Kleinserie auf den Markt kommen. Und sofern der Strom, mit dem die Hightech-Batterie des Wagens befüllt wird, mittels Wasser- oder Windkraft oder Sonnenenergie hergestellt ist, erfüllt der Lightning GT sogar den Traum vom absolut abgasfreien Sportwagenfahren - es wäre eine Revolution, die laut Motorenhersteller PLM Flightlink auch in anderen Autos vorstellbar wäre.

Quelle: T-Online Auto

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