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Die North American International Auto Show (NAIAS) 2016 wird natürlich auch vom VW-Abgas-Skandal geprägt. Bei Mercedes, BMW und Co. dreht es sich vor allem um neue Modelle.
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Die North American International Auto Show (NAIAS) 2016 wird natürlich auch vom VW-Abgas-Skandal geprägt. Bei Mercedes, BMW und Co. dreht es sich vor allem um neue Modelle.

NAIAS 2016

Skandale und Weltpremieren auf der größten US-Automesse

Die North American International Auto Show (NAIAS) ist die wichtigste Automesse in den USA. Dieses Jahr steht vor allem VW im Mittelpunkt des Interesses. Der Abgas-Skandal schlägt noch immer hohe Wellen in den USA. Hier gibt es die neuen Modelle der Auto Show.

VW-Chef Matthias Müller hatte zum Start der Messe gleich um Verzeihung für die Abgas-Affäre gebeten - mit Spannung werden nun die genauen Umrüstpläne für betroffene Dieselwagen erwartet. „Wir wissen, dass wir unsere Kunden, die zuständigen staatlichen Stellen und die allgemeine Öffentlichkeit hier in den USA sehr enttäuscht haben“, sagte der Manager in der Nacht zum Montag in Detroit. „Ich bitte daher um Entschuldigung.“

Nach Auskunft eines Konzernsprechers liegen den amerikanischen Behörden inzwischen Lösungsvorschläge für Autos mit manipulierten Abgaswerten vor. Zu Details wollte das Unternehmen noch nichts sagen.

Betrug und Verstöße gegen das Gesetz

Volkswagen steht besonders in den USA vor großen Problemen. Die Vereinigten Staaten haben Europas größten Autohersteller verklagt. Wegen Betrugs und Verstößen gegen Umweltgesetze drohen VW allein in diesem Verfahren Zahlungsforderungen von bis zu 45 Milliarden Dollar (rund 41,2 Mrd Euro). In den USA sind fast 600 000 Dieselfahrzeuge des Konzerns mit verbotener Software unterwegs.

Am Donnerstag (14. Januar) steht eine wichtige Entscheidung der US-Aufseher zu Vorschlägen für eine Beseitigung der Betrugsprogramme an. Auf VW könnten teure Nachbesserungen oder sogar Auto-Rückkäufe zukommen.

Schon am Mittwoch trifft Müller sich zu Gesprächen mit der US-Umweltbehörde EPA und deren Leiterin Gina McCarthy.

Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ will Müller die technische Lösung bei dem Gespräch mit der EPA-Chefin erläutern. Dabei gehe es etwa um einen neu entwickelten Katalysator, mit dessen Einbau die Grenzwerte bei einem Großteil der betroffenen Wagen eingehalten werden sollen. VW äußerte sich zunächst nicht zu Einzelheiten. „Das sind alles Spekulationen“, hieß es aus Wolfsburg.

Der VW Tiguan streckt sich

Über neue VW-Modelle wurde schließlich auch geredet: Bis zur Markteinführung in den USA dauert es zwar noch ein Jahr, und auf dem Weg in den Westen wird der VW Tiguan obendrein zu einem gestreckten Siebensitzer. Doch VW stimmt die Kunden auf dem wichtigsten SUV-Markt der Welt zur Motorshow in Detroit schon mal mit einer markanten Studie des neuen EU-Modells auf den Geländewagen ein. Tiguan GTE Active Concept heißt das Schaustück, das sich als Abenteurer für den Alltag positioniert.

Die Studie verfügt laut VW über einen zusammen 165 kW/225 PS starken Hybridantrieb, der einen 1,4-Liter-Benziner mit 110 kW/ 150 PS, zwei E-Motoren mit 40 kW/ 54 PS und 85 kW/ 115 PS sowie einen 12,4 kWh großen Plug-in-Akku kombiniert. Damit kann der Tiguan wahlweise mit Heck- oder mit Allradantrieb im besten Fall knapp 40 Kilometer elektrisch fahren und kann dabei eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h erreichen, teilt VW weiter mit. Geht der Strom zur Neige, oder hat es der Fahrer eiliger, kommt der Benziner ins Spiel.

Dann beschleunigt die Studie in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h.

Der Innenraum kommt sportlich-rustikal daher und bietet einen neuen, besonders großen Touchscreen für Navigation und Infotainment, den man auch mit Gesten steuern kann. 

Die neue E-Klasse hat Redebedarf

Mercedes präsentiert die neue E-Klasse auf der Detroit Motor Show. Die Limousine feiert ihre Weltpremiere in dieser Woche auf der Motorshow in Detroit und kommt im April in den Handel. Preise hat Mercedes noch nicht genannt.

Mit der Neuauflage geht die E-Klasse einmal mehr in die Länge und misst nun 4,92 Meter. Weil auch der Radstand um fast sieben Zentimeter wächst, verspricht das Unternehmen innen mehr Platz. Trotz des neuen Formats sei das Gewicht aber um rund 70 Kilogramm gesunken, sagte Chefingenieur Michael Kelz.

Weil die E-Klasse windschnittiger wurde, serienmäßig mit Neungang-Automatik vorfährt und einen komplett neuen Diesel-Motor bekommt, steht der 143 kW/195 PS starke E 220d aus der Startaufstellung mit einem Normverbrauch von 3,9 Litern in der Liste. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 102 g/km. Als zweiten Motor gibt es zum Verkaufsbeginn im E 200 einen zwei Liter großen Benziner mit 135 kW/184 PS, der auf 5,9 Liter und 132 g/km kommt.

Mit dem neuen Drive Pilot soll die Limousine minutenlang ohne Eingriff des Fahrers über die Autobahn rollen und könnte nach einem Fingertipp sogar selbstständig überholen. Außerdem hat die neue E-Klasse Redebedarf und kommuniziert über einen Server mit anderen Fahrzeugen und soll die Limousine auch mit dem Smartphone öffnen und mit einer App einparken können.

BMW zeigt sich selbstbewusst

Auf den BMW M2 freuen sich die amerikanischen „Petrol-Heads“ besonders. Das US-Magazin „Car and Driver“ stimmte die Fangemeinde potenter bayerischer Automobile bereits mit einem Artikel unter dem Titel „M in seiner reinsten Form“ ein. Ein wenig brachial kommt der Zweitürer schon daher. Aber 272 kW / 370 PS, die der aufgeladene Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum über die Hinterachse herfallen lässt, vertragen einen selbstbewussten Auftritt.

Nicht limitiert, ist der M2 ab April bereit, aus dem Stand in 4,2 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Vorausgesetzt, der deutsche Interessent ist willens und in der Lage 56.700 Euro zu investieren.

Porsche mit dem Über-Elfer

„Update for the Uber 911“, betitelt „Car and Driver“ die Weltpremiere der geschärften Modelle des Porsche 911 Turbo als „Über-Elfer“. Die 397 kW / 540 PS beziehungsweise 427 kW / 580 PS für die S-Modelle sind die zentrale Ansage. 

Bei 159.200 Dollar beginnen die Preise. Das entspricht aktuell 145.981 Euro. Der deutsche Kunde muss mindestens 174.669 Euro für einen Turbo kalkulieren.

Der Mercedes-Konkurrent heißt Volvo

Einen wichtigen Wettbewerber für die E-Klasse in den Vereinigten Staaten stellt Volvo mit seinem neuen Flaggschiff S90 erstmals vor. Die knapp fünf Meter lange Limousine setzt auf anspruchsvolles Design, wertvolle Materialien, höchste Sicherheit und Alltagstauglichkeit mit beispielsweise 500 Litern Kofferraumvolumen und mindestens 1800 Kilo Anhängelast. Dem Wettrennen beim Leistungsangebot der Langstreckenlimousinen aus Premium-Häusern entziehen sich die Schweden konsequent. Sie bieten ausschließlich Vierzylinder, die ein Leistungsspektrum zwischen 140 kW / 190 PS und 299 kW /407 als Hybrid abdecken. Markteinführung des Volvo S90 ist ab Frühjahr.

Noch mehr PS unterm Pony

Auch wenn die Premieren der Importeure spektakulär ausfallen, wie beispielsweise der neue Infiniti Q50 als Mittelklasse-Limousine und das SUV QX60 oder die Luxuslimousine Hyundai G90, so gehen auch die heimischen Hersteller mit beachtenswerten Neuheiten in Detroit an den Start.

5,2-Liter-V8, aufgeladen, 392 kW / 533 PS, damit lockt Ford auf seinen Stand. Im Gewand des Mustangs kommt der Shelby GT 350 als bislang dynamischste Straßenversion des aktuellen „Pony-Cars“ auf den Markt. Für die breite Masse ist die Modellpflege der Mittelklasse-Limousine Fusion (die US-Variante des Mondeo) von großem Interesse. Ebenso die Neuheiten, die Ford für den Kult-Truck und das meistverkaufte US-Fahrzeug F-150 aufgelegt hat.

GM spricht Fachchinesisch

Die GM-Tochter Buick enthüllt den Crossover Envision. Der 4,67 Meter lange Fünftürer schlägt ein neues Kapitel in der amerikanischen Autogeschichte auf. Er wird beim Marktstart im Sommer das erste GM-Fahrzeug aus chinesischer Fertigung sein, das seinen Weg auf den US-Markt findet. Auf Basis des Envision möchte Opel ein zweites, erfolgreicheres Kapitel des Antara im Laufe des Jahres öffnen.

Weltpremiere einer Ikone

Bei Lincoln feiert eine weitere Ikone des US-Autobaus die Weltpremiere ihrer jüngsten Version. Der Lincoln Continental, seit 1939 Flaggschiff der luxuriösen Ford-Tochter, findet nach den Auftritten der Studie im vergangenen Jahr nun zur Serienreife. (mit Material von Ampnet und dpa/rk)

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