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Vorsicht! Wer bei Tempo 80 niest, fährt rund 25 Meter mit geschlossenen Augen.

Allergiezeit

Wie sich Autofahrer vor Pollen schützen

Kaum blühen die ersten Blumen und Gräser, kribbelt es rund 15 Prozent der Deutschen in der Nase und die Augen jucken. Allergiker sollten die Risiken für den Straßenverkehr nicht unterschätzen. Lesen Sie hier, wie sich Autofahrer vor Pollen schützen.

Die typischen Heuschnupfen-Symptome lenken vom Fahren ab und können im Straßenverkehr die Konzentration und damit auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, warnt der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD).

Bei plötzlichen Niesattacken können Fahrzeugführer zum Beispiel das Steuer verreissen, oder sie sind eine gewisse Zeit im „Blindflug“ unterwegs. „Niest ein Fahrer bei Tempo 80, fährt er rund 25 Meter mit geschlossenen Augen?, gibt Heike Behrbohm von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe zu bedenken. In so einer Situation kann Heuschnupfen lebensgefährlich sein. Autofahrer, die darunter leiden, sollten sich deshalb gut auf die bevorstehende Pollenflugsaison vorbereiten.

Auch Medikamente gegen Heuschnupfen können sich, genauso wie andere Präparate, negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken – mit gefährlichen Folgen wie Müdigkeit, verringertes Konzentrationsvermögen sowie eine verlangsamte Motorik und Reaktion.

Wie sich Medikamente auf den Fahrer auswirken

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) geht davon aus, dass rund 2800 der insgesamt 55.000 in Deutschland zugelassenen Medikamente den Fahrer im Straßenverkehr beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, den Beipackzettel genau zu lesen und sich gegebenenfalls über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beim Arzt oder Apotheker zu informieren.

Ein Unfall unter Einwirkung von Medikamenten kann nicht nur riskant für Fahrer, Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer werden, sondern auch zum Verlust des Führerscheins oder Versicherungsschutzes führen oder als strafbare Trunkenheitsfahrt gewertet werden.

Fenster zu, Lüftung auf Umluft, Sonnenbrille an

Um die Beschwerden während der Fahrt möglichst gering zu halten, hilft es, Jacken vorher auszuziehen und in den Kofferraum zu packen. So landen die daran hängenden Pollen nicht im Innenraum des Fahrzeugs.

Fenster und Schiebedach hält man aus dem gleichen Grund geschlossen und schaltet die Lüftung auf Umluftbetrieb, rät der ARCD. Beim Parken empfiehlt es sich, das Auto nicht unter Bäumen abzustellen.

Ein regelmäßiges Aussaugen des Fahrzeug-Innenraums – also von Polstern, Armaturenbrett und Ablagen – entfernt lästige Allergieauslöser. Während der Fahrt kann es außerdem helfen, eine Sonnenbrille zu tragen, um die empfindlichen Augen vor der gerade im Frühjahr oft tief stehenden Sonne und herumfliegenden Pollen zu schützen.

Regelmäßig den Filter wechseln

Ein eher unscheinbares Element im Auto schützt Allergiker ebenfalls vor Pollen: der in neueren Fahrzeugmodellen meist serienmäßig eingebaute Innenraumfilter. Er filtert unter anderem Pollen, Staub und Schmutz aus der Luft, bevor sie in den Innenraum gelangen. Der Auto- und Reiseclub Deutschland erinnert daran, dass der Filter regelmäßig ausgewechselt werden muss, wenn er funktionieren soll – am besten jährlich oder spätestens alle 15.000 bis 30.000 Kilometer. Spätestens, wenn es muffig riecht, ist es Zeit für den Austausch.

Oft kann der Laie den Wechsel in wenigen Minuten vornehmen. Wo der Filter sitzt, steht in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs – häufig im Motorraum unterhalb der Windschutzscheibe oder im Fußraum der Beifahrerseite. In Fachwerkstatt kostet der Filterwechsel inklusive Arbeitslohn in der Regel unter 150 Euro, bei älteren Autos unter 70 Euro. Für Reinigung und Desinfektion der Klimaanlage kommen noch einmal um die 75 Euro dazu.

Ältere Fahrzeuge lassen sich übrigens nachrüsten. „Es gibt im Prinzip zwei Arten von Pollenfiltern?, erklärt Christian Pflughaupt, Landesinnungsmeister des Kfz-Gewerbes in Rheinland-Pfalz. „Die einen bestehen nur aus einer Zellstoffschicht, die andere und weitaus effektivere Sorte hat eine zusätzliche Aktivkohleschicht.?

Die Aktivkohlefilter kosten zwar je nach Automodell etwa 15 bis 40 Euro mehr als reine Zellstofffilter, sollten aber für Allergiker die erste Wahl sein. „Hochwirksame Filter nehmen auch kleinste Pollen wie Maulbeerpollen auf?, erklärt Behrbohm. Ganz wichtig: „Ein Pollenfilter setzt sich mit der Zeit zu, er sollte daher einmal pro Jahr in einer Werkstatt auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft und gegebenenfalls erneuert werden.? (mit Material von Ampnet und dpa)

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