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So schön waren die kultigen Schweden

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Als der Saab 96 in den 1960er Jahren Rallye-Erfolge einfuhr, avancierte Saab zur Kult-Marke. Ende 2011 sieht es so aus, als ob der schwedische Hersteller am Ende ist.
Als der Saab 96 in den 1960er Jahren Rallye-Erfolge einfuhr, avancierte Saab zur Kult-Marke. Ende 2011 sieht es so aus, als ob der schwedische Hersteller am Ende ist. © Hersteller

Der schwedische Autohersteller Saab hat Insolvenz beantragt. Das bestätigte Unternehmenschef und Mehrheitseigner Victor Muller. Die Saab-Produktion liegt bereits seit April wegen leerer Kassen und hoher Schulden still.

Saab schuldet seinen 3500 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan seit Ende November die Löhne und hat Milliarden-Schulden bei Zulieferern. Als letzte Hoffnung galten Verhandlungen mit dem chinesischen Autokonzern Youngman, die noch am Wochenende in Stockholm geführt wurden.

Nach dem geplanten Einstieg von Youngman verweigerte allerdings General Motors der ehemaligen Tochterfirma Saab die Lizenzen zur Nutzung eigener Technik. General Motors hatte Saab Anfang 2010 verkauft. Der niederländische Saab-Eigner Swan (Swedish Automobile, vormals Spyker Cars) hatte bis zuletzt durch die Zusammenarbeit mit russischen und chinesischen Partnern versucht, Saab doch noch zu retten.

Saab war 1990 zu 50 Prozent der Unternehmensanteile in den Besitz von General Motors übergegangen. Zehn Jahre später übernahm der US-Autokonzern sämtliche Saab-Anteile. Doch Saab brachte GM Verluste. Anfang 2010 verkaufte GM Saab an den sehr kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars. Nun scheint auch Spyker, seit Juni 2011 umbenannt in Swedish Automobile, an der Saab-Rettung gescheitert zu sein.

Saab war hatte sich mit der Modellreihe Saab 92 bis Saab 96 als Kult-Marke in Europa etabliert. Die Autos des Flugzeugbauers Saab (Svenska Aeroplan Aktiebolaget) setzten in der Nachkriegszeit zunächst Maßstäbe in Formgebung und Aerodynamik. Es folgten beachtliche Rallye-Erfolge für den Saab 92 als Pionier des Front-Antriebs.

Berühmt wurde der schwedische Rallye-Meister Erik Carlsson, der sich neben seinen großen Erfolgen mit Saab in den 1960er Jahren wegen seiner spektakulären Unfälle auch den Spitznamen „Carlsson auf dem Dach“ einfuhr.

Saab und Volvo lieferten sich in den 1950er und 1960er Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Entwicklung von Ausstattung und Sicherheit. So entwickelte Saab eine der weltweit ersten Sicherheitsfahrgastzellen. Die schwedischen Hersteller eroberten vor allem mit ihren praktischen Kombis die Märkte in Europa und den USA. (dpa, qui)

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