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Schnee und Eis trotzen

Mit dem Auto sicher durch die dunkle Jahreszeit

Jährlich kommen bei Verkehrsunfällen tausende Menschen auf deutschen Straßen ums Leben. Allein im vergangenen Jahr waren es laut dem statistischen Bundesamt in Wiesbaden 3.275 Menschen und somit 3 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Vor allem im Winter, wenn die Straßen glatt und verschneit sind ist, noch mehr Vorsicht und Konzentration geboten. Das Bundesverkehrsministerium appelliert an deutsche Autofahrer ihre Fahrzeuge winterfest und verkehrssicher zu machen. 

Rechtzeitig an die Winterreifen denken

Es ist das grundlegendste, was der Autofahrer tun kann, um sein Gefährt winterfest zu machen: die Sommerreifen loswerden und die Winterreifen oder neue Ganzjahresreifen aufziehen. Die richtige Bereifung ist für die dunkle Jahreszeit von essentieller Bedeutung. Wenn es einmal zu einer brenzligen Situation kommt, bei der plötzlich gebremst werden muss, macht sich das bezahlt.

Je nach Witterungsverhältnissen verändert sich auch der Bremsweg des Autos. Vergleicht man etwa die Bremswege von Sommerreifen und Winterreifen bei Tempo 100, wenn Schnee auf der Fahrbahn liegt: Während bei Sommerbereifung der Bremsweg zwischen 129 und 193 Metern liegt, brauchen Winterreifen nur zwischen 110 und 139 Metern – laut ADAC-Angaben. Ein Unterschied, der Leben retten kann.

Nicht nur Gefahr durch Eis und Schnee

Herbst und Winter machen es durch teils extreme Wetterbedingungen deutlich schwerer auf den Straßen. Wenn man an sinkende Temperaturen und die winterliche Dunkelheit denkt, kommen einem zunächst Schnee und Eis ein. Sobald die Temperatur im Bereich um die Null Grad liegt, ist ganz besondere Vorsicht geboten. Vor allem an Ampeln und Kreuzungen kann es besonders glatt sein, weil hier häufiger gebremst wird. Untertouriges Fahren, angepasste Geschwindigkeit und das Vermeiden von hektischen Reaktionen können helfen gefährliche Situationen zu vermeiden.

Nicht nur bei Eis und Schnee auf der Straße kann es brenzlig, sondern auch nasses Laub auf der Fahrbahn kann eine Bedrohung darstellen. Dadurch besteht eine erhöhte Rutschgefahr, die ähnlich schlimm sein kann, wie bei Eisglätte. Zusätzliche Risiken sind Nebel, Starkregen, Aquaplaning und Wildwechsel. Vor allem am Morgen und am Abend, wenn die Menschen auf ihren Arbeitswegen sind, kann es durch solche Faktoren vermehrt zu Unfällen kommen.

Für den Notfall gerüstet sein

Wie im Sommer, so auch im Winter sollten Autofahrer immer für den Notfall gerüstet sein. Das ist sogar vom Gesetzgeber so vorgeschrieben. Zu Grundausrüstung gehören eine Warnweste, ein Warndreieck und ein Verbandskasten. Das ist das allermindeste, was im Fahrzeug vorhanden sein muss, andernfalls droht ein Verwarngeld in Höhe von 5 bis 15 Euro.

Daneben gibt es noch weitere Gegenstände, die einem im Ernstfall nützlich sein können. Dazu zählen das Ersatzrad, passendes Werkzeug oder auch Motoröl sowie ein Starthilfeset. Ansonsten nützlich im Winter, aber nicht vorgeschrieben ist der Eiskratzer sowie ein Schwamm oder ein Lappen.

Falls es dann doch zum Unfall kommen sollte, dann lohnt es sich eine Kamera sowie Stift und Zettel im Fahrzeug zu haben, damit alles Nötige für die Polizei und Versicherung festgehalten werden kann. Bei diversen Portalen kann man online KFZ-Versicherungen miteinander vergleichen, damit man auch hier gut gerüstet ist. Gerade im Winter lohnt es sich eine Kaskoversicherung vorzuziehen, da hier mehr Schäden abgedeckt werden können.

Fahrzeug frei räumen

Es gehört zur Pflicht aller Autofahrer im Winter. Das Gefährt hat komplett von Eis und Schnee befreit zu sein. Dabei reicht es nicht einfach nur die Scheiben freizukratzen. Auch Schnee auf dem Dach und der Motorhaube muss komplett entfernt werden. Denn falls hier während der Fahrt etwas aufgewirbelt wird, kann das die eigene Sicht oder die Sicht anderer Autofahrer behindern, wodurch es möglicherweise zu Unfällen kommt.

Auch die Scheinwerfer, Blinker und Rückleuchten müssen komplett befreit sein. Kommen Autofahrer ihrer Pflicht hier nicht nach, dann kann das finanzielle Folgen haben. Auf Schnee- und Eisreste am Fahrzeug wird ein Bußgeld von mindestens 25 Euro verhängt. Je nach Beeinträchtigung können sogar 120 Euro und Punkte auf das Konto in Flensburg fällig werden.

Frostschutzmittel

Wenn die Temperaturen in den Minusbereich fallen, sollte man unbedingt auf die Flüssigkeiten im Auto achten, denn es besteht die Gefahr, dass diese einfrieren. Um den aktuellen Zustand herauszufinden, kann man das Kühlerwasser oder auch die Scheibenwischerflüssigkeit an der Tankstelle oder beim Autohändler überprüfen lassen. So findet man heraus bis zu welchen Minusgraden man überhaupt gerüstet ist. Gegebenenfalls sollte dann, wenn nötig, Frostschutzmittel nachgefüllt werden.

Motor warmlaufen lassen – ja oder nein?

Ganz klar: Nein! Auch, wenn es im Winter noch so schwer ist, sich ins eisig kalte Auto zu setzen: Es ist sogar verboten den Motor laufen zu lassen, um den Innenraum zu wärmen. Aber es ist nicht nur nicht erlaubt, sondern auch schädlich für die Umwelt und auch für den Motor. Denn es wird Kraftstoff verbraucht, ohne, dass der Antrieb etwas davon hat. Dadurch, dass das Auto stillsteht, braucht das Motoröl länger um seine Betriebstemperatur zu erreichen. Dadurch erhöht sich die Reibung im Motor und verschleißt schneller.

Wer es trotzdem macht, muss mit einem Verwarnungsgeld von etwa 10 Euro rechnen. Eine Alternative ist die Standheizung, die im Wageninneren für angenehme Temperaturen sorgen kann, ohne den Motor zu belasten.

Mit diesen Tipps kommt man auf jeden Fall gut durch den Winter. In den meisten Fällen tut man etwas für seine eigene Sicherheit und auch die der anderen Verkehrsteilnehmer. Außerdem kann man seinen Geldbeutel schonen, indem man sich vor Buß- oder Verwarngeldern schützt.

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