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Schilderwald lichten

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Die Deutsche Verkehrswacht befürwortet Versuche zum weitgehenden Verzicht auf Schilder.
Die Deutsche Verkehrswacht befürwortet Versuche zum weitgehenden Verzicht auf Schilder. © dpa

Mit einem weitgehenden Verzicht auf Verkehrszeichen, Ampeln, Fahrbahnmarkierungen und Bordsteine wäre der Verkehr sicherer, sagt die Deutsche Verkehrswacht.

Potsdam (dpa) - Für weniger Verkehrsschilder auf deutschen Straßen hat sich die Deutsche Verkehrswacht (DVW) ausgesprochen. Es sei sinnvoll, das aus den Niederlanden stammende Projekt "shared spaces" (etwa: gemeinsam genutzte Räume) auch hierzulande zu testen.

Das sagte DVW-Vizepräsident Siegfried Brockmann bei der Jahreshauptversammlung des Vereins in Potsdam. Mit einem weitgehenden Verzicht auf Verkehrszeichen, Ampeln, Fahrbahnmarkierungen und Bordsteine sei mehr Verkehrssicherheit erreichbar. In mehreren Bundesländern gebe es Bemühungen, den Schilderwald zu lichten.

Die Straßenverkehrsordnung werde mit dem Projekt nicht außer Kraft gesetzt, betonte Brockmann. Er empfahl eine Pilotphase, in der die Anzahl dieser Versuche begrenzt bleiben solle. Passende Orte müssten sorgfältig ausgewählt werden. So halte er eine Umsetzung an Hauptverkehrswegen oder Straßen mit viel Schwerlastverkehr für nicht denkbar. In Berlin sei die Einrichtung von "shared space"-Projekten an Stellen befürwortet worden, die "geradezu lächerlich" erschienen. Brockmann zufolge eignen sich etwa Wohngebiete oder Straßendörfer mit wenig Durchgangsverkehr für das Vorhaben. Eine Einrichtung in der Nähe von Schulen oder Kindertagesstätten sei ungünstig.

Die Verkehrswacht setzt sich seit ihrer Gründung 1924 für mehr Sicherheit auf den Straßen ein. Die Organisation mit rund 70 000 ehrenamtlichen Mitarbeitern ist nach eigenen Angaben die älteste und größte Bürgerinitiative Deutschlands in der Verkehrssicherheit.

Deutsche Verkehrswacht: www.dvw-ev.de

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