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Sammlerstücke rund ums Auto sind beliebt

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Für 13.000 Euro bekommt man einen Neuwagen – oder diese Sammlung seltener Ferrari-Modelle im Maßstab 1:43, wie ein Auktions-Schlussgebot zeigte.
Für 13.000 Euro bekommt man einen Neuwagen – oder diese Sammlung seltener Ferrari-Modelle im Maßstab 1:43, wie ein Auktions-Schlussgebot zeigte. © dpa/Automobilia Auktion Ladenburg

Automobilia sind begehrte Objekte rund ums Auto haben einen Namen. Ob Lenkräder, alte Werbetafeln oder Marken-Embleme – seltene Exemplare kommen bei Auktionen mittlerweile zu saftigen Preisen unter den Hammer.

Nettopreis 20 000 Euro: Für diesen Betrag erstand ein Bieter im vergangenen Jahr bei einer Auktion in Ladenburg nahe Karlsruhe einen Porsche von 1968. Es handelte sich nicht um ein fahrbares Modell in Lebensgröße. Es war ein knapp ein Meter langes Windkanalmodell mit „kleineren Farbabplatzern, wohl Gulf-Lackierung, ähnlich Le Mans 1971“ – der Porsche Typ 917 LH. „Ein Museumsstück“, so die Veranstalter der Automobilia Auktion Ladenburg.

Das einzige bekannte Exemplar war aber nicht die einzige Devotionalie, die bei der Versteigerung unter den Hammer kam. Auch eine Betriebsanleitung des BMW Typ 507 Achtzylinder von 1957 – „sehr guter Zustand, Rarität, Auflage 500“ – fand zu einem stolzen Preis einen Käufer: Bei 4.300 Euro gab es den Zuschlag.

Automobilia – unter diesem Begriff werden Sammelobjekte bezeichnet, die nahezu alles sein können, mit einer Einschränkung: Sie müssen mit motorisierter Mobilität zu tun haben. Kurz gesagt: Es geht um alles, was „mit Autos, Motorrädern und vielleicht dem Fahrrad zu tun hat“, sagt Marcel Seidel, Geschäftsführer beim Auktionshaus Seidel & Friedrich, das die Automobilia-Auktionen seit 2001 regelmäßig veranstaltet. Nie geht es aber um Fahrzeuge selbst oder Ersatzteile.

Sammelobjekte erzielen hohe Preise

„Auch Werbegeschenke, etwa ein Schminkspiegel für Frauen mit Mercedes-Stern hinten drauf, zählen zu Automobilia“, umreißt Seidel das Betätigungsfeld der Sammelwütigen. Großen Gefallen finden neben historischen Verkaufsprospekten, Rennprogrammen, prestigeträchtigen Autoteilen wie Schaltknüppel oder Kühlerfiguren sogar Zapfsäulen und andere Dinge aus dem Umfeld der motorisierten Mobilität. Im Jahr 2013 wurden allein durch Seidel & Friedrich Objekte für insgesamt rund 2,2 Millionen Euro versteigert. Auf jeden Zuschlagspreis erhebt das Auktionshaus rund 19 Prozent Provision.

Dass teils so hohe Preise zustande kommen, liegt laut Seidel vor allem an der Seltenheit und dem Preis des Autos, dem das Objekt zugeordnet ist. „Wenn das Auto drei Millionen kostet, kann alles, was direkt dazu gehört – eine Betriebsanleitung oder ein Garantieschein – schon mal einige Tausender bringen.“

Devotionalien verstorbener Renn-Legenden

Auch spiele die Legendenbildung eine Rolle – etwa bei Devotionalien rund um verstorbene Rennfahrer. Eine von dem bei der Mille Miglia 1957 mit 28 Jahren tödlich verunglückten spanischen Rennfahrer Alfonso de Portago signierte Fotopostkarte,

„rückseitig mit handschriftlicher Widmung“, wechselte für 3.600 Euro den Besitzer.

Auf Versteigerungen wie der von Marcel Seidel, Bonhams oder des auf diesem Feld ebenfalls aktiven Wiener Auktionshauses Dorotheum, das seine nächste Automobilia-Auktion für den 18. März mit dem Schwerpunkt Kühlerfiguren und Literatur angesetzt hat, kommen Schnäppchenjäger eher selten zum Zuge. Besser eignen sich Automobilia-Börsen. Zum Beispiel während der jährlich in Essen stattfindenden Oldtimer-Messe Techno-Classica (26. bis 30 März) haben Zubehör-Begeisterte die Möglichkeit, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Eine andere Adresse sind die Veterama-Märkte , die im Frühjahr am Hockenheim-Ring (29./30. März) und im Herbst in Mannheim (11./12. Oktober) stattfinden.

Sammler-Szene größer als gedacht

Die Automobilia-Börse in der Klassikstadt in Frankfurt am Main ist noch neu. Sie fand erstmals im November 2013 statt und zog nach Angaben der Veranstalter immerhin rund 40 Händler aus ganz Europa an. „Die Sammlerszene für Merchandising und Fanartikel der Vergangenheit ist größer als gedacht“, sagt Marco Wimmer, Geschäftsführer der Klassikstadt. Nächster Termin ist der 8. und 9. November.

Egal, wo er einkauft, den Automobilia-Fan treibt nach Auskunft von Marcel Seidel vor allem die Sammelleidenschaft an, bei der es manchmal nur noch um die Seltenheit und nicht mehr um den Gegenstand selbst geht. „Sie verselbstständigt sich mitunter. Die Sammelei ist oft auch eine Ersatzbefriedigung“, sagt der Auktions-Veranstalter. „Zum Beispiel, wenn man sich das Auto der Träume nicht leisten kann.“

Am meisten trifft dies wohl bei exotischen Fahrzeugen zu, deren Abbilder als Modellautos zu wahren Sammlerstücken werden. „Das Hobby benötigt nicht so viel Platz und ist oft bedeutend preisgünstiger“, schreiben die Veranstalter der Techno-Classica. Bei der Automobilia-Auktion in Ladenburg brachte eine Sammlung von knapp 300 Ferrari-Modellen von 1946 bis 2010 allerdings auch schon 13.000 Euro. (dmn, dpa)

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