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Umwelt

Peugeot denkt über Klimaschutz-Werbung nach

Autobauer beobachtet Treiben der Umweltpolitiker mit Argusaugen: Geländewagen der Franzosen fährt im Herbst in Deutschland vor.

Frankfurt a.M. - Bislang hält der Burgfrieden in Europas Autobranche in puncto Kohlendioxid-Ausstoß. "Zurzeit keine Werbung", sagt Olivier Dardart, der neue Deutschland-Chef des französischen Autoherstellers Peugeot-Citroën. Um aber auch unmissverständlich klarzustellen, dass der Konzern schon bald umschwenken könnte. "Wir warten noch ein bisschen", sagt der Manager schelmisch. Wenn klar sei, wie die Umweltminister in der Europäischen Union die Autoindustrie bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes an die Kandare nehmen wollen, dann wird der Werbefeldzug entweder beschlossen oder nicht. Und diese Entscheidung werde auf jeden Fall noch in diesem Jahr fallen, betont der Manager.

Peugeot schneidet in Bezug auf den Dreck aus dem Auspuff relativ günstig ab: 154 Gramm pro Kilometer pustete die Konzernflotte 2006 im Schnitt in die Luft. Das Mittel der europäischen Hersteller von Fiat bis Porsche liegt derzeit bei rund 161 Gramm. Peugeot kommt derzeit ziemlich nah an das Ziel von 140 Gramm im Jahr 2008 heran, zu dem sich die in der europäischenLobby Acea zusammengeschlossenen Unternehmen "freiwillig" verpflichtet haben - um gesetzliche Vorgaben zu verhindern. Einher ging damit auch die stillschweigende Übereinkunft, sich nicht gegenseitig das Leben mit CO2-Werbung schwer zu machen. Wenn Kohlendioxid aber zum schlagenden Verkaufsargument werden sollte, dürfte bald Schluss mit lustig sein.

Ein bisschen vermasselt sich Peugeot dabei gerade selbst dieTour. Im Herbst kommt hier zu Lande mit dem 4007 der erste Geländewagen des Konzerns auf den Markt. Mit 156 PS ist dieser nicht gerade ein Einkaufswägelchen. Das aus der Kooperation mit dem japanischen Autobauer Mitsubishi entstandene Fahrzeug puste etwa 170 Gramm CO2 aus dem Auspuff, so Peugeot. Experten halten diesen Wert für etwas untertrieben. Der 4007 wird den Kohlendioxid-Schnitt von Peugeot ohne Zweifel anheben.

Große Produktoffensive

Der französische Autobauer steigt nun in ein Segment ein, dem Kunden zum Beispiel in den USA zunehmend den Rücken kehren. Der Vorstoß mag ein bisschen spät kommen, räumt Dardart ein. Aber aus seiner Sicht nicht für den deutschen Markt. Die Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes geben ihm sogar Recht. Demnach sind die Zulassungen von Geländewagen im vorigen Jahr um 16,5 Prozent in die Höhe geschnellt. Die Franzosen wollen vom 4007 zu Beginn weltweit 15 000 Autos verkaufen, in der Bundesrepublik dürften 2007 wohl nicht ganz 1000 Fahrzeuge abgesetzt werden, hoffen sie.

Peugeot muss sich in diesem und den folgenden Jahren anstrengen, um in Deutschland die Einbußen beim Absatz wieder auszugleichen. Der Marktanteil schrumpfte im vorigen Jahr bei Pkw um 0,3 Punkte auf 3,2 Prozent.

Zum einen versucht Peugeot mit einer "beispiellosen Produktoffensive" gegenzusteuern. Fünf Premieren stehen allein in der aktuellen Periode an. Darunter auch der 207 CC. Das Lockvogelangebot: Er kostet bis Ende April dasselbe wie das Auslaufmodell 206 CC - mindestens 18 450 Euro. Ansonsten beeilt sich der französische Manager zu betonen, dass er von der in der Bundesrepublik grassierenden Rabattschlacht nichts hält: 17 Prozent Nachlass im Schnitt der Branche - das sei einfach ungesund.

Die Franzosen fahren einen anderen Kurs, um der Konkurrenz Kunden abzujagen oder die eigenen weiter an die Löwen-Autos zu binden. "Rundum-Glücklich-Paket" heißt die bis Ende März befristete Aktion für Privatkunden. Sie kombiniert Leasing, Garantie, Wartung, Verschleißreparaturen, Pannenhilfe, Kfz-Haftpflicht und Vollkaskoversicherung für vier Jahre. Kostenpunkt: mindestens 99 Euro pro Monat. Außerdem soll der Service im Verkauf und in den Werkstätten verstärkt werden.

Das erwartete Ergebnis der zahlreichen Bemühungen klingt bescheiden: 3,34 Prozent Marktanteil bei Pkw. Mehr ist aus jetziger Sicht von Dardart 2007 in Deutschland nicht drin. Christine Skowronowski

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