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Peugeot bringt den 207 in einer 175 PS RC-Version

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Mit einem optisch zart und technisch heftig aufgemotzten 207 versucht Peugeot eine alte Tradition für sich am Leben zu erhalten. Fotostrecke: Die "Rennsemmel" Peugeot 207 RC

Saarbrücken - Als Peugeot zu Beginn der achtziger Jahre von seinem Kleinwagen 205 eine hochgerüstete GTI-Version auf den Markt brachte, begründeten die Franzosen damit einen Trend. Inzwischen sind die Zeiten einer Alleinstellung auf dem Feld serienmäßiger Mini-Quasi-Sportler längst vorbei. Trotz vergleichsweise geringer Auflagezahlen, hat heute fast jeder Anbieter ein solches "Gerät" in der Produktpalette.

Mit der Neuauflage der Rennsemmel jetzt als 207 RC ist für Peugeot weniger das Geschäft als vor allem der Erhalt - oder besser die Verteidigung - eines alten Images verbunden. Die Verkaufserfolge des 205 GTI zu wiederholen - davon träumt im Unternehmen ernstlich keiner. Als der 205 GTI vom Markt genommen wurde, waren - auch für Peugeot damals zunächst überraschend - annähernd 300 000 Einheiten verkauft worden. Die gute Idee hatte wie immer ihre Nachahmer. Zu viele, als dass der Erfolg wiederholt werden könnte. Schon der 206 RC fand deutlich weniger Käufer.

Trotzdem und vielleicht wirklich mit ein wenig Trotz: Peugeot hält an der Tradition fest. Beim neuen RC, diesmal mit der Kennziffer 207, hat sich aber einiges geändert, was den französischen Trotz preiswerter und damit vertretbarer macht. So ist der Motor des 207 RC wie beim 150 PS 207 wieder ein Derivat aus der Zusammenarbeit mit BMW/Mini. In der gesteigerten Version bringt der aufgeladene 1,6-Liter Direkteinspritzer jetzt für dieses kleine Fahrzeug gewaltige 175 PS an die Räder.

Und diese Zusammenarbeit mit den Bayern bei der eigentlich teuren Motorenentwicklung führt auch zu optimistischen Hoffnungen bei Peugeot: Mit einem Grundpreis von knapp 21 000 Euro liegt der 207 RC im Feld der Mitbewerber auf einem eher günstigen Platz.

Bei ersten Fahrten rund um Nizza wurde deutlich, dass das Kalkül aufgehen könnte. Die leichten Veränderungen am ohnehin guten Fahrwerk des 207 lassen selbst bei Spitze 220 Kilometer pro Stunde keinen Gedanken von Überdimensionierung des Antriebsaggregats aufkommen. Der Spurt aus dem Stand auf die Marke 100 in 7,1 Sekunden weckt kritische Instinkte. Otto-Normalverbraucher dürfte große Mühen haben, den 207 RC an seine Grenzen zu bringen. Während der 205 GTI noch mit dem Hauch des Abenteuers verbunden war, zeigt sich der 207 RC auch bei den wildesten Manövern fast stoisch im Verhalten. Dank der 240 Newtonmeter an Drehmoment und eines Gewichtes unter 1,4 Tonnen lässt sich der RC nach Sonntagsfahrerart sogar schaltfaul durch die Landschaft bewegen. Der speziell für den Peugeot eingebaute Overboost, der das Drehmoment kurzfristig um 20 Newtonmeter erhöht, erscheint da fast unnötig.

Alltagstauglich

So ausgestattet, ist der RC nicht nur ein "heißer Ofen für sportlich ambitionierte Möchte-gern-Rennfahrer". Dem Fahrzeug ist eine gehörige Portion Alltagstauglichkeit zu attestieren. Das gilt besonders für die Cup-Version (22 000 Euro), die dann auch Dinge wie Einparkhilfe, Komfortpaket oder Geschwindigkeitsregelanlage enthält. Dem Zeitgeist folgend, haben sich die Designer bei den Veränderungen an der Außenhaut des RC eher zurückgehalten. Man muss schon zweimal hinschauen, um ihn von seinen Brüdern zu unterscheiden. Ganz und gar nicht im Zeitgeist liegt mit 171 Gramm pro Kilometer der CO2Ausstoß. Frank W. Methlow

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