1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Auto

Der Opel GT - künftig made in USA

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zieht ab: Der neue Opel GT beschleunigt innerhalb von 5,7 Sekunden von null auf Tempo 100 bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometer pro Stunde.
Zieht ab: Der neue Opel GT beschleunigt innerhalb von 5,7 Sekunden von null auf Tempo 100 bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometer pro Stunde. © GM

Premiere wird der neue GT noch in diesem Februar in der Bundesrepublik haben. Trend zu weniger PS auf dem Alten Kontinent? Fehlanzeige.

Von CHRISTINE SKOWRONOWSKI

Für Chuck Jordan geht nach mehr als 40 Jahren ein Traum in Erfüllung. Endlich könnte er mit "seinem Baby" offen fahren. Nicht mit seiner Frau auf dem Beifahrersitz, sondern mit "seinem Opel GT". Den nämlich hat der frühere Chefdesigner des Rüsselheimer Autobauers in den 60er Jahren kreiert. Der Flitzer, der sich in bestimmten Kreisen zum Kultauto entwickelte, hatte damals jedoch einen Haken - er war auf der Basis eines Kadett entwickelt und damit war auf Grund der Konstruktion das feste Dach programmiert. Nun sei es endlich "abgeschnitten", sagt Jordan und strahlt. "So soll es sein."

Design aus Rüsselsheim

Der "Neue" wird nicht mehr in Deutschland gebaut, sondern in den USA, natürlich stand der alte GT Pate, wie die Entwickler heute betonen. Allerdings ist er viel größer. In die Zeit von Downsizing, dem Hang zu kleineren Automaßen auch in de USA, passt dies jedoch nicht. Der GT ist zwar ein kleiner Sportwagen, aber mit 264 PS, dicken, auffälligen Aluminium-Felgen und Fünf-Speichen-Design, High-Tech-Turbo, aber verbrauchsmindernder Direkteinspritzung, heben Ingenieure der Opel-Muttergesellschaft General Motors hervor. Und: Im Schnitt verbrauche er 9,2 Liter Liter Sprit - wenn der Fahrer nicht ständig allzu kräftig aufs Gaspedal tritt. Aber als "Öko-Auto" ist der Wagen ohnehin nicht konzipiert.

Mal wieder was richtig Aufregendes, urteilt der Ex-Designer über den "Neuen".

Vor mehr als vier Jahrzehnten sei der GT auch auf die Straße geschickt worden, um Opel von seinem biederen Image zu befreien.Was jedoch nicht dazu führte, dass die Modell-Palette der Rüsselsheimer den Autofahrern in den folgenden Jahrzehnten vor lauter Aufregung den Schlaf raubte.

"Jeder Popel fährt 'nen Opel" blieb ein Slogan und ein Ruf, den die Marke lange Zeit nicht los wurde.

Für Jordan gibt es einige Parallelen zu "seinem Baby". Der alte GT sei deshalb ein voller Erfolg gewesen, weil er ein schnittiges Fahrzeug zu erschwinglichem Preis gewesen sei. Und das kam in den USA an, vor allem in Kalifornien. Zwischen 1968 und 1973 wurden insgesamt 108 000 Flitzer made in Germany verkauft, davon gut 70 Prozent in den Vereinigten Staaten. Nun wird er auch für den deutschen Markt in Wilmington, im US-Bundesstaat Delaware, gefertigt. Dahinter steckt System. General Motors hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch zwischen den verschiedenen Werken des Autobauers zu fördern, um damit vor allem auch versteckte Effizienzreserven zu heben. Der Astra wird demnächst nach USA geliefert - der Opel GT kommt aus den USA, wenngleich die damit verbundenen Stückzahlen nicht vergleichbar sind. Aber: 2002 entschied GM, das Konzern-Angebot um einen Sportwagen zu ergänzen, der global einsetzbar ist. Gestaltet - nach historischem Vorbild - in Rüsselsheim bei Opel.

Premiere wird der neue GT noch in diesem Februar in der Bundesrepublik haben. Trend zu weniger PS auf dem Alten Kontinent? Fehlanzeige. "Ausverkauft", sagt Opel-Produkt-Manager Andreas Börner. Die komplette Produktion aus dem vorigen Jahr - an die 3500 Fahrzeuge - sind vorbestellt, gut 1000 von Kunden in der Bundesrepublik, die offensichtlich nicht zögern, dafür gut 30 000 Euro locker zu machen.

Jordan ist überzeugt, dass der neue GT wieder ein Erfolg wird. Er selbst fährt Ferrari, silber. "Aber das hat er früher auch schon gemacht", sagen Opelaner aus Rüsselsheim. Übel genommen hat ihm das niemand - bis heute nicht.

Auch interessant

Kommentare