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Niki Laudas March 711 kommt unter den Hammer

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Damit begann alles: der March 711. Dieser Flitzer aus dem Jahre 1971 war Niki Laudas erster Formel-1-Rennwagen.
Damit begann alles: der March 711. Dieser Flitzer aus dem Jahre 1971 war Niki Laudas erster Formel-1-Rennwagen. © Ampnet

Seine Karriere in der Formel 1 begann 1971. Und sie begann im March 711 mit der Fahrgestellnummer 711-02. Drei Mal wurde Niki Lauda Weltmeister in der Königsklasse. Jetzt wird sein erster Formel-1-Rennwagen in England versteigert.

Die Lindley Hall im Herzen der britischen Hauptstadt ist gut besucht, die Gäste drängen zu den wertvollen alten Automobilen und Motorrädern. Diese werden dort vom Auktionshauses Coys of Kensington unter dem Motto ?True Greats? – wahre Größen – versteigert.

Star der Versteigerung ist der March 711 Formel-1-Rennwagen mit der Fahrgestellnummer 711-02, mit dem der spätere dreifache Weltmeister Niki Lauda 1971 seine Karriere in der Königsklasse auf dem Österreichring in der Steiermark begann - allerdings wegen defekter Lenkung mit einem Ausfall.

In den sieben Rennen der Formel 1-Saison 1971 zuvor hatte der Schwede Ronnie Peterson in diesem Auto mit zwei Podiumsplätze beim Großen Preis von Monte Carlo und dem GP von Silverstone den Grundstein für seine Vizeweltmeisterschaft in diesem Jahr gelegt.

Ein echtes Kultauto der Formel 1

„Eine einzigartige Gelegenheit, eines der kultigsten Autos der Formel 1-Geschichte zu ersteigern“, so rührt Coys die Werbetrommel für den Rennwagen, der voll funktionsfähig sein soll und zur Zeit noch einem Sammler gehört. Dieser legte sich den Wagen 1973 zu und nahm damit in den vergangenen 40 Jahren an zahlreichen Rennen teil.

Einen Mindestpreis teilte das Auktionshaus nicht mit. Er wird sich wohl mindestens im höheren sechsstelligen Bereich befinden.

Nur 710 Bugatti der 57er-Baureihe

Ähnlich verhält es sich mit dem Bugatti Type 57 Series I Ventoux von 1934. Unter der Motorhaube des eleganten, von Jean Bugatti, dem Sohn des Firmengründers Ettore Bugatti, entworfenen 2 + 2-Sitzers arbeitet ein Reihenachtzylinder mit 101 kW / 135 PS. Insgesamt wurden nur 710 Fahrzeuge der Type 57-Baureihe von 1934 bis 1940 produziert.

Ein 1936er Type 57 SC gilt derzeit als teuerstes Auto der Welt. Der Wagen befand sich zuletzt als Prunkstück in einer spanischen Sammlung. Zuvor war es in Frankreich zu Hause und gehörte der Familie Prost in Roanne, aus der auch der ehemalige Formel 1-Pilot Alain Prost stammt.

Ein Mercedes für eine Million Euro

Konkreter, was den Mindestpreis angeht, war das Auktionshaus beim Mercedes 300 SL aus dem Jahr 1955. Unter einer Million Euro für das Coupé mit Flügeltüren ist nichts zu machen.

Den klassischen Sportwagen der 1950er Jahre hatte Mercedes-Benz ursprünglich nicht für die Produktion, sondern als Vorbereitung für die Rückkehr in die Formel 1 gedacht. Erst als der amerikanische Mercedes-Importeur Max Hoffman 1000 Stück orderte, wurden die Pläne geändert.

Alles an dem Fahrzeug, das versteigert werden soll, ist original so wie es am 14. Juli 1955 vom Band lief, Lackierung und Felgen ebenso wie der gesamte Innenraum. Das gilt natürlich auch für den Drei-Liter-Sechszylindermotor.

Ein Lancia für 200.000 Euro

Im Vergleich dazu kommt der Lancia 20/30 HP Tipo 58 „Epsilon“ Corsa (Baujahr 1912) mit einem Mindestpreis von rund 200.000 Euro fast günstig unter den Hammer. Das Auto gilt als ältester funktionsfähiger Lancia der Welt und war Teilnehmer an der Targa Florio 1913. Es gehörte zuletzt Oscar Capellano, der einer der angesehensten Autoren und Historiker der Marke Lancia war und im vergangenen Jahr starb.

Der Erlös für das Fahrzeug soll an eine gemeinnützige Einrichtung für behinderte Kinder in der Nähe von Turin gehen.

Echte Leckerbissen

Unter den insgesamt 48 Autos der Auktion befinden sich als weitere Leckerbissen gleich zwei Ferrari Testarossa, ein Jaguar E Type Roadster und ein Alfa Romeo 1750 6C von 1929, der mehr als 300.000 Euro bringen soll.

Das mit knapp zwei Millionen Euro teuerste Fahrzeug der Auktion wird ein Porsche Werkswagen 904/6 Carrera GTP sein. Damit starteten 1964 Herbert Linge und Robert Buchet vom französischen Porsche-Importeur Sonauto bei der Tour de France Automobile, ein quer durch Frankreich führender Wettbewerb mit Rennen und Rallyesonderprüfungen auf abgesperrten Strecken und belegten den dritten Platz im Gesamtklassement.

Schnellste Viertelliter-Maschine der Welt

Als „ultimatives Weihnachtsgeschenk für Motorradfreaks“ bezeichnet Coys die Indian 1300 Four Model 402 von 1931. Das Zweirad des ersten amerikanischen Motorradherstellers wurde fünf Jahre lang für rund 10.000 Euro total restauriert, Motor und Getriebe völlig neu aufgebaut. Es gilt als ältestes, noch funktionsfähiges Beispiel für die Indian-Vierzylinder-Ära.

Teuerstes Exemplar unter den 18 angebotenen Motorräder der Coys-Versteigerung ist eine Moto Morini 250 Bialbero GP für ein Mindestgebot von etwa 150.000 Euro. Mit der reinrassigen Rennmaschine ohne Zulassung für öffentliche Straßen - mit einem solchen Modell wurde der Italiener Tarquinio Provini 1963 Vizeweltmeister - galt als schnellste Viertelliter-Maschine der Welt. (mit Material von Ampnet, hrr)

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