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Die Mercedes GLC hat ein Facelift bekommen. Wir haben ihn bereits getestet.

Fahrbericht

Der neue Mercedes GLC - Dreckbär und Luxusliner

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Er ist der "Volkswagen" von Mercedes: 1,5 Millionen Exemplare hat Daimler vom GLC (inklusive GLK) schon verkauft. Jetzt gibt es den beliebtesten SUV der Sternenflotte als Facelift.

Vor allem in den USA hat der GLC Coupé neue Kundschaft angelockt: Jung, weiblich und auch noch dem Nebenbuhler abspenstig gemacht. Bei so viel Erfolg (alleine 2018 hat man von GLC und GLC Coupé 400.000 Exemplare weltweit abgesetzt) geht man vorsichtig mit einem Nachfolger um, zumal bei einem Facelift. Und so sind die optischen Veränderungen eher kosmetisch mit einer leicht abgeänderten Frontpartie und schmaleren erstmals serienmäßigen LED-Scheinwerfern. Mehr Chrom im Kühler, Doppel-Lamelle für den normalen GLC, Diamantgrill für das Coupé. Das wars dann schon.

Das steckt im neuen Mercedes GLC

Spannender ist schon das, was bei den 24 Modell-Varianten unter der Haube steckt: Von 163 PS bis zu 510 PS ist alles dabei. Vom luxuriösen City-Liner bis hin zum Dreckbären, der sich durch jedes Gelände wühlt. Unbestrittener Champion ist der AMG GLC 63 S (Grundpreis: ab 86.637 Euro). Mit der gewaltigen Power von 510 Pferdestärken aus der bekannten doppelt aufgeladenen V-8-Maschine ruft er echte Sportwagen-Leistungen ab. 3,8 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer. Jederzeit souverän mit einem Drehmoment von 700 Nm. Etwas krachert ist der AMG vielleicht beim Sound, aber so will es schließlich die Klientel. Auffallen um jeden Preis.

Für Freunde der Superlative hat der GLC ebenfalls was in petto. Mit einer Rundenzeit von 7.49,369 Minuten düste ein Mercedes-AMG GLC 63 S 4matic+ durch die legendäre Nordschleife am Nürburgring. Seitdem darf man sich mit dem Titel "der schnellst SUV der Welt" auf dieser Strecke schmücken. Offiziell gemessen und notariell beglaubigt.

Passend dazu: Mercedes stellt den neuen GLS vor - wir waren vor Ort dabei.

Offroad: So fährt sich der Mercedes GLC

Von der Rennstrecke ins Gelände. Hier fällt der GLC von Natur aus auf. Niemand traut dem eleganten Auto zu, dass er sich durch jeden Schlamm wühlt, überflutete Furten passiert und notfalls auch auf drei Rädern durch das Gelände tänzelt. Dabei packt er bis zu 35 Grad Seitenneigung, bei Steigungen schafft er locker 70 Prozent. Für Off-Road-Freaks wurde der GLC noch verbessert. Einmal durch einen robusteren Unterboden oder mit neuen technischen Leckerbissen: Um bei extremen Steigungen ein seitliches Wegrutschten zu verhindern, schaltet der SUV im Notfall automatisch in den Rückwärtsgang und sorgt so für ein stabiles Zurückgleiten.

In Verbindung mit der Luftfederfahrwerk Air Body Control lässt sich das Auto um 15 mm absenken oder um 15 mm erhöhen. Dazu noch das Offroad Programm - dann sind es sogar 50 mm. So entsteht eine Bodenfreiheit von 245 mm - ausreichend für die einheimischen Feld-, Schotter und Schlammwege.

Schafft der neue Mercedes GLC die versprochene Seitenneigung im Gelände?

Bei unserer Testfahrt auf einem präparierten ADAC-Kurs gingen wir mit dem GLC an seine Grenzen. 35 Grad Seitenneigung haben wir trotz mutiger Kurvenfahrt nicht ganz erreicht, aber schon bei den erreichten 33 Grad fühlt man sich wie Steilwand-Kitty auf dem Oktoberfest. Und zwar nach zwei Maß.

Ebenfalls nichts für schwache Nerven ist der Downhill-Assistent. Oben auf der Kuppe, mit der Motorhaube in der Luft tasten wir uns blind ganz langsam nach vorne. "Und jetzt gehen Sie von der Bremse", sagt der Instruktor. Mit Gottvertrauen in Mercedes und Technik stürzen wir uns zu Tale. Von wegen stürzen. Jetzt übernimmt das Auto die Kontrolle und lässt 1.825 Kilogramm Auto nebst zwei Passagieren sanft den Steilhang hinabrollen. Tolles Gefühl.

Auch interessant: So spannend ist der neue Elektro-SUV Mercedes EQC.

Wie umweltfreundlich ist der neue Mercedes GLC?

Wer weder auf Gelände Wert legt noch mit einem AMG protzen will - Mercedes hat auch Neuigkeiten bei den Motoren zu bieten. Sauber: Es gibt einen 245-PS starken Diesel, der mit einem zweiten SCR-Katalysator ausgestattet, sogar Euro 6d erfüllt und um die sechs Liter brauchen soll. Damit erreicht der Selbstzünder schon jetzt die Abgasnorm, die ab Januar 2020 von der EU vorgeschrieben ist. Wer nicht so viel Power braucht, kann den Diesel auch mit 194 oder 163 PS bestellen.

Noch spannender ist jedoch der Vierzylinder-Benziner (197 oder 258 PS) mit 48-Volt-Bordnetz und Startergenerator. Also einer zusätzlichen E-Maschine, die zwar nur 14 PS beisteuert, dafür aber mit einem Drehmoment von 150 Nm eine gewaltige Schippe drauf legt beim Abzug. Damit ist man mit dem GLC (fast) so sportlich unterwegs wie mit einem AMG.

Luxusliner oder Dreckbär? Der Mercedes GLC verbindet beides.

Auf der anderen Seite sind auch umweltfreundliche Fahrweisen wie Segeln möglich: Das heißt der Verbrenner schaltet sich auf ebenen oder leicht abschüssigen Strecken komplett ab, die Geschwindigkeit wird durch den kleinen E-Motor aufrechterhalten. Erst wenn man Gas gibt, oder wenn die Batterie droht leer zu werden, springt der Verbrenner wieder am. Das soll man auch beim Verbrauch merken. Der liegt um die 7,5 Liter, damit ist man fast schon auf Augenhöhe mit einem vergleichbaren Diesel.

Noch im Sommer will Mercedes auch in dieser Klasse bei den Hybriden nachrüsten. Dann soll das Zwitter-Antrieb aus einem größeren E-Motor mit einer aufladbaren Batterie und einem Verbrenner auf den Markt kommen. Daimler will seine Elektrostrategie bis 2020 ja vor allem im Hybrid-Sektor ausbauen.

Fazit: Der "Volkswagen" von Mercedes ist einer für alle. Mit den neuen Motoren auch auf der Höhe der Zeit. Und wer vor seiner Zeit sein will, kann mit dem GLC F-Cell ein echtes Wasserstoffauto fahren.

Lesen Sie auch: Der Mercedes AMG C 63 im Test auf der Rennstrecke.

Rudolf Bögel 

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