Mercedes CLS: Die zweite Generation kommt

Bei Mercedes startet kurz nach dem Jahreswechsel die nächste Generation des CLS. Deutlich sportlicher, ein wenig größer, ...

Berlin. Bei Mercedes startet kurz nach dem Jahreswechsel die nächste Generation des CLS. Deutlich sportlicher, ein wenig größer, sparsamer und mit mehr Assistenzsystemen ausgestattet als je zuvor, startet sie zunächst zu Preisen ab 63 427 Euro.

Bis auf den Namen und die vier rahmenlosen Türen gibt es wenig, was beim neuen CLS noch an den Vorgänger erinnert. Schließlich stammt die Form aus der Feder des neuen Designchefs Gorden Wagener, der den CLS als Stil-Ikone und Botschafter seiner künftigen Formensprache bezeichnet. Deshalb hat er besonders tief ins Blech gegriffen, dem Viertürer ein unverwechselbares, kraftvolles Gesicht gezeichnet, die Flanken muskulös modelliert und den fließenden Abschluss kurz und knackig gehalten. In Bausch und Bogen wird so aus der gesitteten Limousine ein leidenschaftlicher Gran Turismo für vier Personen.

Luxuriöse Landschaften aus Lack und Leder

Die Insassen haben trotz des leicht gewachsenen Formats noch immer weniger Platz als in der E-Klasse und müssen vor allem im Fond ein bisschen den Kopf einziehen. Doch schweift der Blick dafür über eine luxuriöse Landschaft aus Lack und Leder. Natürlich kann man hier und da problemlos die Parallelen zur Großserie erkennen. Aber mit viel neuem Chrom, mehr Holz und dezentem Feinschliff etwa an Lenkrad und Instrumenten wähnt man sich fast in einer besseren Welt. Kein Wunder, dass die Kunden den CLS näher bei der S- als der E-Klasse sehen und deshalb bereitwillig knapp zehn Prozent Preisaufschlag hinnehmen.

Aber der CLS will ein Auto für Herz und Vernunft sein. Deshalb punktet der Wagen auch mit jeder Menge neuer Technik. Zum ersten Mal baut Mercedes hier auf Wunsch Scheinwerfer ein, die alle verschiedenen Lichtfunktionen mit LED-Technik darstellen. Es gibt künftig serienmäßig neun Airbags, und die Aufpreisliste führt ein glattes Dutzend Assistenzsysteme. Die Elektronik wacht über die Aufmerksamkeit, hält den Wagen aktiv in der Spur, schaut in den Toten Winkel, leuchtet bei Nacht alle Ecken aus, liest die Verkehrsschilder. Sie nimmt dem Fahrer auf Wunsch sogar das Einparken ab. Denn mit seiner neuen elektromechanischen Lenkung kurbelt sich der CLS auch alleine in die Lücke.

Bis zu 25 Prozent weniger Verbrauch

Auch unter der Haube beginnt eine neue Zeitrechnung. Alle Motoren wurden ausgetauscht, werden mit einer siebenstufigen Automatik samt Start-Stopp-Funktion und regenerativen Bremsen kombiniert und sind deshalb bis zu 25 Prozent sparsamer. Schon das aktuelle Basistriebwerk hat genügend Kraft für weite Reisen mit hohem Tempo. Der V6-Diesel holt aus drei Litern Hubraum 195 kW/265 PS und schiebt den Wagen mit maximal 620 Nm vehement voran. Während aus dem Motorraum nur ein dumpfes, fernes Grollen zu hören ist, reichen dem CLS 6,2 Sekunden bis Tempo 100. Und nur die Elektronik sorgt dafür, dass der Spaß bei 250 km/h wieder vorbei ist.

Später wird die Auswahl der Motoren schnell wachsen. Ein CLS 250 CDI mit dem ersten Vierzylinder-Diesel und 204 PS ist ebenso versprochen wie ein CLS 500, unter dessen Haube der neue V8-Benziner mit Direkteinspritzung und Doppelturbo arbeitet. Und auch die Kollegen beim hauseigenen Tuner AMG haben den neuen CLS bereits in ihren Fängen. Schon auf der Autoshow im November in Los Angeles ziehen sie deshalb das Tuch vom CLS 63 AMG.

Vorreiter denkt schon weiter

Aber damit ist es offenbar noch nicht genug: Mercedes will seinen Vorsprung unter den Freisinnigen in der gehobenen Mittelklasse halten und den Nachahmern weiter voraus fahren. Während Konkurrenten wie der Audi A7 oder das Gran Coupé des BMW Sechser gerade erst auf den Weg gebracht werden, denken die Schwaben deshalb schon einen Wagen weiter und planen mit ähnlich schwungvollem Design das erste Kombi-Coupé in dieser Klasse. Einen Vorgeschmack darauf haben sie mit ihrer Shooting-Break-Studie dieses Frühjahr in Peking bereits gegeben.

Der CLS ist schön anzuschauen, gut zu fahren, sparsam und sicher. So ist er auch in der zweiten Generation die bessere E-Klasse ­ zumindest wenn man die meiste Zeit zu zweit unterwegs ist. Dieser Mercedes kann sich sehen lassen: Er ist komfortabler als das Coupé und preiswerter als die S-Klasse. Wer nicht an Dienstwagenregeln gebunden ist, sich von den klassischen Konventionen lösen kann und den Nachwuchs aus dem Haus hat, ist im CLS gut aufgehoben. (dpa-infocom)

Datenblatt: Mercedes CLS 350 CDI
Motor und Antrieb: Sechszylinder-Commonrail-Diesel
Hubraum: 2987 ccm
Max. Leistung: 195 kW/265 PS bei 3800 U/min
Max. Drehmoment: 620 Nm bei 1600 bis 2400 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: Siebengang-Automatik mit Start-Stopp-System
Maße und Gewichte
Länge: 4940 mm
Breite: 1881 mm
Höhe: 1416 mm
Radstand: 2874 mm
Leergewicht: 1815 kg
Zuladung: 485 kg
Kofferraumvolumen: 520 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,2 s
Durchschnittsverbrauch: 6,0 Liter/100 km
Reichweite: 980 km
CO2-Emission: 159 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: EU5
Kosten
Basispreis der Modellreihe: 63 427 Euro
Grundpreis des CLS 350 CDI: 63 427 Euro
Typklassen: liegen noch nicht vor
Kfz-Steuer: 363 Euro/Jahr
Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: ESP, neun Airbags, Aufmerksamkeitsassistent
Komfort: Klimaautomatik, CD-Radio, Automatikgetriebe

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