Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kia Carens

Kompaktes Raumwunder

Fahrbericht: Dem neuen Kia Carens ist kein wirklicher Mangel zu beweisen. Gelegentlich sind in der "war alles schon einmal da" Autowelt von heute noch kleine Wunder möglich. Eines von den eher bescheidenen dieser Art hört auf den Namen Carens. Fotostrecke: Kia Carens

Von FRANK W. METHLOW

Gelegentlich mit Trend zu selten sind in der "war alles schon einmal da" Autowelt von heute noch kleine Wunder möglich. Eines von den eher bescheidenen dieser Art hört auf den Namen Carens. Das mit dem ungewöhnlichen "Cee'd" zusammen neuste Modell der koreanischen Erfolgsmarke Kia ist dabei so bescheiden unauffällig, dass nur systematisches Vorgehen eine rationale Begründung für die Wunder-Theorie ermöglicht.

Zunächst: Der Carens ist bescheiden gewachsen: In jeder Dimension um runde fünf Zentimeter. Was äußerlich ohne direkten Vergleich mit dem Vorgänger kaum auszumachen ist, gerät gegenüber selbigem aber zum großen Vorteil. Der neue Carens ist ein richtiges kleines Raum-Erlebnis.

Vier weit öffnende Türen geben den Weg in einen geräumigen Fünfsitzer frei. Die vorderen "Hochsitze" lassen sich auch auf größere Europäer anpassen (elektrisch, mit Sitzheizung und Teilleder für 1775 Extraeuro). Da zeigt sich, dass bei der Entwicklung die europäische Kia-Dependance nicht nur ordentlich mitreden durften. Eigentlich ist ein typisch europäisch gestaltetes Auto entstanden. Kleines Manko bei der Funktionsprüfung: Das griffige Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen.

Zugelegt hat der Carens auch bei der Innenraumgestaltung. Da ist nichts mehr verspielt oder verschnörkelt. Alle Bedienelemente sind klar, übersichtlich und gut erreichbar. Und die gewölbte Mittelkonsole ist richtig schick.

Völlig neu: Unser Diesel in Top-Ausstattung (EX Top) von drei erhältlichen Paketen ist mit einer dritten, voll versenkbaren Sitzreihe im Kofferraum ausgestattet (Aufpreis 615 Euro). Das Ausklappen ist kinderleicht und auch für zarteste Frauenhände kein Problem. Der Einstieg über die ebenfalls einfach nach vorne zu klappenden Sitze der zweiten Reihe wird nur für Beleibte zum echten Hindernis. Dort angekommen, fühlen sich Menschen bis 1,70 Meter durchaus wohl. Das ist in dieser Fahrzeugklasse einmalig. Um der Vollständigkeit die Ehre zu geben: Der normal 320 Liter Kofferraum schnurrt dann auf magere 80 Liter zusammen: Das langt schon nicht mehr für den Wochenendausflug von jenen sieben Personen.

Also: Alles wieder eingeklappt und die zweite Reihe umgeklappt: entstanden ist eine - bis unter das Dach gestopft - sagenhafte 2000 Liter große Ladehöhle mit glattem Boden. Damit lässt sich der Umzug in die Studi-Bude der ältesten Tochter meistern.

Bei dieser (möglicherweise bis ans Limit von 598 Kilo genutzten) Volllast zeigte sich eine zweite Qualität des Carens. Das neue Fahrwerk aus der Bauteilschublade des Magentis verhilft dem Carens auch bei einer solchen Tortur zu noch immer unproblematischem Fahrverhalten. Dafür sind auch die variablen, sich der Zuladung anpassenden Stoßdämpfer verantwortlich. Und Pluspunkt zwei: Im bergigen Gelände des vorderen Odenwaldes zeigt der zum Hilfslastwagen degradierte Carens sich durchaus noch von der spritzigen Seite. Das ist dem 2,0-Liter Diesel gedankt, der sich mit seinem Drehmoment von 305 Newtonmetern zwischen 1800 und 2500 Motordrehungen in der Minute nicht im geringsten Beeindrucken lässt.

Im stets vom Verkehrsinfarkt gefährdeten Darmstadt angekommen, zeigt sich ein weiteres Plus: Bei aller inneren Größe ist der Carens äußerlich so kompakt und übersichtlich, dass er sich ohne große Mühen durch enge Gassen bewegen und in noch engere Lücken einparken lässt.

Nach einigen Tagen glücklichen Fahrens (Der Carens hat den Geldbeutel trotz Odenwald und Möbelkisten mit nur 6,9 Liter Dieselöl für die 100 Kilometer belastet) kommen erste Bedenken (da muss doch was zu finden sein). Die bucklige Verwandtschaft wird herbeizitiert und soll beim Suchen helfen. Nach einer ausgedehnten Fahrt ins Eiscafé nach Heidelberg und zum Abendessen nach Wiesbaden (natürlich alles auf Kosten des Hauses) kommt der lapidare Kommentar: Den solltest du kaufen. Was wieder mal beweist: Der Clan ist für aber auch gar nichts zu gebrauchen.

Bleiben die Preise als letztes Halteseil journalistischer Glaubwürdigkeit. Die hatten mit dem neuen Modell schon vor der Mehrwertsteuererhöhung leicht angezogen. Kia argumentiert mit verbesserter Ausstattung. Und mit der Mehrwertsteuererhöhung bleibt nur noch die spartanische Version "Basis" (Nur mit dem Benzinmotor) noch unter der 20 000 Euro Marke. Im Vergleich zur Konkurrenz und unter Berücksichtigung der Kia üblichen, guten Ausstattung gibt auch das noch keinen ausreichenden Kritikpunkt ab.

Fazit: Der neue Kia Carens hat innere Größe bei kompakten Außenabmessungen. Das richtige Mobil für die junge Familie mit bis zu drei Kindern, die auch mal einen Klassenkumpel mitfahren lassen wollen. Das Fahrverhalten und der Verbrauch sind ohne Makel - gleiches gilt für die Verarbeitung. Kurzum: Viel Auto für das Geld.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare