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Kinder im Norden und Osten verunglücken öfter

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Unfälle mit Kindern bis 14 Jahren verteilen sich bundesweit nicht gleichmäßig. Eine Studie zeigt vielmehr, dass regionale Unterschiede typisch sind.

Bergisch Gladbach (dpa) - Für Kinder in den nördlichen und östlichen Bundesländern ist das Unfallrisiko im Straßenverkehr erheblich größer als für Jungen und Mädchen im Süden Deutschlands.

In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg verunglückten nach jüngsten Daten aus dem Jahr 2005 mit etwa 400 Kindern pro 100 000 Einwohnern unter 15 Jahren die meisten Jungen und Mädchen. Es folgen Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt mit mehr als 350 Kindern, wie aus dem erstmals erstellten "Kinderunfallatlas" der Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach bei Köln hervorgeht.

In Berlin, im Saarland, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wurden mehr als 300 verunglückte Kinder gezählt. Baden-Württemberg und Bayern sind in der Statistik mit rund 280 Unfällen registriert und rangieren damit vor Thüringen und Hessen. In der Studie werden erstmals Unfall-Zahlen von Kindern genau nach Unfallart und Unfallort aufgeschlüsselt.

Es zeige sich deutlich, dass sich Unfälle mit Kindern bis 14 Jahren nicht bundesweit gleichmäßig verteilen, sondern regionale Unterschiede typisch seien. Jungen sieht die Untersuchung als Fußgänger oder Radfahrer stärker gefährdet als Mädchen. Insgesamt sinken die Unfallzahlen von Kindern seit Jahren kontinuierlich. 2005 verunglückten im Straßenverkehr 438 804 Menschen, davon 36 954 Kinder.

Der "Kinderunfallatlas" schlüsselt die Unfallzahlen genau nach Regionen bis hin zu einzelnen Landkreisen und Gemeinden auf und unterteilt dabei in Kinder als Radfahrer, Fußgänger und Mitfahrende in Autos.

Bei Radfahrern stellen die Autoren der im März 2008 verfassten Studie ebenfalls ein Nord-Süd-Gefälle fest. In Bremen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg verunglücken die meisten jungen Radfahrer, in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen die wenigsten.

Bei den Fußgängern verunglücken mit 120 die meisten Kinder in Berlin, dicht gefolgt von Hamburg und Bremen. Mit etwas Abstand folgt Nordrhein-Westfalen mit etwa 100 in Unfälle verwickelten Fußgängern unter 15 Jahren. Am besten ist die Situation in Bayern mit knapp 60 Unfällen.

In Autos mitfahrende Kinder in Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen sind relativ selten von Unfällen betroffen. Bayern schneidet hier mit mehr als 100 verunglückten Kindern eher schlecht ab.

Nach Städten sei das Risiko für Kinder in Hannover, Bremen, Düsseldorf und Hamburg am größten, in Leipzig, München und Nürnberg hingegen am geringsten, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus". Der "Atlas" solle den Druck auf die Verantwortlichen in den Kommunen erhöhen, die Verkehrssicherheit zu verbessern, sagte Studienleiterin Nicola Neumann-Opitz dem Magazin.

Bundesanstalt für Straßenwesen: www.bast.de

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