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Japanischer Kraftzwerg

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Auch wenn der TS das sportliche Spitzenmodell des Toyota Yaris ist: Die Japaner sehen in dem Kraftzwerg keinen Rennwagen, sondern eher einen "sportlichen Kompaktwagen". Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Fotostrecke: Toyotas sportlicher Yaris TS

Von GÜNTHER KOCH (NIZZA)

Auch wenn der TS das sportliche Yaris-Spitzenmodell von Toyota ist: "Wir haben ihn bewusst nicht als Sportler konzipiert, der auf der Rennstrecke Rekorden hinterher jagen soll", sagt Produktmann Michael Potthast bei der Fahrvorstellung im südfranzösischen St. Paul de Vence bei Nizza. Die Japaner sehen ebenfalls in der Neuauflage, die jetzt zu Preisen noch unter 18 000 Euro als Drei- und als Fünftürer bei den Händlern steht, einen, wie Potthast ihn nennt, "sportlichen Kompaktwagen". Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der gerade einmal 3,8 Meter kleine Kraftzwerg ist ziemlich dynamisch gestylt. Er rundet die zwischen Aygo und neuem Auris positionierte Kleinwagen-Klasse der Japaner nach oben ab. In Europa ist der Yaris der meistverkaufte Toyota, bei uns rangierte das in Frankreich mittlerweile schon über eine Million Mal vom Band gelaufene Schrägheck-Modell zuletzt hinter dem Corolla auf Platz zwei.

Und das hat seine Gründe, die unter anderem in dem für ein Auto dieser Größenordnung fast schon großzügigen Raumangebot, in der verschiebbaren Rückbank, der hohen Sicherheit und den ordentlichen Fahrleistungen liegen. Hinzu kommt: Der Yaris, der hierzulande im Umfeld von Ford Fiesta, Opel Corsa oder VW Polo als Benziner mit 70 und 87 PS sowie als Diesel mit 90 PS angeboten wird, ist zuverlässig, wirtschaftlich und sogar durchaus wertstabil.

Auf Krawall ist der TS keineswegs gebürstet. Ganz im Gegenteil hebt er auf engagiert-ambitionierten, aber immer noch kultiviert-agilen Fahrspaß ab. Wofür der neue 1,8-Liter-Benziner steht. Das kompakte 133-PS-Aggregat beschleunigt das leer nur um die 1200 Kilogramm schwere Leichtgewicht in etwas mehr als neun Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die höchste Geschwindigkeit liegt noch unter 200 Kilometern pro Stunde an. Beim Verbrauch soll sich der kleine Japaner im Schnitt mit leicht über sieben Liter begnügen. Neben den Einlass- sind erstmals auch die Auslassventile des Vierzylinders variabel steuerbar, was für effektivere Verbrennung, mehr Leistung und weniger Verbrauch sorgt.

Zuviel Gepäck für einen Renner

Das dynamische Potenzial des wendigen und fahrstabilen TS liegt ziemlich hoch. Die Entwickler haben dem Rechnung getragen, etwa mit einem im Vergleich zur zweiten Yaris-Generation tiefergelegten und straffer abgestimmten Serien-Sportfahrwerk sowie einer direkteren Servolenkung. Das kurz übersetzte Fünfgang-Getriebe passt gut zum gesamten Charakter des über die vorderen Räder angetriebenen Wagens. Die Ausstattung, vor allem was die Sicherheit betrifft, kann sich sehen lassen. Abstriche an Variabilität und Flexibilität im funktionellen Innenraum mit Sitzen, die sehr gut Halt bieten, gibt es nicht; ins vorher nur 275 Liter fassende Gepäckabteil passen am Ende noch knapp über 1180 Liter hinein. In der Tat wohl zu viel, um Renngeschichte zu schreiben. Aber praktisch, um im sportlichen TS-Alltag für ausreichend Punkte zu sorgen.

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