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Elektroautos boomen nicht überall: Darum sind sie Süden viel beliebter als im Osten

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Von: Marcus Efler

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Die Nachfrage nach Elektroautos ist ungebrochen – allerdings mit starken regionalen Unterschieden. Vor allem der Osten verschmäht die Stromer.

Berlin – Hohe Spritpreise und die Innovationsprämie machen es möglich: Der Absatz von Autos mit Stecker hat auch im vergangenen Jahr stark zugelegt. 681.410 Neuzulassungen von förderfähigen Stromern und Plug-in-Hybriden registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt 2021, wovon die reinen Elektroautos etwas mehr als die Hälfte stellten. Trotz langer Lieferzeiten, die letztendlich die Förderung gefährden, ist das Interesse ungebrochen.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Doch dieses ist innerhalb Deutschlands keineswegs gleichmäßig verteilt: Es gibt ein starkes regionales Gefälle bei der Stromer-Nachfrage. Vor allem der Unterschied zwischen Süd- und Ostdeutschland ist auffällig.

Autofahrer und Firmen in Bayern und Baden-Württemberg kaufen nämlich, gemessen an der Einwohnerzahl, ungefähr doppelt so viele reine Elektroautos oder Plug-in-Hybride wie in jene in Ostdeutschland. Das enthüllt eine Studie des ICCT (International Council on Clean Transportation). Für ihre Erhebung hat die gemeinnützige Organisation die Zulassungen des Jahres 2020 ausgewertet, in dem bundesweit fast 400.000 (teil-)elektrische Pkw neu in den Verkehr kamen.

In den südlichen westdeutschen Bundesländern zählten die Forscher pro 1000 Einwohner rund sechs Neuzulassungen von Autos mit Elektromotor. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen dagegen waren es durchschnittlich nur drei, also etwa die Hälfte.

E-Auto
Elektromobilität ist besonders in Süddeutschland populär. (Symbolbild) © Christoph Dernbach/dpa

Manche Landkreise in Süddeutschland, etwa Emmendingen in Baden-Württemberg und Rhön-Grabfeld in Bayern, stechen besonders hervor: Hier kauft schon jeder dritte ein Auto, mit dem er (auch) per Akku-Energie fahren kann.

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Gründe dafür glaubten die Experten mehrere zu finden. So sei in den Elektro-Boom-Regionen die (insgesamt eher löcherige) Lade-Infrastruktur dichter als im Osten. Auch das höhere Pro-Kopf-Einkommen in den beiden westdeutschen Bundesländern könne eine Rolle spielen. Ebenso das dortige offenbar stärker ausgeprägte Umweltbewusstsein: Je mehr Menschen für die Grünen stimmen (laut Stimmenanteil bei der letzten Wahl zum EU-Parlament), desto höher sei der Anteil von Elektroautos.

Um das Gefälle auszugleichen, schlägt die Organisation Subventionen auch für ältere gebrauchte Elektroautos vor, sowie eine fortgesetzte Förderung von privaten und öffentlichen Ladestationen.

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