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Noch immer halten sich viele Irrtümer rund ums Parken.

Bußgelder vermeiden

Die größten Irrtümer rund ums Parken

Gibt es ein Knöllchen, wenn man auf der linken Seite parkt? Darf ich so lange parken wie ich will, wenn der Parkautomat defekt ist? Rund ums Parken halten sich viele Irrtümer. Hier lesen Sie, wie Sie Bußgelder beim Parken vermeiden.

Der tägliche Kampf um den Parkplatz. Vor allem Autofahrer in Großstädten können ein Lied von der Parkplatznot singen. Die immer größer werdenden Modelle und die vielen SUVs finden kaum noch Platz. Und wenn man endlich einen freien Platz entdeckt hat, fängt der Ärger erst richtig an. Auf Parkplätzen gelten ganz eigene Regeln, zudem verwirren unzählige Verbote und Schilder die Verkehrsteilnehmer. Hier gibt es alle Infos rund ums Parken:

Parken auf Geh- und Radwegen

Ganz grundsätzlich gilt: Auto- und Motorradfahrer die auf Geh- und Radwegen parken, riskieren nur dann kein Bußgeld, wenn dies ausdrücklich durch entsprechende Beschilderung oder Markierungen erlaubt wird, erklärt der ADAC.

Halten in zweiter Reihe

Halten in zweiter Reihe ist generell unzulässig und nur Taxen erlaubt, die Fahrgäste ein- oder aussteigen lassen.

Parken auf Behindertenstellplätzen

Wer auf Behindertenparkplätzen unberechtigt parkt, wird mit einem Verwarnungsgeld von 35 Euro belegt; das Fahrzeug kann abgeschleppt werden.

Parken auf schmalen Straßen

Parken ist auf schmalen Straßen gegenüber Grundstücksein- und -ausfahrten nicht zulässig. Ob eine Straße schmal im Sinne dieser Vorschrift ist, richtet sich nach der Behinderung, die das Parken auf der gegenüberliegenden Seite verursacht. Als schmal wird eine Fahrbahn dann angesehen, wenn sie weniger als 3,50 Meter breit ist, gemessen am Fahrzeug, das einbiegt, und dem Fahrzeug, das gegenüber der Einfahrt geparkt ist.

Parkplatz freihalten

Es ist nicht erlaubt, einen Parkplatz freizuhalten. „Das wäre eine Nötigung durch den Fußgänger, denn er zwingt einem Autofahrer eine Verhaltensänderung auf“, so ein ADAC-Sprecher. Auch wenn sich die meisten Fälle im Alltag von selbst erledigten, könnte ein Richter den Fußgänger zu einer Geldstrafe verurteilen, hinzu kämen Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Auch mit Stühlen oder anderen Gegenständen dürfen Stellplätze nicht freigehalten werden, wie dies etwa bei Umzügen oft gemacht wird. „Wer auf diese Weise ein Hindernis im Verkehr bereitet oder die Straße unzulässig nutzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit“, so der ADAC-Sprecher.

Die richtige Seite

Grundsätzlich darf nach der Straßenverkehrsordnung nur am rechten Fahrbahnrand geparkt werden – das Linksparken ist verboten. Wer auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Lücke entdeckt und kurzerhand über die Mittellinie fährt, um das Auto entgegen der ursprünglichen Fahrtrichtung einzuparken, muss mit einem Bußgeld von 15 Euro rechnen.

Ausnahme: Eine Ausnahme gilt nur in Einbahnstraßen und wenn am rechten Fahrbahnrand Straßenbahnschienen verlaufen, dann darf auch links geparkt werden.

Richtig abgestellt, trotzdem abgeschleppt

Selbst ein ordnungsgemäß abgestelltes Auto darf in manchen Fällen abgeschleppt werden. Das kann passieren, wenn eine Baustelle eingerichtet wird.Die Schilder müssen aber 72 Stunden vor Beginn des Halteverbots aufgestellt worden sein.

Führerscheinentzug durch Falschparken

Wer trotz zahlreicher Knöllchen ständig falsch parkt, riskiert seinen Führerschein. Der Fahrer kann zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) geschickt werden und, wenn diese nicht bestanden wird, den Führerschein verlieren.

Parken mit Saisonkennzeichen

Wer ein Saisonkennzeichen hat, darf außerhalb dessen Gültigkeitszeitraums sein Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen und Plätzen parken. Es droht sonst ein Bußgeld von 40 Euro.

Die Fallen bei der Parkscheibe

Oft sind Parkscheibe oder Parkschein vorgeschrieben. Ist das Parken nur mit einer Parkscheibe erlaubt, muss diese dem Zeichen 318 der StVO entsprechen. Vor allem Format und Farbe sind dabei wichtig. Sie muss gut von außen lesbar sein. Ist dies nicht der Fall, hat der Autofahrer je nach Parkdauer ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn bis 30 Euro zu zahlen. Die manuelle Parkscheibe ist immer zur vollen oder zur halben Stunden einzustellen.

Elektronische Parkscheiben sind nur dann gültig, wenn sie eine Typengenehmigung haben und sich nach dem Abstellen des Fahrzeugs die Einstellung nicht ändert. Die so genannten mitlaufenden Parkscheiben mit Uhrwerk in Form der manuellen Parkscheibe sind hingegen nicht erlaubt.

Wichtig: Parkscheine und -scheiben müssen auch an einem Motorrad angebracht werden. Sonst droht ein Bußgeld.

Laut Paragraph 13 der StVO darf auch an defekten Parkscheinautomaten oder Parkuhren nur bis zur angegebenen Höchstparkdauer geparkt werden. Außerdem ist in diesem Fall eine Parkscheibe zu verwenden.

Gute Nachrichten: Beim Halten zum Ein-/und Aussteigen oder Be-/und Entladen braucht man nicht zu zahlen.

Regeln auf Frauenparkplätzen

Häufig gibt es in Parkhäusern in der Nähe der Ausgänge Frauenparkplätze. So mancher männlicher Autofahrer fragt sich, ob es verboten ist, den Wagen dort abzustellen. Rein rechtlich ist es jedoch egal, wer dort parkt. Trotz entsprechender Beschilderung müssen Männer laut Straßenverkehrsordnung kein Verwarnungs- oder Bußgeld befürchten.

Wichtig: Mit Konsequenzen müssen Männer trotzdem rechnen. Der private Parkraumbetreiber kann vom Autofahrer verlangen, seinen Wagen wegzufahren. Kommt der Autofahrer der Anweisung nicht nach, droht im schlimmsten Fall eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch (mit Material der dpp und Ampnet/rk).

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