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Am 13. Januar 2015 startet im Eifelort Gey bei Hürtgenwald das Projekt Dorfauto.

Carsharing in Gey

In Gey gibt es jetzt ein Dorfauto für alle

Das kleine Örtchen Gey in der Eifel hat rund 1900 Einwohner. Und die teilen sich ab Dienstag ein Dorfauto. Der 16.000 Euro teure Wagen kostete sie keinen Cent in der Anschaffung. Wie kann das funktionieren?

Es ist nicht so, dass in dem Eifeldorf Gey niemand ein Auto hätte. Und einen Bus gibt es auch - noch. Aber auf dem Land geht ja kaum was ohne Auto, ob Einkauf, Arztbesuch, Schule, Arbeit. Der Bus ist vielen zu zeitraubend, zu umständlich: erst rein in die nächste Stadt, umsteigen, dann wieder raus. Gey hat jetzt ein Dorfauto. Das startet offiziell an diesem Dienstag (13. Januar). Jeder, der einen Führerschein hat, darf damit fahren.

Das Auto ist ein echter Hingucker: Quietschgrünes Design und jede Menge Werbung drauf. Sogar auf den Radkappen, die beim Fahren schön in der Waagerechten bleiben, damit man auch ja alles erkennt. Der absolute Clou: Es ist ein Elektroauto. „Da haben die Leute im Ort viel Wert drauf gelegt“, sagte der Ortsvorsteher von Gey, Helmut Rößeler (CDU). Er ist neben der 44-jährigen Sylvia Fahle die treibende Kraft bei dem Projekt.

20 Cent pro Kilometer

Rund 16.000 Euro hat der Vorführwagen gekostet, aber die 1900 Dorfbewohner haben keinen Cent dafür hingelegt. Sponsoren - vor allem Unternehmer - aus der Gegend haben das Auto durch ihre Werbung finanziert. Jetzt Tagen kann das ehrenamtlich getragene Carsharing starten. Ein Blick ins Internet auf eine Plattform, ob das Auto frei ist, oder ein Anruf bei Sylvia Fahle und dann läuft das, sagen sie.

Da gibt es einen Künstler im Ort, der das Auto an zwei festen Tagen in der Woche für die Fahrt zu seinen Töpferkursen blocken wollte. „Am besten auf Jahre. Das geht natürlich nicht“, sagt Rößeler. Der Betrieb müsse sich jetzt einspielen. Wenig-Fahrer zahlen einen monatlichen Basis-Preis von fünf Euro, 20 Cent pro Kilometer und zwei Euro pro Stunde, Vielfahrer eine höhere Pauschale, aber weniger pro Kilometer und Stunde.

Mit den Einnahmen sollen die laufenden Kosten für den grünen Flitzer finanziert werden.

Ein Leader-Projekt der EU

Das Dorf hat in einer halbjährige Testphase das Carsharing unter ehrenamtlichen Bedingungen erprobt. Das Dorfauto war ein sogenanntes Leader-Projekt der Europäischen Union zur Förderung des ländlichen Raums. Alle Gruppen haben das Auto genutzt: Rentner, Hausfrauen, junge Leute. Das schweißt das Dorf zusammen, meint Fahle.

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„Für kommerzielle Carsharing-Anbieter ist die Nutzungsdichte auf dem Land nicht hoch genug“, sagt der Projekt-Leiter für das Leader-Programm in der Eifel, Alexander Sobotta. Bundesweit gebe es schon Dorfautos. Aber nur wenige könnten vom ganzen Dorf genutzt werden.

Erst Bänke streichen, dann Auto fahren

In der Eifel haben noch andere Dörfer das Dorfauto erprobt. Die Dörfergemeinschaft An Thürme (Bad Münstereifel/Kreis Euskirchen) sucht jetzt ebenfalls Sponsoren, allerdings für einen Diesel. In den „Bergen“ verbraucht das Elektroauto zu viel Strom.

Das Dorf Blankenheim-Freilingen sucht noch seinen Weg. Wer in der Versuchsphase fahren wollte, musste sich in Freilingen im Gegenzug ehrenamtlich engagieren: Bänke streichen, Beete hacken, Kuchen Backen oder so was.

Aber daran liege es nicht, dass das Dorf noch überlegt, wie es weitermacht. „Dorfautos fordern ein hohes Engagement von der Dorfgemeinschaft“, bilanziert Sobotta. Und ein einheitliches Patentrezept gebe es eh nicht. (mit Material der dpa)

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