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Geräumiger Spartaner

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"Das Geschäft bei Renaults rumänischer Automobiltochter Dacia brummt" - diese Schlagzeile vom vergangenen Sommer über die erste Zwischenbilanz etwa ein Jahr nach Marktstart des Billigautos Logan, kann getrost so stehen bleiben. Fotostrecke: Dacia Logan

Von GÜNTHER KOCH (BARI)

"Das Geschäft bei Renaults rumänischer Automobiltochter Dacia brummt" - diese Schlagzeile vom vergangenen Sommer über die erste Zwischenbilanz etwa ein Jahr nach Marktstart des Billigautos Logan, kann getrost so stehen bleiben. Mehr noch: Die Verkäufe dürften jetzt erst so richtig anziehen, da nun auch der ab 8400 Euro teure Kombi bei den Händlern steht.

Denn die MCV genannte Variante, was für Multi Convivial Vehicle und frei übersetzt einfach für einen unbeschwert-heiteren Gesellen steht, fährt vom Design her sogar noch gefälliger als die Stufenheck-Limousine vor, von der in Deutschland bislang immerhin schon 8400 Einheiten verkauft worden sind. Der in Rumänien gebaute Logan ist ein authentisches, ein ehrliches Auto: Bei ihm weiß man, was man hat. Oder auch nicht. In jedem Fall weist er gute Wirtschaftlichkeit auf, verfügt über viel Platz und einen großen Kofferraum. Und ist dazu auf den ersten Blick für seine Verhältnisse ordentlich verarbeitet.

Unterm Strich ein geräumiges Familienauto für wenig Geld, das - zugegeben - recht spartanisch ausgestattet ist, vor allem in der Basisversion, in der man dem Logan die Richtung sogar ohne jede Servounterstützung vorgeben muss. Dafür kann der Kombi aber mit bis zu 2350 Liter Ladekapazität punkten. Ab der mittleren der insgesamt drei Ausstattungen ist über ein 500 Euro teures Paket sogar eine dritte Sitzreihe möglich, auch wenn es für größer Gewachsene da natürlich etwas beengter zugeht. Statt einer konventionellen Klappe haben die Entwickler am Heck fürs Beladen praktischere Doppelflügeltüren angebracht.

Die Form ordnet sich komplett der Funktion unter. Gegenüber der Limousine hat der höhere Kombi auch in der Länge, beim Radstand und der Bodenfreiheit zugelegt. Kopf-, Schulter-, Ellbogen- und Kniefreiheit sind enorm. Innen geht es sachlich-nüchtern, aber sonst alles in allem übersichtlich und leicht bedienbar zu. Abhängig vom Ausstattungsniveau können in der Kabine noch einmal mehr als 50 Liter verstaut werden, sogar in einer Ablage direkt unterm Dach.

Von den vier Motorisierungen, allesamt aus dem Renault-Regal, haben wir zwei gefahren. Zwar ist der einzige Diesel mit nur 68 PS und ohne Filter etwas schwach auf der Brust, macht dies aber mit dem stärksten Drehmoment wett und soll überdies nur knapp über fünf Liter verbrauchen. Der 105 PS starke 16-Ventiler-Benziner zeigt im über 170 Stundenkilometer schnellen Spitzenmodell mehr Laufkultur. Die langen Federwege deuten zusammen mit der unteren Abdeckung von Motor und Getriebe auf die eigentliche Zielregion des Logans hin: Länder mit schlechten Straßen und schwerer befahrbaren Wegen.

Limousine und Kombi sind erst der Anfang. Ein Kastenwagen wäre für gewerbliche Zwecke interessant. Und wie wäre es mit Fließheck, SUV oder Pickup? Damit das Geschäft am Ende noch mehr brummt.

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