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Flügeltüren und Hybrid-Antrieb – das sind zwei Trends bei den Auto-Studien auf der IAA in Frankfurt, die sich auch beim Citroen Tubik niederschlagen.

Automobilausstellung

Eine IAA der Stromer und Hybride

Auf der IAA in Frankfurt präsentiert sich die Auto-Branche mit futuristischen Visionen und seriennahen Studien. CO2-Reduktion, Hybrid-Autos und Elektro-Antrieb sind die großen Themen der Messe.

Die Dampflokomotive war über 100 Jahre buchstäblich am Zug. Heute fahren die Züge elektrisch oder mit Diesel, sagt Dieter Zetsche, und die Dampfloks stehen im Museum. „Das wird uns nicht passieren“, ist der Daimler-Chef überzeugt und erklärt damit einen der großen Trends bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA): 125 Jahre nach seiner Premiere erfindet sich das Auto neu und macht sich fit für eine Zeit, in der die Straßen voller, die Ressourcen knapper und die Umweltbelastungen immer größer werden.

Wo man auf der Messe in Frankfurt auch hinschaut, sieht man mehr oder minder ferne Visionen von sauberen Stromern, die geräuschlos über die Straßen und durch die Städte surren. „Zukunft serienmäßig“ lautet das Messemotto.

Doch die Auto-Zukunft könnte die Kunden teuer zu stehen kommen, lernt man beim Messerundgang. Denn selten sind es technologische Fragen, die noch zu lösen sind. Meist stehen die hohen Kosten für Akkus, Elektroantriebe und den zwingend nötigen Leichtbau einer schnellen Serienfreigabe im Wege.

Dennoch stützt ein Messerundgang den Eindruck, die Ära der Akku-Autos habe begonnen. Schließlich gibt es von Audi bis VW kaum eine Marke, die kein Elektroauto auf die IAA gestellt hat - von den vielen elektrischen Exoten neuer Kleinserienhersteller ganz zu schweigen. Und tatsächlich kann man Stromer wie den Opel Ampera, den Renault Twizy oder Mitsubishi i-Miev schon kaufen.

Hohe Kosten bringen hohe Preise

Zahlreiche weitere Elektrofahrzeuge sind kurz vor der Serieneinführung: Mercedes zum Beispiel zeigt in Frankfurt die dritte Generation des elektrischen Smart, die im nächsten Jahr zu den Händlern kommt. VW verspricht für 2013 einen elektrischen Up und einen Golf mit Akku-Antrieb, und bei BMW dreht sich alles um den I3, der in zwei Jahren in den Handel kommt.

Doch unmittelbar vor Messebeginn trübte eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft die Euphorie: Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von einer Millionen Elektroautos bis 2020 sei unter anderem wegen der hohen Kosten für die Elektrofahrzeuge nicht zu halten, fürchten die Analysten. Der Opel Ampera zum Beispiel ist mit über 40.000 Euro mehr als doppelt so teuer wie ein Astra, und beim BMW i3 sind die Bayern laut Presseberichten schon froh, wenn sie ihn billiger anbieten können als einen konventionellen Fünfer.

Kabinenroller-Konzepte

Dennoch denken die Hersteller schon weiter und zeigen auf der IAA viele ausschließlich elektrische Visionen für die ferne Zukunft. Ganz groß heraus kommen dabei die Kleinen: Hightech-Seifenkisten für die Metropolen von morgen wie der VW Nils, der Opel RAKe oder das Audi Urban Concept sollen auf schmaler Spur den Dauerstau auflösen und Fahrspaß im Stadtverkehr ermöglichen.

Zwar sehen die Ein- oder Zweisitzer aus, als wären sie gerade einem Captain-Future-Comic entsprungen. Und Opel-Chef Friedrich-Karl Stracke spricht auch erst einmal von einem Appetitanreger, mit dem er die Akzeptanz eines solchen Konzeptes ausloten wolle. „Doch das ist mehr als eine Fingerübung“, sagt Audi-Entwicklungschef Michael Dick: „Technisch wären wir schon in zwei, drei Jahren soweit“.

Dass die Zukunft nicht nur den Schmalspur-Autos gehört, beweist Mercedes mit der Studie F125. Die fast fünf Meter lange Limousine mit den riesigen Flügeltüren gilt den Schwaben als die S-Klasse von übermorgen und beweist mit ihrem Brennstoffzellen-Antrieb, dass Besserverdiener auch in 10 oder 20 Jahren nicht auf Luxus und Leistung verzichten müssen. Immerhin bietet sie mehr Komfort als eine Hotelsuite, schafft über 200 km/h - und verbraucht umgerechnet auf Diesel weniger Sprit als ein Smart. (qui, dpa)

Lesen Sie alle Infos zur IAA 2011 in unserem Spezial.

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