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Mit dem EX will Infiniti vor allem Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLK angreifen.

Fahrbericht Infiniti EX30d

Edel-SUV mit Charakter

Mit dem EX will Nissans Luxustochter Infiniti Konkurrenten wie Audi Q5 oder BMW X3 angreifen. Die 238 PS starke Dieselversion des sogenannten Crossover-Coupés bietet zwar nur beschränkt Platz, vermittelt aber ein sicheres Fahrgefühl.

Erklärte Rivalen des Infiniti EX sind Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLK. Zu sehen ist das allerdings nicht. Mit seinem rundlichen Dach und der langen Motorhaube wirkt der gerade mal 1,58 Meter hohe Infiniti wie eine Mixtur aus BMW 5er GT und einer Miniatur-Version des Porsche Cayenne. Nicht umsonst bezeichnen ihn seine Erfinder als Crossover-Coupé und nicht als SUV.

Coupé-Gefühl ist auch das, was bei Fahrer, Beifahrer und den Passagieren auf den Rücksitzen aufkommt: Hinten ist die Beinfreiheit bescheiden, vorne hat man durch die hohe Sitzposition nur eine beschränkte Kopffreiheit. Fahrer, deren Größe 1,95 Meter übersteigt, müssen hier den Kopf wie in einem Kleinwagen nach vorne beugen, um einen angemessen Ausblick zu haben.

Ein Golf schluckt mehr Gepäck

Bescheiden ist auch der Gepäckraum des EX30d: 340 Liter fasst der Kofferraum. Sind die Sitze umgeklappt, steigt das Volumen auf 1175 Liter. Ein VW Golf schluckt mehr Gepäck, allerdings lassen sich bei ihm die Rücksitzlehnen nicht so unkompliziert absenken. Im EX genügt ein Knopfdruck und die Sitze klappen sich zusammen.

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Verarbeitung und Design des Innenraums müssen sich gegenüber der Konkurrenz aus Deutschland nicht verstecken. Das Cockpit des Edel-Japaners erinnert von der Gestaltung an einen Maserati Quattroporte. Elegante Falten schmücken das Armaturenbrett, Metall ziert die Lüftungsdüsen.

Bei der Ausstattung der 48.250 Euro teuren Grundversion bleiben kaum Wünsche offen: Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht, schlüsselloser Zugang, Bluetooth und Einparkhilfe sind Serie. Gegen 6800 Euro Aufpreis gibt es in der Topversion GT Premium zudem Lederbezüge für die Sitze, ein Navigationssystem, einen Spurhalteassistenten und ein Abstandstempomat. Letzteres ermöglicht ein sorgenloses Dahingleiten auf der Autobahn. Schnell beschleunigt der Wagen nach dem Überholen und bremst zuverlässig bei Erreichen eines Hindernisses.

Motor wirkt angestrengt

Nicht ganz so geschmeidig funktioniert das Zusammenwirken des 238 PS starken Diesel-Sechszylinders und der Siebengang-Automatik. Trotz seines üppigen Drehmoments von 550 Newtonmetern wirkt der EX30d sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt teilweise etwas angestrengt. Das wirkt sich auf den Verbrauch aus: Knapp zehn Liter auf 100 Kilometer sind schon fast Benzinerniveau.

Wer sich durch das Navigationssystem leiten lassen möchte, sollte sich noch im Stand die Zeit zur Programmierung nehmen. Die Bedienung ist nicht ganz so übersichtlich und der Rechner braucht seine Zeit, bis er das Ziel gefunden hat.

Ansonsten fühlt man sich im Infiniti EX30d stets sicher chauffiert. Die Lenkung ist für ein Auto mit diesem Gewicht (zwei Tonnen) präzise, das Handling recht sportlich und sportlich bis komfortabel ist auch das Fahrwerk.

Bleibt am Ende die Frage, wer als Käufer eines Infiniti EX30d in Frage kommt? Perfektionisten sind es sicherlich nicht, aber umso mehr Individualisten, die auch ein edleres Fahrzeug aus Skandinavien oder Italien kaufen würden. Für sie zählt mehr der Charakter – weniger technische Vollendung bis ins letzte Detail. Und ein Charakter ist der Infiniti EX30d auf jeden Fall. (tn)

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