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E-Scooter werden stark kritisiert - zu Recht?

München

Mehr Unfälle durch E-Scooter? Befürchtungen bisher nicht bestätigt

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Die Zulassung von E-Scootern auf deutschen Straßen hat in den letzten Monaten viel Diskussionsstoff geboten. Es wird Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Seit Mitte Juni sind Elektroroller in Deutschland zugelassen. Für die einen sind die kleinen Flitzer ideale Fahrzeuge, um kurze Strecken in der Stadt zurückzulegen. Für andere sind sie wegen der rücksichtslosen Fahrer ein weiteres Ärgernis. Wir haben uns umgehört, welche erste Erfahrungen die Stadt München, die Polizei, Versicherungen und die Krankenhäuser mit den Flitzern gemacht haben.

Die E-Scooter-Bilanz der Stadt München

Aktuell sind in München sechs Anbieter vertreten, die rund 6.000 E-Scooter in der Stadt verteilt haben. Diese Anbieter haben eine Freiwillige Selbstverpflichtungserklärung zur Zusammenarbeit und Einhaltung städtischer Regeln unterschrieben. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) bestätigt gegenüber unserer Redaktion, dass der Austausch mit den Verleihern funktioniere und die Unternehmen die städtischen Vorgaben umsetzen.

In der Verordnung des Bundes sind übrigens keine gesonderten Regelungsmöglichkeiten für Kommunen vorgesehen – das Abstellen von E-Scootern zur gewerblichen Vermietung benötigt keine besondere Genehmigung. Probleme mit den Scootern können unter der speziell für Elektrokleinstfahrzeuge eingerichteten Mailadresse ekf.kvr@muenchen.de gemeldet werden. Es sei aber bislang nur eine unüberschaubare Zahl an Beschwerden über z.B. falsch abgestellt E-Scooter eingegangen. Auch sind dem KVR bislang von Baureferat und Straßenreinigung keine Auffälligkeiten über eine verstärkte Verschmutzung durch mutwillig beschädigte oder entsorgte E-Scooter bekannt.

Unfälle mit E-Scootern

Die Befürchtungen der Unfallchirurgen und Notaufnahmen waren groß, da es auf den E-Scootern keine Helmpflicht gibt. Es kam aber vor allem zu Verletzungen an Armen und Beinen nach Stürzen, aber nicht in dem Maß, wie befürchtet, ergab eine Umfrage unter den Notaufnahmen der Münchner Krankenhäuser. Während des Oktoberfestes gab es eine merkliche Steigerung: Da mussten viele alkoholisierte Sturzopfer behandelt werden – so meldete das Klinikum Innenstadt über 20 Patienten, viele von ihnen mit Brüchen.

E-Scooter: Die Bilanz der Polizei

Im Zeitraum zwischen 15. Juni und 21. Oktober vermeldeten die Ordnungshüter in München 84 Unfälle, davon 57 mit Personenschaden. Anzeigen wegen Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB) wurden 811 ausgestellt, wegen Verstoßes gegen die Promillegrenzen (§ 24a StVG) gab es 760 Anzeigen. Mit Drogen am Lenker wurden 78 Menschen erwischt, zudem meldete die Polizei München 87 verhinderte Trunkenheitsfahrten.

Auch interessant: Was mit den Elektro-Rollern im Herbst passiert?

E-Scooter und Versicherungen

Aktuelle Zahlen über die Kosten für die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung liegen noch nicht vor, teilte uns der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV mit – der Zeitraum sei noch zu kurz, um bereits eine Schadensbilanz zu ziehen. Erst im kommenden Jahr werde man ein Branchenbild erstellen können, so der GDV. Die günstigsten Versicherungen für die am 28. Februar 2020 endende Versicherungsperiode kosten derzeit ab rund zehn Euro.

Die Regeln für die Elektro-Roller

Erlaubnis: Ab 14 Jahren darf man fahren, ein Führerschein wird nicht benötigt. Nur eine Person pro Scooter ist erlaubt.

Routen: E-Scooter dürfen nur auf Radwegen oder -streifen fahren, ansonsten auf der Fahrbahn. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu. Gegen die Einbahnstraße darf man nur fahren, wenn dies mit Zusatzschild "Elektrokleinstfahrzeuge frei" erlaubt ist. In München gibt es Fahrzonen und Abstellverbote – zu finden unter www.t1p.de/e-scooter-muenchen.

Ausstattung: Licht und Bremsen sind Vorschrift.

Geschwindigkeit: maximal 20 km/h.

Helm: Es gibt keine Helmpflicht.

Alkohol: Es gelten die selben Grenzwerte wie beim Autofahren. Unter 21 und Führerscheinneulinge: 0,0 Promille!

Versicherung: Eine Haftpflichtversicherung ist vorgeschrieben. Die Plakette wird aufgeklebt.

Ampeln: Es gelten die selben Lichtzeichen wie für Radfahrer.

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Volker Pfau

Mit neuen Fotos: Kuriose Blitzer-Bilder - Die verrücktesten Radarfotos

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Taube verhindert Bußgeld: Die Kreispolizeibehörde Viersen kann einem Autofahrer wegen einer Taube die Geschwindigkeitsübertretung nicht nachweisen. Weder Fahrer noch Taube müssen das Bußgeld in Höhe von 105 Euro bezahlen. © Kreispolizeibehörde Viersen
Die Raser-Taube hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können.
Die "Raser-Taube" hat in der Stadt Bocholt die Radarfalle ausgelöst. Die 25 Euro Verwarnungsgeld wird sie für die Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h jedoch nicht bezahlen können. © Stadt Bocholt
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen.
Hat die Polizei Essen hier einen "Geister-Lkw" erwischt? Leider nicht. Es war nur ein Fahrer, der sich vor dem Blitzer versteckt hat. Ohne Erfolg. Ein Bußgeld musste er trotzdem zahlen. © Polizei Essen
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Morgens keine Lust die Scheiben freizukratzen? Keine gute Idee. Und dann auch noch zu schnell in einer 30er Zone. Wer so viel falsch macht, muss sich nicht wundern, bestraft zu werden. © Polizei Dortmund
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Gleiche Stelle, gleicher Blitzer, gleiches Vergehen. Auch dieser Fahrer war zu faul, um für genug Durchblick zu sorgen. © Polizei Dortmund
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur.
Absichtlich ist dieser Twingofahrer mit Stinkefinger in die Radarfalle gerast. Trotz abgeklebten Nummernschild und heruntergeklappter Sonnenblende kam die Dortmunder Polizei dem frechen Temposünder auf die Spur. © Polizei Dortmund
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