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City-Wiesel für die Ferne

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Vorgestellt: Smart hat dem neuen fortwo beste Manieren beigebracht. "Der smart ist kein Auto, sondern eine vierrädrige Lebensphilosophie", sagte vor gut acht Jahren ein renommierter Motorjournalist. Obwohl dem Winzling sehr schnell Dinge nachgesagt wurden, die dem Image eines Fahrzeugs nicht unbedingt zur Ehre gereichen. Fotostrecke: Smart fortwo

Von FRANK NÜSSEL

"Der smart ist kein Auto, sondern eine vierrädrige Lebensphilosophie", sagte vor gut acht Jahren ein renommierter Motorjournalist. Obwohl dem Winzling sehr schnell Dinge nachgesagt wurden, die dem Image eines Fahrzeugs nicht unbedingt zur Ehre gereichen: sehr lauter Motor, mangelhafte Verkehrssicherheit vom Fahrwerk her, Raumenge, eine sehr zögerliche Automatik-Schaltung, zu teuer und eine spartanische Ausstattung. Für Pauschalurteile ein wahrlich fetter Brocken, der sich zudem lange im Bewusstsein der Bevölkerung hielt.

Für die Väter des neuen Smart eine schwere Hypothek, obgleich die Gegenargumente vieles ausgleichen konnten: geringer Spritverbrauch, unbedingte City-Tauglichkeit. Grundtenor der Smart-Fans: mehr Auto braucht der Mensch nicht.

Die Negativa nahmen sich die Smart Entwickler in Hambach (Ost-Frankreich/Lothringen) sehr zu Herzen, um dem fortwo Nummer eins eine Nummer zwei , quasi als "Evolution" folgen zu lassen. Über 90 Prozent des Autos ist sind gegenüber der ersten Generation neu entwickelt.

Smart-Essentials

Geblieben sind die Smart-Essentials: nur zwei Türen, ausschließlich drei-Zylinder-Motoren mit einem Liter Hubraum, Heckantrieb und eine Coupé- sowie eine Cabrio-Version. Der Evo-Smart kommt mit drei Benzinmotoren, die als "Sauger" 61 oder 71 PS liefern und als Turbo gar deren 84. Hinzu gesellen wird sich ab Frühsommer 2007 ein Diesel-Turbo, der 45 PS mobilisiert, weiterhin als "Dreiliter-Auto" gehandelt werden darf, aber nur für das Coupé zu bekommen ist. Im Cabrio-Angebot fehlt zudem der schwächste Benziner. Das macht wegen des höheren Stoffdachgewichts auch Sinn.

Was erwartet den Käufer? Der Einstieg in den fortwo erfolgt über zwei Türen, die fast so breit sind wie das ganze Auto lang ist - optimal. Die Sitzposition für beide Passagiere ist nahezu perfekt. Wie ehedem ist das Lenkrad weder in der Höhe noch Tiefe verstellbar. Aus (Aufprall-)Sicherheitsgründen sagen die Entwickler. Dennoch sitzt der Pilot anatomisch allzeit richtig und hat alles fest und sicher im Griff.

Die kräftigeren Motoren toben richtig los und sorgen in Verbindung mit den wesentlich und spürbar verkürzten Schaltzeiten der Automatik für flotte Gangart im Stadtverkehr. Hier erweisen sich auch die nicht nur im Citykessel erfreulichen 8,3 Meter Wendekreis als angenehmes Detail.Wer es etwas hurtiger liebt, greift zum Schaltstock und bedient das sequentielle halbautomatische Getriebe. Zum hurtigen Feeling trägt die kernige Motorgeräusch-Kulisse bei, ohne zu nerven. Da das Fahrwerk stets korrekt mitspielt, erweist sich die Neukonstruktion als durchaus fit für die Ferne. Lediglich kurze Bodenwellen dringen bis ins Innere durch. Eine stabile Crashbox-Konstruktion rundum Airbags, ABS, ESP und Bremsassistent runden das Sicherheitspaket ab. Die Bremsen, vorne Scheiben, hinten Trommeln, bedürfen etwas kräftigeren Fußdrucks.

Smart-typisch auch die drei Ausstattungslinien pure, puls und passion. Eine Kracherversion von Brabus steht erwartungsgemäß auf dem Genfer Salon im März dieses Jahres. Wer sich für die rollende Lebensphilosophie erwärmt, darf schon mit 9 490 Euro dabei sein. Die Cabrios liegen zwischen 12 930 und 16 240 Euro. Zwar trägt der smart nicht den Stern seines Großkonzerns DaimlerChrysler, aber mit einer Sonderzubehörliste von acht Seiten zeigt er trotzdem Familiensinn. Der neue smart fortwo darf getrost als Quantensprung in jeglicher Beziehung bezeichnet werden, da müssen viele ihr altes Urteil kräftig revidieren.

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