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Automatisiertes Schaltgetriebe

Citroën wagt neuen Anlauf

Mit der Durchsetzungskraft eines Propheten ist das so eine Sache - lehrt zumindest die Geschichte. In jedem Fall braucht es einen langen Atem. Das wissen

Von FRANK W. METHLOW

Mit der Durchsetzungskraft eines Propheten ist das so eine Sache - lehrt zumindest die Geschichte. In jedem Fall braucht es einen langen Atem. Das wissen auch die Stadthalter von Citroën Deutschland in Köln. Mutig und voller Optimismus haben sie dennoch die zweite Auflage ihres automatisierten Schaltgetriebes auf den Markt gebracht. Im C4 aber vor allem im neuen Van C4 Picasso soll es neue Freunde erobern. Der alten gab es nicht so viele. Bei den kleineren Modellen C2 und C3 wollte sich das Senso-Drive genannte System nie so richtig durchsetzen.

Offensichtlich steht oder stand der Automatik-Kunde eher auf dem "entweder -oder". Denn im Gegensatz zu einer Wandler-Automatik oder dem technisch hoch stehenden Doppelkupplungsgetriebe (DSG) à la Volkswagen, ist das automatisierte Schaltgetriebe der Konstruktion nach immer noch ein ganz normales Handschaltgetriebe. Die Hand und auch der denkende Kopf des Fahrers wird lediglich durch ein Hydrauliksystem und die Schaltelektronik ersetzt. Wie bei der normalen Handschaltung, die auch von geübten Fahrern nicht völlig übergangslos bedient werden kann, gibt das automatisierte Schaltgetriebe den Schaltruck mehr oder minder stark weiter, je nach Situation. Damit unterscheidet es sich vom Fahrgefühl erheblich von Wandler und DSG. Als unangenehm wurde dabei meist empfunden, dass der Schaltvorgang und der damit verbundene Ruck unerwartet kommt. Ein wenig stichhaltiges Argument.

Nachdem bei C2 und C3 die Hydraulik und Elektronik praktisch an ein normales Handschaltgetriebe angeflanscht wurde, hat Citroën beim neuen elektronisch gesteuerten Sechsganggetriebe ESG6 dazu gelernt. Es ist eine eigens für den Betrieb mit elektrohydraulischen Gebern (Aktuatoren) konzipierte Neukonstruktion, die weichere Schaltvorgänge versprechen soll.

Angeboten wird es im C4 HDi 110 und im C4 Picasso. Bei letzterem hat Citroën auch ganz konsequent den Gangwahlhebel von der (beim Picasso nicht vorhandenen) Mittelkonsole als kleines "Stöckchen" an die Lenksäule verlegt. Bei der Limousine dient der übliche Schalthebel in der Mitte als Bedieneinheit. Beiden Fahrzeugen gemeinsam sind die mächtigen Paddels am Lenkrad, mit der das Getriebe auch im Automatikmodus kurzfristig per Hand geschaltet werden kann.

Citroëns Hauptargument für das Festhalten am dieser Technik ist ihr Preis. Rund 800 Euro verlangt das Unternehmen als Aufpreis gegenüber einem normalen 5-Gang Handschalter beim C4. Eine Wandler-Automatik ist deutlich teurer und das DSG gar kostet mehr als doppelt so viel.

Damit eigne sich das EGS vor allem für kleinere Fahrzeuge, bei denen ansonsten der Anteil für die Getriebe-Automatik sich prozentual spürbar stärker auf den Preis auswirkt.

Fahren mit dem EGS bedarf zunächst einmal der Gewöhnung. Da langt keine Probefahrt um die Ecke - die schreckt eher ab, wenn der Kopf beim Schalten ruckweise nach vorne schnellt. Selbst geübte Fahrer benötigen Tage, bis sie sich auf den Kollegen Schalter eingestellt haben. Dann allerdings, so unsere Erfahrung, kann das EGS zu sehr harmonischen Abläufen bewegt werden.

Bei ruhiger Fahrweise und vor allem in der Stadt macht sich die Schaltzeit von 1,2 Sekunden des EGS keinesfalls unangenehm bemerkbar. Ein fixer Fahrer - so das Argument der EGS-Gegner - schafft das in einem Drittel der Zeit. Tritt so ein fixer Fahrer kräftig und stumpfsinnig das Pedal bis auf den Boden durch, quittiert ihm das EGS das mit tatsächlich unangenehmem Rucken. Die bleiben bei gleichem Fußverhalten auch im Handschaltmodus nicht aus. Da allerdings verkürzt sich der Schaltvorgang auf 0.8 Sekunden.

Wer sich allerdings daran erinnert, dass hier im Kern ein Handschaltgetriebe am Werk ist und diesem ein wenig entgegenkommt, schafft auch mit dem EGS gleitende Übergänge. Dafür ist nicht viel Neues hinzuzulernen. Der Fahrer muss lediglich wie gewohnt vor dem Schalten das Gas zurücknehmen und nach dem Schaltvorgang mit Feingefühl im Fuß die richtige Motordrehzahl abfordern. Wann der Schaltvorgang kommt, hat man nach kurzer Zeit ebenso akkustisch im Gefühl, wie einst beim reinen Handschalter. Das klappt und wird mit drei bis fünf Prozent weniger Kraftstoffverbrauch belohnt.

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