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Der Chevrolet Epica

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© Markus Meuthen

So langsam verschwinden sie aus dem Straßenbild: Die Opel Omegas mit Stufenheck als geräumige Reiselimousine für raum-, sicherheits- und vor allem preisbewusste Mitfünfziger. Genosse Trend hat sie hinweggefegt und durch formschnittige Pseudokombis oder Minivans ersetzt. Hier kommt der Chevrolet Epica ins Spiel und überzeugt vor allem beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Fotostrecke: Chevrolet Epica

Von Frank W. Methlow

So langsam verschwinden sie aus dem Straßenbild: Die Opel Omegas mit Stufenheck als geräumige Reiselimousine für raum-, sicherheits-und vor allem preisbewusste Mitfünfziger. Genosse Trend hat sie hinweggefegt und durch formschnittige Pseudokombis oder Minivans ersetzt. Der zugegeben kleinen Trauergemeinde kann jetzt geholfen werden: Von Opel-Schwester Chevrolet ist seit Mitte diesen Jahres der Epica auf dem Markt.

Wir fuhren die Variante mit 2,5 Liter Reihensechszylinder Ottomotor und 5-stufen Wandler-Automatikgetriebe. Wer es noch günstiger haben will greift zum 2-Liter Benziner ab überzeugenden rund 21.000 Euro (alle Preisangaben mit "alter" Mehrwertsteuer). Ein 150 PS starker Common-Rail-Diesel mit serienmäßigem Partikelfilter ist ab Frühjahr bei den Händlern.

So lächerlich es klingen mag - das große Plus des Epica ist sein fast charakterloses Allerweltsdesign. Nichts provoziert oder überrascht an der europäisch klassisch gestalteten Karosse - ein Durchschnittstyp par excellance. Konsequent bringt er auch alle Vorteile dieser Bauart: Weit öffnende Türen für den bequemen Einstieg, viel Platz für Passagiere hinten wie vorne und mit einem Volumen von 480 Litern einen riesigen Kofferraumschlund, der auch einer längeren "Reise für zwei" an die Costa Brava standhält. Dazu passt die ordentlich zu nennende Anhängerlast von 1,7 Tonnen.

Viel Platz für kleines Geld

Völlig gegen den Trend: Chevrolet liefert ein vollwertiges Ersatzrad - auch dann noch, wenn die Kofferraummulde für 2690 Euro zum Flüssiggastank umgestaltet wurde. Mehr als im Trend: Sechs Airbags, ABS mit Traktionskontrolle und Isofix-Kindersitzbefestigungen - falls die Enkel einmal mitfahren - sind bei allen Ausstattungen Serie. Im Inneren ist nicht nur alles griffgünstig und ordentlich an seinem Platz. Der Epica glänzt auch mit einer guten bis sehr guten Verarbeitung und - angesichts des Preises - mit einer derzeit wohl kaum zu schlagenden Vollständigkeit. Beim von uns gefahrenen Spitzenmodell gehören dazu Lederausstattung, Radio mit MP3 Player und sechsfach CD-Wechsler, eine in Höhe und Länge verstellbare Lenksäule, elektrische Verstellung des Fahrersitzes, Sitzheizung vorne und vieles mehr. Konsequent beschränkt sich die werksseitige Zubehörliste auf ein elektrisches Glas-Hub-Schiebedach (800 Euro) und Metalliclack (450 Euro).

Die Fahreigenschaften des Epica entsprechen dem sonstigen Charakter der Limousine. Bei der Geräuschisolierung haben die koreanischen Ex- Daewoo-Ingenieure Meisterliches geleistet und praktisch Oberklasse Niveau erreicht. Auch die Fahrwerksabstimmung macht den Epica zum sanften Gleiter - schnelle Kurvenfahrt ist nicht seine Königsdisziplin. Das liegt nicht nur an der, zwar auch manuell zu bedienenden aber doch sehr trägen Automatik. Hier fällt auch das einzige hervorstechende Manko des Epica sofort auf. Weder für Geld noch gute Worte ist derzeit ESP (Schleuderschutz) zu bekommen. Erst im nächsten Jahr soll auch das noch geändert werden. In der Stadt ist der Epica mit seinen 4,80 Metern Länge und seiner, dank des hochgezogenen Kofferraums rückwärtigen Unübersichtlichkeit kein einfach zu handhabender Geselle. Da freut sich Fahrer/Fahrerin über die (ab LT) serienmäßige Einparkhilfe mit abschwenkendem Beifahrerspiegel. Und da steigt der Benzinkonsum auch deutlich über 13 Liter für die 100 Stadtkilometer. Der ist mit knapp über neun Litern bei gemischter Fahrweise auch nicht gerade niedrig. Da ist der Griff zum Flüssiggas eine durchaus überlegenswerte Variante.

Fazit: Der Chevrolet Epica ist eine geräumige, bequeme und gut verarbeitete Reiselimousine für einen - angesichts der vollständigen Ausstattung - derzeit wohl kaum zu schlagenden Preis.

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