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Zu alt zum Autofahren?

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Senior am Steuer: Im Alter fallen viele Bewegungen schwerer.
Senior am Steuer: Im Alter fallen viele Bewegungen schwerer. © DVR

Die Sehkraft lässt nach, Bewegungen fallen schwerer, das Unfallrisiko steigt. Immer wieder werden Fahrtests für Senioren gefordert. Zu alt zum Autofahren? Dabei ist eine andere Gruppe unter den Autofahrern viel problematischer.

Von René Kohlenberg

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Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass über 64-jährige Pkw-Fahrer, die in einen Unfall verwickelt waren, zu 67 Prozent die Hauptschuld an dem Unfall trugen. Bei den mindestens 75-Jährigen wurde sogar drei von vier unfallbeteiligten Pkw-Fahrern die Hauptschuld am Unfall zugewiesen.

Unfallrisiko steigt mit 75 Jahren

Die Unfallursachen bei von Senioren verursachten Verkehrsunfällen deuten laut Statistischem Bundesamt dabei eher auf altersbedingte Einschränkungen der Wahrnehmungsfähigkeit als auf leichtsinniges Verhalten hin. Der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) fordert daher die Einführung eines verpflichtenden, regelmäßigen und altersunabhängigen Wiederholungssehtestes für alle Führerschein-Besitzer. Nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung in Deutschland steige die Notwendigkeit eines verpflichtenden Wiederholungssehtestes.

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Klaus-Ulrich Hähle, Gruppenleiter Verkehr des ADAC Berlin Brandenburg, stimmt nur bedingt zu: „Es ist richtig, dass das Unfallrisiko mit 75 Jahren ansteigt, jedoch ist es im Vergleich zu anderen Altersgruppen immer noch verhältnismäßig niedrig. Bei den 18- bis 25-Jährigen ist die Unfallgefahr besonders hoch.“

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15 Prozent der Senioren sind unerreichbar

Auf Grund des demographischen Wandels sind immer mehr ältere Menschen im Auto unterwegs. Der ADAC bietet daher ein Pkw-Senioren-Training an, bei dem die Autofahrer auf einem abgesperrten Gelände verschiedene Übungen aus dem klassischen Fahrsicherheitstraining absolvieren.

Verstärkt bietet der Automobilclub mittlerweile den sogenannten Fahr Fitness Check an. Senioren können sich dort anmelden (69 Euro, 49 Euro für Mitglieder) und unter der Aufsicht eines Fahrlerers eine Runde in ihrem Auto drehen. Die Strecke kann dabei sowohl vom Fahrlehrer vorgeschlagen als auch vom Autofahrer selbst bestimmt werden. Nach der Fahrt muss sich der „Schüler“ selbst einschätzen und der Fahrlehrer gibt eine Empfehlung ab. „Die Mehrzahl derer, die zu uns kommt, kann noch gut fahren. Die 10 bis 15 Prozent, die wir eigentlich erreichen müssten, erreicht man eben leider nicht“, erklärt Hähle.

Das Umfeld ist gefordert

Und genau dort liegt das Problem. Es gibt kaum jemanden, der ganz von alleine an seinen Fahrkünsten zweifelt. „Von cirka zehn angesprochenen Senioren sagen in der Regel neun, dass sie keinen Fahr Fitness Check brauchen und noch gut fahren“, so Hähle.

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Der ADAC empfiehlt daher: „Die Familie sollte es einem sagen. Ehepartner oder auch die eigenen Kinder und Enkel, die oft mitfahren, sollten den Fahrer darauf hinweisen, wenn ihnen etwas auffällt. Wir appellieren an das private Umfeld, aufmerksam zu sein.“

Es kommt auf Gesamtzustand an

Trotz aller Statistiken und Studien, scheint es schwer einen konkreten Zeitpunkt zu nennen, ab wann Senioren das Auto stehen lassen sollten. „Es gibt keine Altersgrenze. Man muss es am allgemeinen Gesundheitszustand festmachen. Es gibt 65-Jährige die schlechter fahren also so mancher 80-Jährige“, so der ADAC-Experte.

Wichtig sei, dass Autofahrer ab 40 alle zwei Jahre, ab 50 am besten jedes Jahr einen Sehtest machen und „natürlich sollten Leute, die Sehschwierigkeiten haben und teilweise verschwommen sehen einen Augenarzt aufsuchen“, rät Hähle.

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