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Alfa Spider: "Reifeprüfung" mit Diesel

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© Alfa Romeo

Davon konnte Dustin Hoffmann vor 40 Jahren nur träumen, als er im Spider zu Mrs. Robinson fuhr: Alfa bringt den Roadster mit einem durchzugsstarken Diesel mit Partikelfilter, der im Schnitt weniger als sieben Liter verbrauchen soll. Fotostrecke: Der neue Alfa Spider

Von GÜNTHER KOCH (VIETRI SUL MARE)

"Der Spider", sagt Markensprecher Malte Dringenberg, "ist das Urmeter des Roadster-Segments." "Der Spider", glaubt Claus Witzeck von der Fiat Automobil AG, "ist die Seele von Alfa Romeo." Mehr noch: "Der Spider", fügt Produktmann Oliver Sils hinzu, "ist Alfa Romeo." Starke Worte, mit denen die Italiener bei uns jetzt ihr neues Cabrio gestartet haben, das zu Preisen noch unter 34 500 bis über 45 000 Euro bei den Händlern steht.

Kein Zweifel - Alfa gibt wieder Gas. Markenvorstand Ulrich Mehling sieht die sportlichen Mailänder unterm Fiat-Dach als "Gewinner des Jahres". Zumindest was den deutschen Markt betrifft, wo die Italiener 2006 mit 15 180 verkauften Einheiten fast 40 Prozent Wachstum geschafft haben und in diesem Jahr sogar mit etwa 19 000 Zulassungen noch einmal ein Viertel mehr erreichen wollen. Für das dritte Quartal 2009 kündigt Alfa über Europa hinaus nun zudem tatsächlich die Rückkehr in die USA an, wo gleich ein Volumen von rund 20 000 Exemplaren gemacht werden soll. Mit dem dann neuen 169, dem Brera - und eben dem Spider, der auf Basis des Coupés bei Pininfarina in Turin entsteht.

Mit dem "Cabrio des Jahres 2006" setzt Alfa nach gut vier Jahrzehnten die 1966 mit dem Duetto begonnene Tradition offener Zweisitzer fort, nachdem 1995 mit dem ersten keilförmigen Spider eine designerische Zäsur erfolgt ist.

Das aktuelle Modell hat wieder ein überaus reizvolles Kleid geschneidert bekommen. Hutzen verlängern die verchromten Überrollbügel nach hinten. Beim Verdeck sind die Italiener bei der Stoffkapuze geblieben; sie öffnet und schließt sich auf Knopfdruck vollautomatisch in weniger als einer halben Minute. Der fast 4,4 Meter messende neue Spider ist etwas länger, breiter und höher. Im über 250 Liter fassenden Kofferraum lassen sich so zusätzlich mehr als 100 Liter verstauen; leider ist die Kante nach wie vor hoch geraten. Auf der Ablage hinter den nicht unbequemen Sportsitzen findet eine Golftasche Platz. Im Cockpit sorgen Starterknopf, Rundinstrumente, Leder und Aluminium für sportliche Flair. Die Verarbeitung ist alles in allem solide. An Ablagen, etwa fürs Handy oder die Geldbörse, scheint gespart worden zu sein. Das Audio- und Navigationsdisplay könnte besser im Blickfeld des Fahrers liegen. Überhaupt die Navigation: Schon bald, so Produktmann Sils, soll es eine bessere geben.

Wir haben uns trotzdem auf Anhieb wohl im neuen Alfa Spider gefühlt. Mit dem nur im teureren Exclusive-Paket serienmäßigen Windschott halten sich Verwirbelungen innen beim Offenfahren in Grenzen. Die Karosserie ist versteift, das Fahrwerk durchaus straff abgestimmt. Auf noch genug Komfort beim Frischluft-Gleiten brauchen Alfisti dennoch nicht zu verzichten. Bei höheren Geschwindigkeiten dämmt das geschlossene Softtop die Geräuschkulisse von außen nur bedingt.

Wie einst Dustin Hoffmann

Neben dem fürs gemütlich Openair-Fahren schon ausreichenden Einstiegsmodell mit vier und dem allradgetriebenen Spitzenmodell mit sechs Zylindern - beides nicht die sparsamsten Benziner - schieben die Italiener ab März einen durchzugsstarken Diesel mit Partikelfilter nach, der im Schnitt weniger als sieben Liter verbrauchen soll. Zum Einstiegspreis von knapp über 38 000 Euro. Davon konnte der amerikanische Schauspieler Dustin Hoffmann vor fast 40 Jahren nur träumen, als er als "Benjamin" in der Bucht von San Francisco über die Oakland-Bay-Bridge zu seiner "Reifeprüfung" fuhr - im Spider.

Das Motorenangebot: Ein Vier-, ein Sechszylinder-Benziner, ein Fünfzylinder-Turbodiesel. Hubraum: 2,2, 3,2 und 2,4 Liter. Leistung: 185, 260 und 200 PS. Maximales Drehmoment: 230/4500, 322/4500 und 400/2000 Newtonmeter/Umdrehungen pro Minute. Beschleunigung: 8,8, 7,0 und 8,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 222, 240 und 228 Stundenkilometer. Mixverbrauch laut Alfa 9,4, 11,5 und 6,8 Liter für 100 Kilometer. Basisausstattung (Auswahl): ABS, Bremskraftverteilung, Stabilitätskontrolle, Fahrer-Knie- und Seitenairbags, CD-Audioanlage, manuelle Klimaanlage, 16/17-Zoll-Räder, 215/225er-Reifen. Preis: 34 300 bis 45 200 Euro.

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