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Achter mit Steuermann

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Längst sind die Zeiten vorbei, dass der VW-Bulli (heute T5) als einsamer Platzhirsch den Markt der Großfamilienkutschen beherrschte. Der neue Peugeot Expert Tepee bietet Raum, Technik und Komfort zum kleinen Preis. Fotostrecke: Peugeot Expert Tepee

Saarbrücken - Die Partnerschaft von PSA Peugeot Citroën und Fiat auf dem Nutzfahrzeugsektor währt lang und hat sich bewährt. Und so hat die neuste Doppelgeburt des Fiat Scudo einerseits und des bis aufs Gesicht gleichen Peugeot Expert zwei ansehnliche Kinder das Licht der Autowelt erblicken lassen. Wir fuhren den Expert Tepee (gesprochen Tipi), den zivilen Transporterableger mit langem Radstand und acht Sitzplätzen sowie einem 2-Liter Dieselmotor mit - erstmals in diesem Segment - serienmäßigen Partikelfilter.

Den Tepee gibt es auch mit kurzem Radstand und fünf Sitzplätzen sowie einem kleinen Diesel ohne Filter. Dann kostet das Teil (noch bis zum 30. April als Einführung) keine 24.000 Euro. Ein gerade mit Blick auf die deutsche Konkurrenz beachtliches Angebot. In der Topausstattung Premium gehört dann viel Luxus und moderne Technik zur Serie sowie eine zweite Schiebetür auf der linken Seite. Beide werden aber auch dann noch manuell betätigt und eine Komplettlederausstattung sucht der Interessent vergeblich. Das gibt Hinweise auf die Zielgruppe: Kleine und größere Familien, für die Nutzwert und Preis weit vor Luxus und Komfort rangieren.

Dabei ist der Tepee keineswegs unkomfortabel. Zwar verbreitet er in Reihe 2 und 3 noch einen Hauch von Transporterfeeling, aber keineswegs roh oder derb. Die Sitz- und Klappmechanismen für Lehnen und den Zugang zur hinteren Reihe sind einfach aber funktionell. Und der Kofferraum ist dank des verlängerten Radstandes trotz dritter Sitzreihe mit 553 Litern immer noch familientauglich.

Richtig kommod wird es im Frontabteil. Der kurze Schaltknauf sitz griffgünstig auf einem Sockel am Armaturenbrett. Die Handbremse ist nach Lkw-Art links und behindert nicht den Durchgang nach hinten. Das Cockpit lässt keinerlei Kritik an Ergonomie zu und wer 2710 Euro (beim Tendance) investiert, bekommt das von den Citroën- und Peugeot-Personenwagen her bekannte Navigations/Telematicsystem RT3 mit 7 Zoll Farbbildschirm, 6-fach CD-Wechsler und Dual-Band Telefon.

So ausstaffiert wird aus dem Tepee ein richtiger Reisewagen, wie geschaffen für die kinderreiche Familie, die sich über die große Zahl von Ablagen und Staumöglichkeiten des Tepee freut. Positiv die niedrige Ladekante hinten, die wahlweise über eine Klappe oder Flügeltüren zu versorgen ist. Auch eine Luftfederung mit verstellbarer Ladekante (710 Euro) ist zu haben.

Beim Fahrverhalten verlangen natürlich die mehr als fünf Meter Länge zunächst ein wenig Übung. Die Servolenkung könnte etwas mehr Fahrbahnkontakt vermitteln. Die akustische Einparkhilfe hinten (330 Euro) ist aber selbst für Geübte eigentlich eine unausweichliche Notwendigkeit.

Abgesehen vom attraktiven Preis und dem schicken Aussehen, kann der Tipi aber vor allem mit dem 136 PS Diesel auftrumpfen. Der ist zwar nicht zu überhören aber keineswegs laut. Und selbst bei randvoll gepackten Personen- und Laderaum schwächelte er selbst an langen Berganfahrten und eng geschlungenen Passzufahrten nicht. Auch nach solchen Torturen blieb der Verbrauch unter zehn Litern Dieselöl.

Fazit: Der Tepee ist ein Wagen für Großfamilien und Straßenwanderer, die rechnen und trotzdem auf Eleganz, Technik und ein vernünftiges Maß an Komfort nicht verzichten wollen. Keineswegs ein schlechter Kompromiss, der Tepee. Frank W. Methlow

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