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Pressefreiheit in Israel

Zwischen Biss und Selbstzensur

  • Inge Günther
    VonInge Günther
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Die Presse in Isarel ist so frei wie keine andere im Nahen Osten. Aber es gibt immer wieder Versuche von verschiedenen Seiten, das zu ändern.

Die Lektüre der israelischen Presse ist ein Vergnügen. Die Medienlandschaft ist vielfältig, Kommentare, auch regierungskritische, sind oft bissig und pointiert – eine Ausnahme im Nahen Osten. Trotzdem landet Israel seit Jahren auf der Rangliste der Reporter ohne Grenzen im orangen Warnbereich. Und das nicht nur, weil irsraelische Armee und Polizei palästinensische Medienschaffende wiederkehrend drangsaliert.

Ein anderer Grund ist, dass Israel sich nach wir vor einen Militärzensor leistet. Auch wenn der 2020 seltener intervenierte als in Vorjahren. Laut offiziellen Zahlen, die das linke Online-Magazin „972“ veröffentlichte, legte die Behörde gegen 116 Artikel ihr Veto ein und strich Passagen in 1403 Fällen, in aller Regel mit Verweis auf heikle Sicherheitsbelange.

Als eigentliche Gefahr für einen unabhängigen Journalismus gelten Versuche von der Regierungsseite, reichweitenstarke Medien auf ihre Linie zu bringen. Ein Beispiel dafür ist der aktuell im Korruptionsprozess gegen Premier Benjamin Netanjahu verhandelte Anklagepunkt, wohlfeile Berichterstattung im Portal „Walla“ mit Geschäftsvorteilen vergütet zu haben.

Jenseits rechtlicher Belange fungiert das kostenlose Blatt „Israel Hayom“, finanziert von dem kürzlich verstorbenen US-Kasinomilliardär und Trump-Unterstützer Sheldon Adelson, als „Bibis Sprachrohr“, benannt nach dem Spitznamen des Premiers.

Subtiler sind Unterfangen von rechts, so Uri Dromi, Direktor des Jerusalemer Presseclubs, „Loyalisten in strategischen Schaltstellen von Sendern und TV-Stationen zu platzieren“ – die Folge: journalistische Selbstzensur. Und was in den besetzten palästinensischen Gebieten passiert, interessiert in den meisten Redaktionen eh wenig, die linksliberale „Haaretz“ mal ausgenommen. Den wöchentlichen Anti-Bibi-Protesten gibt die Aktivistin und freie Reporterin Or-ly Barlev in den sozialen Medien eine eigene Stimme. Immerhin, als Ikone der Gegenöffentlichkeit stieg sie inzwischen in den israelischen Journalistenrat auf.

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