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In Zwickau ist ein Gedenkbaum abgesägt worden, der an das hessische NSU-Mordopfer Enver Simsek erinnern sollte. 

Rechtsterrorismus

Weitere Gedenkstätte für NSU-Mordopfer in Zwickau beschädigt 

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Unbekannte haben in Zwickau den Gedenkbaum für Enver Simsek zerstört. Nun wurde auch eine Bank, die der Opfer gedenkt, beschädigt. 

Update vom 06.10.2019, 19.05 Uhr: In Zwickau ist abermals ein Mahnmal für die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) beschädigt worden. Eine erst am Freitag aufgestellte Holzbank mit einer Inschrift zum Gedenken an die Opfer wurde zerstört. Die Tat hat sich offenbar in der Nacht zum Sonntag ereignet. Der Staatsschutz hat nach Angaben der Polizeidirektion Zwickau die Ermittlungen übernommen. 

Erstmeldung vom 04.10.2019, 10.42 Uhr: Zwickau - Im sächsischen Zwickau ist ein Gedenkbaum in Erinnerung an das erste NSU-Mordopfer Enver Simsek abgesägt worden. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) äußerte sich am Donnerstag bestürzt und verurteilte eine "ruchlose Tat".

"Das Absägen des Baumes zeugt von Intoleranz, mangelndem Demokratieverständnis und von Verachtung gegenüber Terroropfern und deren Angehörigen", erklärte Findeiß. "Es zeigt auch, dass manche leider nicht begriffen haben, welch menschenverachtende Taten die Terroristen des NSU begangen haben."

Abgesägter Gedenkbaum in Zwickau: Keine Erkenntnisse zu Täter

Die Eiche war erst am 8. September in Erinnerung an Simsek gepflanzt worden. Die Stadtverwaltung erklärte am Donnerstag, es lägen derzeit keine Erkenntnisse über die genaue Tatzeit und den oder die Täter vor. Die Stadt werde Anzeige erstatten.

Die Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten den türkischen Blumenhändler Simsek im September 2000 in Nürnberg erschossen. Der Mord an dem Familienvater war der Auftakt der Mordserie des Nationalsozialistischer Untergrunds mit zehn Toten. In Zwickau, wo das NSU-Trio Böhnhardt, Mundlos und Beate Zschäpe jahrelang gelebt hatte, sollten für alle zehn Opfer Bäume gepflanzt werden.

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dpa

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