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Die sieben Jahre alte Jakelin Caal aus Guatemala ist in Texas in der Obhut der Behörden gestorben.

US-Grenze

Zweites Kind stirbt in US-Gewahrsam

Ein zweiter tragischer Fall von der US-Grenze erschüttert Guatemala: Nach dem Tod einer Siebenjährigen meldet die US-Grenzschutzbehörde den Tod eines achtjährigen Jungen. Das mittelamerikanische Land fordert eine saubere Aufklärung des Vorfalls.

Nach dem zweiten Todesfall binnen eines Monats hat die US-Grenzschutzbehörde eine medizinische Überprüfung aller Kinder in Haft angekündigt. Zudem solle insbesondere die „Politik“ gegenüber Kindern unter zehn Jahren überdacht werden, kündigte die Behörde an. In der Nacht zu Dienstag war ein achtjähriger Junge aus Guatemala in US-Gewahrsam gestorben – wenige Stunden später wurde in Guatemala ein siebenjähriges Mädchen beerdigt, das ebenfalls nach seiner Festnahme in den USA gestorben war. Die Regierung Guatemalas verlangte Aufklärung.

Der Junge, der am 18. Dezember festgenommen worden war, starb in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat New Mexico, in das er am Montag eingeliefert worden war, wie die Grenzschutzbehörde mitteilte. Die Mediziner hätten anfangs eine „einfache Erkältung“ diagnostiziert. Nach anderthalb Stunden im Krankenhaus sei er zunächst mit einem Rezept für ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum zurück in seine Einrichtung gebracht worden. In den USA werden Tausende Kinder festgehalten, die mit ihren Eltern vor der Gewalt in ihren Heimatländern fliehen.

Am Abend des 24. Dezember habe der Junge dann unter Übelkeit gelitten und erbrochen. Er sei erneut ins Krankenhaus gebracht worden. Dort sei er kurz nach Mitternacht gestorben. Die Todesursache sei noch nicht bekannt, teilte die Behörde mit. Es werde eine „unabhängige und gründliche Untersuchung“ geben. Das siebenjährige Mädchen, das am 8. Dezember im Gewahrsam der Grenzschutzbehörde starb, hatte Medienberichten zufolge unter „Dehydrierung“ und einem „Schock“ gelitten.

Demokratische US-Politiker kritisierten die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump. Senator Martin Heinrich, der New Mexico im Kongress vertritt, schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Nachricht vom Tod des Achtjährigen breche ihm das Herz, mache ihn aber auch wütend. „Die Trump-Regierung muss zur Verantwortung gezogen werden für den Tod dieses Kindes und für all die Leben, die sie mit ihrem internen Chaos und ihrer Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leben in Gefahr gebracht hat.“

Auch die New Yorker Abgeordnete Nydia Velazquez verlangte „ein Ende der hasserfüllten, gefährlichen und einwandererfeindlichen Politik“.

Der verschärfte Kampf gegen Einwanderer aus Lateinamerika ist einer der Schwerpunkte der Politik Trumps. Die Praxis des Grenzschutzes, Kinder von aufgegriffenen Einwanderern von ihren Eltern zu trennen, hatte im Juni einen Aufschrei der Empörung ausgelöst. Trump ließ dieses Vorgehen später beenden. An seiner Forderung, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten, hält der Präsident aber vehement fest.

Der Streit mit den oppositionellen Demokraten über die Finanzierung der Mauer hat zu einer Haushaltssperre geführt, die Teile des Regierungsapparats lahmlegt. Er könne nicht sagen, wann der Shutdown vorbei sein werde, sagte Trump am Dienstag in Washington. Unter Regierungsbediensteten macht sich Unmut über die Hängepartie breit. Hunderttausende sind zu Zwangsurlaub verdammt oder müssen zunächst ohne Gehalt arbeiten. Betroffen ist etwa ein Viertel des Regierungsapparats.

Seit Tagen laufen intensive Verhandlungen darüber, wie viel Geld in die Grenzsicherung fließen soll. Trump hatte ursprünglich fünf Milliarden Dollar verlangt. (afp/dpa)

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