Europawahl

Nur zwei Bewerber unter 40

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Juso-Chef Kühnert prangert Auswahl der SPD-Listenkandidaten für die Europawahl an.

Juso-Chef Kevin Kühnert ist unzufrieden mit den möglichen Kandidaten der SPD für die Europawahl im kommenden Mai. „Andere Parteien überflügeln uns dieser Tage spielerisch, wenn es darum geht, ein vielfältiges Angebot für die Europawahl zu unterbreiten“, schreibt Kühnert in einem Brandbrief an alle SPD-Landes- und Bezirksvorsitzenden, der dem Redaktions-Netzwerk Deutschland vorliegt.

Auf dem Parteitag im Dezember 2017 habe die SPD beschlossen, vermehrt junge Menschen auf ihrem Weg in die Gremien und Parlamente zu unterstützen, so Kühnert. „Doch der Praxistest fällt kaum ein Jahr später ernüchternd aus.“ Von den zwölf Jusos, die sich um eine Europakandidatur beworben hätten, könne mit Ausnahme des Abgeordneten Tiemo Wölken niemand eine aussichtsreiche Nominierung eines Landesverbandes oder Bezirks vorweisen. „Jeder Einzelfall mag für sich genommen erklärbar sein – das Gesamtbild der Nominierungen ist es jedoch nicht“, kritisiert der Juso-Chef.

Er rechnet vor: Unter den 25 Top-Prioritäten der Verbände seien lediglich vier „Neue“. Acht Kandidaten seien über 60 Jahre alt. 18 älter als 50. Nur zwei Personen seien unter 40. Keine unter 30. Auch das Geschlechterverhältnis sei mit 15 Männern und 10 Frauen unausgeglichen. „Gemeinsam stehen wir vor einem strukturellen Problem, das in erster Linie nicht den Jusos, sondern der Sozialdemokratie insgesamt schadet“, klagt Kühnert.

Er appelliert an die Parteivorderen, schnell nachzubessern. „Mit unseren Juso-KandidatInnen Delara Burkhardt und Tiemo Wölken unterbreiten wir Euch ein passendes personelles Angebot dafür. Eine Frau und ein Mann. Eine neue Kandidatin und ein amtierender Abgeordneter. Zwei, die den Rückhalt unseres Verbandes genießen und für Europa brennen“, schreibt er. „Wir finden, sie gehören bei der Aufstellung der SPD-Liste zur Europawahl auf vordere Listenplätze. Und wir fordern Euch dazu auf, sie dementsprechend im Rahmen Eures Listenvorschlags zu berücksichtigen.“

Am Montag will der SPD Parteivorstand seinen Vorschlag für die Europawahl-Liste präsentieren. Letzte Gesprächen dazu sollen am Wochenende stattfinden.

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