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Impfstoff

„Zu viele Nebenwirkungen“

Der französische Infektiologe Eric Caumes sieht den Biontech/Pfizer-Impfstoff kritisch.

Ich habe noch nie eine so hohe Häufigkeit von unerwünschten Nebenwirkungen bei einem Impfstoff gesehen“. Diese Worte stammen von Eric Caumes, Leiter der Abteilung Infektiologie am renommierten Hospital Pitié-Salpêtrière in Paris und Professor für Infektions- und Tropenkrankheiten an der Sorbonne. Es ist gut möglich, dass seine kritischen Äußerungen zum mRNA-Impfstoff der Firmen Biontech/Pfizer dazu beigetragen haben, dass in Frankreich überdurchschnittlich viele Menschen der Covid-Impfung skeptisch gegenüberstehen.

Die Regierung scheinen die Warnungen des bekannten Wissenschaftlers eher verärgert zu haben. Gesundheitsminister Olivier Véran reagierte mit dem Kommentar, Caumes würde manchmal „Unsinn“ reden.

Der Infektionsforscher, der sich selbst als eigentlich großen Impfbefürworter bezeichnet, bekräftigte und konkretisierte seine Kritik in einem am 11. Dezember erschienenen Interview mit der Zeitung „le parisien“. Kein einziger Kollege habe „widerlegt, was ich gesagt habe“. Die in den Unterlagen der US-Zulassungsbehörde FDA aufgeführten Nebenwirkungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs bezeichnete Caumes als „zu viel“: „45 Prozent mussten Medikamente gegen Fieber oder Schmerzen einnehmen. Wir sprechen von 55 Prozent Kopfschmerzen und 62 Prozent Müdigkeit.“ Es „könnte ein Problem geben“, folgert Caumes daraus. Auf die Frage, ob die Bevölkerung seiner Ansicht nach durch die Impfung gefährdet wäre, antwortete er, das sei eine heikle Frage. Es komme auf die Nutzen-Risiko-Abwägung an. Ältere Menschen mit hohem Risiko, schwer an Covid zu erkranken, würde er mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin impfen, jüngeren Menschen ohne Grunderkrankungen hingegen rät er davon ab.

Zulassung für AstraZeneca

Er selbst würde sich gerne mit dem Impfstoff von AstraZeneca oder dem chinesischen Vakzin impfen lassen, sagte Caumes. Bei dem seit gestern in Großbritannien zugelassenen Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca handelt es sich um einen Vektorimpfstoff, der ein Adenovirus nutzt, um die Erbinformation für das Spike-Protein von Sars-CoV-2in die Zellen zu bringen. Er ist damit wie der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer genbasiert. In China sind mehrere Impfstoffe in der Entwicklung oder werden bereits verabreicht, vor allem klassische Totimpfstoffe, die auf inaktivierten Viren basieren.

Seine Hauptsorge sei, so Caumes, dass es mit den Covid-Impfstoffen nicht gut laufe. „Wenn wir uns irren, wird die gesamte Geschichte der Impfstoffkunde in Misskredit gebracht.“ Wie zu erwarten, taucht der Wissenschaftler mit seiner Kritik auch auf Internetseiten von „Querdenkern“ auf. Caumes selbst beklagt, dass man heutzutage das Gefühl haben müsse, sich für eine Seite entscheiden zu müssen. Dabei sei nicht alles schwarz und weiß.

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