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Pressefreiheit in Japan

Zu viel Kritik wird bestraft

  • vonFelix Lill
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Eigentlich gilt die Japanische Presse als frei. Doch wer zu laut wird, der bekommt keine exklusiven Informationen mehr.

Anfang März berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo, dass zu den Olympischen Spielen nur Menschen als Zuschauer zugelassen werden könnten, die in Japan leben. Zitiert für diese Exklusivmeldung wurde „eine Person, die in Kenntnis ist.“ Und einige Tage später stellte sich heraus: Kyodo lag richtig. Inmitten der Pandemie dürfen Sportfans aus dem Ausland nicht ins Land kommen. Japans führende Nachrichtenagentur hatte mal wieder einen Scoop gelandet.

Dabei dürfte der Weg dorthin der übliche gewesen sein, der nicht nur ein gutes Licht auf die Pressefreiheit wirft. Im ostasiatischen Land, dessen Verfassung auch die Freiheit der Meinungen und Medien garantiert, unterhalten diverse Organisationen von Rang eigene Pressezentren, „kisha club“ oder „Schreiberklubs genannt.“ Hier verbringen Journalisten und Journalistinnen ihre Arbeitstage und erhalten immer mal wieder exklusive Informationen.

Die Klubs selbst sind allerdings höchst exklusiv. Nur die größeren Medien des Landes haben Plätze in solchen Pressezentren großer Unternehmen, Ministerien oder Verbände. Und da sich die Mitglieder dieses Privilegs bewusst sind, reizen sie die Institutionen ungern. Durch dieses Abhängigkeitsverhältnis entsteht nicht selten das, was kritische Stimmen Gefälligkeitsjournalismus nennen. Allzu kritische Berichterstattung wird nicht nur wegen der Abhängigkeiten schwieriger, sondern auch durch die wachsende Intimität, je länger jemand einem bestimmten kisha club zugeordnet bleibt.

In so einem Umfeld hilft es wenig, wenn die Regierung auch noch lauthals faire Berichterstattung einfordert. So geschehen in der Amtszeit des rechtsnationalen Premiers Shinzo Abe, der von Ende 2012 bis Mitte letztens Jahres Japan regierte. Wer allzu hart, und vermeintlich unfair, mit der Regierung ins Gerichte gehe, so drohte Abe, dem könne auch eine Sendelizenz entzogen werden.

Für Japans Pressefreiheit waren die Abe-Jahre keine guten. Zwischen 2013 und 2020 ist Japan im internationalen Ranking der Pressefreiheit der NGO Reporter ohne Grenzen von Platz 53 auf 66 abgerutscht (von 180). Und Abes Nachfolger Yoshihide Suga ist nicht bekannt für frischen Wind. Er war jahrelang der oberste Sekretär von Shinzo Abes Kabinett.

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