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Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel, dem Stifter des Friedensnobelpreises.

Friedensnobelpreis

Die Zocker sehen Kanzlerin Merkel vorne

Die Flüchtlingssituation treibt Europa seit Monaten um. Ist sie auch Thema beim Friedensnobelpreis? Wenn es nach den Zockern geht, hat Kanzlerin Merkel die größten Chancen auf die begehrte Auszeichnung.

In Oslo verkündet eine Jury am Freitag (11.00 Uhr MESZ) den diesjährigen Friedensnobelpreisträger. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gilt als aussichtsreiche Kandidatin. 2014 hatten sich die erst 17 Jahre alte Malala Yousafzai aus Pakistan und der Inder Kailash Satyarthi den Preis für ihren Kampf für Kinderrechte geteilt.

Damals hatte die Jury aus der Rekordzahl von 278 Kandidaten auswählen müssen. Dieses Jahr stehen fünf Namen weniger auf der Nominierungsliste. 205 Personen und 68 Organisationen sind laut dem norwegischen Nobelkomitee für den Preis vorgeschlagen.

Beobachtern zufolge könnte sich bei der Auszeichnung diesmal alles um die Flüchtlingssituation drehen. Neben Merkel kommt etwa der in der Schweiz lebende eritreische Priester Mussie Zerai für den Preis infrage. Er hilft seit Monaten Menschen, die auf dem Mittelmeer in Not geraten. Auch über einen Preis für das Flüchtlingshilfswerk UNHCR oder Papst Franziskus wurde in den vergangenen Wochen spekuliert.

Alternativ könnte der Einsatz für die Atom-Abrüstung belohnt werden - etwa mit einem Preis für die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) oder US-Außenminister John Kerry, mutmaßte Knut Magnus Berge vom norwegischen Fernsehsender NRK. "Es gibt viele spannende Kandidaten - wer gewinnt, ist nur schwer vorauszusagen", sagte der Nobel-Experte am Donnerstagabend.

Auf der Liste der bekannten Nominierungen tauchen Dauerkandidaten wie der kongolesischen Arzt Denis Mukwege und US-Whistleblower Edward Snowden auf. Aber auch Flemming Rose, der als Kulturredakteur der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" vor zehn Jahren die Mohammed-Karikaturen veröffentlichte, zählt zu den Kandidaten.

Der Osloer Friedensforscher Kristian Berg Harpviken sieht derweil Chancen für die russische Zeitung "Nowaja Gaseta" oder den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos.
Der Friedensnobelpreis ist mit 8 Millionen schwedischen Kronen (etwa 850 000 Euro) dotiert und wird - anders als die anderen Nobelpreise - nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo bekanntgegeben. Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. (dpa)

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