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„Irgendwann wird dieser Alptraum vorbei sein“

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Arbeiter versuchen, Schäden durch russischen Beschuss in einem Wohnviertel in Bachmut zu beseitigen.
Arbeiter versuchen, Schäden durch russischen Beschuss in einem Wohnviertel in Bachmut zu beseitigen. © AFP

Eine der wenigen noch zivilgesellschaftlich Aktiven in Russland spricht über politische Selbsthilfe, die Liebe zu Russland und wie wertvoll ein Handyanruf sein kann.

Die 26 Jahre alte Alexandra Rossius arbeitet bei der größten Menschenrechtsorganisation Russlands: OVD-Info. Im September 2021 wurde die Initiative von der Regierung zum „ausländischen Agenten“ erklärt – laut einem Gesetz gegen die Unterstützung der russischen Zivilgesellschaft durch den Westen. Als ihre Kolleginnen und Kollegen das Land verließen, entschied Rossius, in Moskau zu bleiben. Sie hat Angst, möchte aber ihr Land nicht im Stich lassen. Mit uns spricht sie über leisen Widerstand und darüber, wie sie sich weiter für die Moskauer Subkultur einsetzt. Sie sagt: Wer, wenn nicht wir?

Für mich bedeutet Patriotismus, dass ich mir ein anderes Russland wünsche, eines, das nicht in Geiselhaft gehalten wird.

Alexandra Rossius

Seit Kriegsbeginn haben Menschen in Massen Russland verlassen, Schätzungen zufolge bis zu 300 000. Sie bleiben. Sie nennen sich „Patriotin“. Was macht Russland liebenswert?

Für die Intelligenzija in Russland ist Patriotismus ein Schimpfwort, ich weiß. Weil sie das mit der Unterstützung von Krieg gleichsetzt. Aber für mich bedeutet Patriotismus, dass ich mir ein anderes Russland wünsche, eines, das nicht in Geiselhaft gehalten wird. Mein ganzes Leben hat sich auf dieser einen Hoffnung gegründet: dass es besser werden kann. Frei und human. Meine Liebe zu Russland bedeutet die Liebe zur Natur, zur Sprache, zur Kultur. Vor dem Krieg bin ich oft in die Oper gegangen. Wenn ich Tschaikowskis 5. Sinfonie höre oder die Oper „Die Zarenbraut“ von Rimski-Korsakow, spüre ich etwas ganz Vertrautes. Hier ist mein Platz auf der Welt.

Zusammen mit der Performance-Künstlerin Katrin Nenasheva haben Sie die Gruppe „Ya ostayus“ („Ich bleibe“) gegründet. Damit wenden Sie sich an regimekritische Menschen, die so wie Sie in Moskau ausharren. Bis vor kurzem trafen Sie sich mit bis zu 40 Leuten in einem Coworking Space für Aktivisten. Mitte Juni kam dann die Polizei, beschlagnahmte Kunstgemälde und Solidaritätsplakate für die Künstlerin Sascha Skotschilenko, die in Haft ist. Seitdem hat sich die Räumlichkeit auf unbestimmte Zeit „beurlaubt“, erklärten Sie auf Facebook. Bedeutet es das Ende Ihrer Gruppe?

Natürlich nicht. Ich setze gerade alles daran, eine andere Räumlichkeit zu finden. Dann können wir die Gruppe weiterführen. Wir sind keine politische Vereinigung, sondern eine Selbsthilfegruppe, das ist unser Vorteil. Wir sitzen im Stuhlkreis und plaudern.

Über was?

Einsamkeit, Isolation, Angst. Unsere Gruppe entstand aus dem Bedürfnis heraus, uns nicht allein zu fühlen. Viele von uns haben psychische und physische Gewalt durch Behörden erfahren, weil sie protestiert haben. Es hilft, einfach nur darüber zu sprechen. Die Erfahrung anderer zu hören, die Ähnliches erlebt haben. Die meisten von uns sind zwischen 20 und 30 Jahren alt. Niemand gibt konkrete Ratschläge, es sind eher „Ich ...“-Aussagen. Einige sprechen über ihre Verachtung gegenüber Menschen, die seit Kriegsbeginn einfach ihr Leben weiterleben. Für uns ist das unvorstellbar.

Ein ukrainischer Soldat wartet in seiner Grabenstellung vor Charkiw auf den nächsten Angriff.
Ein ukrainischer Soldat wartet in seiner Grabenstellung vor Charkiw auf den nächsten Angriff. © dpa

Gibt es einen Moment oder eine Geschichte, die Sie besonders berührt hat?

Eine junge Frau, Diana, ist in unserer letzten Sitzung neu dazugekommen. Sie ist Yogalehrerin und die Tochter eines staatstreuen Politikers. Sie kommt aus Sotschi und hat dort eine kleine Gruppe von Kriegsgegnern organisiert. Am 17. April planten sie, Flugblätter zu verteilen. Kurz vor der Aktion haben Polizisten in Zivilkleidung sie festgenommen und verhört. Ein weiteres Mitglied aus ihrer Gruppe ist seitdem spurlos verschwunden. Diana wurde irgendwann nach Hause entlassen, dort hat ihr Vater sie sofort rausgeworfen. Er sagte, sie hätte seinen Präsidenten beleidigt, sei nicht mehr seine Tochter.

Haben Sie niemals an Flucht gedacht?

Vielleicht kurz, als viele meiner Freunde innerhalb weniger Tage weg waren. Das war, als ob ein riesiges Stück von mir abgerissen wurde. Gleichzeitig habe ich schnell gespürt: Ich will das nicht. Mich lässt der Gedanke nicht los: Irgendwann wird dieser Alptraum vorbei sein. Und was ist mit denen, die nach uns kommen? Den Kindern von heute und ihren Kindern? Sie sollen Russland nicht nur als Diktatur und Kriegsmacht in Erinnerung behalten, sondern auf die Menschen schauen, die in diesem Land für etwas Gutes gekämpft haben. Viele, die Russland verlassen, verlieren schnell den Bezug zu der Situation hier. Meine Freunde und ich, wir prägen die russische Subkultur, die Moskauer Underground-Szene. Mit Kunst und Aktionismus, die Künstlerin Katrin Nenasheva macht sehr inspirierende Sachen.

Am 28. Mai dieses Jahres haben Sie mit Ihrer Gruppe „Ich bleibe“ ein Friedenskonzert organisiert. Es kamen 45 Leute. Geht das überhaupt: Subkultur in einer Diktatur?

Nur bedingt. Auf der Suche nach einer Location in Moskau haben alle Veranstalter abgesagt, als sie erfuhren, was wir vorhatten. Im letzten Moment fanden wir doch noch einen Ort. Das Konzert war dann eine geschlossene Veranstaltung. Ich kannte jeden der Teilnehmer persönlich, darauf habe ich streng geachtet. Alle wussten, dass es ein Risiko gibt und sind trotzdem gekommen. Im Vorfeld hatten wir Sorge, dass die Polizei auftauchen wird. Im Raum herrschte dann ein Gefühl von Zusammenhalt und Solidarität.

Am Ende waren die Gäste uns sehr dankbar. Wir brauchen Musik, um Gemeinschaft zu fühlen.

Haben Sie nicht ständig Angst, verhaftet zu werden?

Mein psychischer Zustand ändert sich ständig. Manchmal überkommt mich eine Riesenpanik, ich denke plötzlich: Scheiße, die werden mich jetzt in den Knast stecken. Das ist bisher noch nicht passiert. Einmal habe ich eine Frau juristisch beraten, die in Untersuchungshaft saß. Wir nennen das „Affenkäfig“. Sie erzählte mir, dass sie die zwei Nächte bis zur Verhandlung nicht aufs Klo durfte, sie musste in Flaschen pinkeln. Natürlich hinterlassen solche Erlebnisse Traumata. Aber bis jetzt ist mein Verlangen danach, hier zu bleiben, stärker ausgeprägt als meine Angst. Selbst Nawalny ist nach Russland zurückgekehrt, um in seiner Heimat zu sein, obwohl er wusste, er kommt ins Gefängnis.

Während Sie zu Hause kämpfen, fordert eine Gruppe um den Oppositionspolitiker Dimitri Gudkow eine politische Repräsentation im Exil, einen „Pass des guten Russen“. Im Exil werden Regimegegner häufig als Bürger zweiter Klasse behandelt, können kein Bankkonto eröffnen, kriegen kein Visum, ihnen werden Kredite verweigert. Gudkow schlägt eine virtuelle Selbstorganisation vor: Auf einer Internet-Plattform sollen Exil-Russen eine Antikriegserklärung unterzeichnen und sich so vom Stigma des „bösen Russen“ befreien. Würden Sie so ein Dokument beantragen?

Niemals! Für mich wäre das erniedrigend. Das ist doch Diskriminierung. Man will den Unschuldigen mit so einem Pass helfen, stellt dadurch aber alle unter Generalverdacht: Wenn du Russe bist, unterstützt du den Krieg. Ich stehe für einen anderen Ansatz: Bei allen Russen, die in den Westen kommen, sollte man von Unschuld ausgehen – außer bei denen, die schon auf Sanktionslisten stehen. Und es sollte nicht die Aufgabe der Russen sein, ihre Unschuld zu beweisen, sondern die Aufgabe der anderen Staaten, gut hinzuschauen und nur bestimmte Leute zu bestrafen.

Eine Frau fegt Explosionsstaub vor einem beschossenen Haus im südwest-ukrainischen Serhijiwka fort.
Eine Frau fegt Explosionsstaub vor einem beschossenen Haus im südwest-ukrainischen Serhijiwka fort. © AFP

1836 schrieb Alexander Puschkin in seinem Roman „Die Hauptmannstochter“: In Russland einen Aufstand zu erleben, sei völlig sinnlos. Zuletzt nahm die Polizei am russischen Nationalfeiertag, dem 13. Juni, wieder 67 Menschen fest, über die Hälfte von ihnen wurde in der Moskauer U-Bahn mit Gesichtserkennungsprogrammen identifiziert. Können Sie gerade irgendjemandem vorwerfen, nicht auf die Straße zu gehen?

Schon bei Kriegsanfang sind viel weniger Menschen protestieren gegangen als noch ein Jahr zuvor für die Freilassung Alexej Nawalnys. Trotzdem ist es für mich schwer zu ertragen, dass bei Anti-kriegsprotesten weit weniger Demonstrierende zusammenkamen als für Nawalny. Für mich ist die Verhaftung eines unschuldigen Menschen wie Alexej Nawalny ein deutlich kleineres Verbrechen als ein Krieg.

Sie arbeiten bei der größten unabhängigen Menschenrechtsorganisation Russlands: 70 Festangestellte, 6000 Freiwillige. Bis zu ihrer durch die Regierung erzwungenen Auflösung im Dezember 2021 galt „Memorial“ als die älteste und wichtigste russische Menschenrechtsorganisation. Auch OVD-Info steht seit vergangenem Herbst auf einer Liste „ausländischer Agenten“. Die Listen zeigen, wer dem Regime als Gegner gilt. Ihre Website wurde bereits blockiert. Steht auch OVD-Info die Zwangsauflösung bevor?

Noch können wir weitermachen. Die Blockierung unserer Website war kein Todesstoß für uns. Wir können Menschen weiterhin über Telegram-Kanäle und VPN-Server erreichen. Beides haben die meisten jungen Leute in Russland installiert. Keiner hat Lust, auf Facebook oder Instagram zu verzichten. Aber uns wird die Unterstützung von Extremismus vorgeworfen, das ist ein schwerer Schlag. Einer unserer Angestellten wurde auf der Straße festgenommen, willkürlich.

Zu den Hauptaufgaben von OVD-Info gehören die Dokumentation von politisch Verfolgten und die kostenlose juristische Unterstützung für alle, die Widerstand leisten. Während die Antikriegsproteste in vollem Gange waren, standen Sie nicht auf der Straße, sondern saßen im Büro.

Stimmt. Ich wollte unbedingt auf die Straße. Aber an meinem Arbeitsplatz wurde ich dringender gebraucht. Viele Leute haben durch unsere juristische Hilfe weniger Angst, demonstrieren zu gehen. Sie wissen, dass wir uns für sie einsetzen, falls sie festgenommen werden. Dafür haben wir eine eigene Telefonhotline eingerichtet. Massenproteste bedeuten für uns immer Hochbetrieb.

Sobald sie am Telefon sind, muss alles ganz schnell gehen, bevor die Polizei ihnen das Handy wegnimmt. Wir fragen sofort nach ihrem Namen und ob wir ihren Fall öffentlich machen dürfen. 

Alexandra Rossius

Können die Menschen noch eine Hotline anrufen, wenn ihnen Handschellen angelegt werden?

Dass ihnen Handschellen angelegt werden, kommt selten vor. Meistens können sie uns noch anrufen. Sobald sie am Telefon sind, muss alles ganz schnell gehen, bevor die Polizei ihnen das Handy wegnimmt. Wir fragen sofort nach ihrem Namen und ob wir ihren Fall öffentlich machen dürfen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Inhaftierung wird viel kleiner, sobald der Fall öffentlich ist.

Und dann?

Am anderen Ende der Leitung sitzen Freiwillige, die von mir geschult wurden. Sie beraten die Anrufer sofort mit juristischem Basiswissen zu ihren Rechten. Zum Beispiel müssen sie wissen, dass ein Polizist sich mit einem Dokument ausweisen muss und einen konkreten Grund für die Festnahme angeben muss. Dass der Festgenommene nicht verpflichtet ist, auf Fragen zu antworten. Ich koordiniere das Ganze. Wenn ein Fall zu komplex wird, vermitteln wir ihn an einen Juristen. Manchmal rufen Dutzende von Leuten pro Minute an. Der Job am Telefon ist extrem anstrengend, nach zwei Stunden tausche ich die Freiwilligen aus, damit sie nicht zu erschöpft sind.

Die Polizei zerschlug systematisch Proteste in den ersten Kriegswochen. Heute trauen sich nur noch einzelne mit einem „Nein zu Krieg“-Schild auf die Straße. Geht Widerstand auch leise?

Ja, allein schon auszusprechen: „Was gerade passiert, gefällt mir nicht!“ – das erfordert viel Mut. Ein Bekannter von mir arbeitet bei einem Finanzinstitut, das vom Staat finanziert wird. Die Führung hat im März angeordnet, dass alle Mitarbeiter gemeinsam zu einem Militärkonzert fahren. Alle sind mit, nur ein Einziger hat gesagt: „Wisst ihr was, ich komme nicht mit.“ Das ist ein erster Schritt: Leute, die den Krieg eigentlich ablehnen, zu solch kleinen Taten zu bringen. Zu viele Russen sind überzeugt davon, dass sie als Einzelner keinerlei Macht haben, irgendetwas zu bewirken. Eine erlernte Hilflosigkeit. Das Gefühl: „Was kann ich denn schon alleine bewegen?“

Sie verwenden das Wort „Krieg“ im Gespräch und auch in den sozialen Medien. Im Februar verbot die russische Zensurbehörde das Wort „Krieg“ als Verbreitung von Desinformation. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Offiziell heißt das nur „Spezialoperation“.

Ich fühle mich unsicher dabei. Aber ich sage trotzdem Krieg, weil ich Neusprech vermeiden will. So nennen wir das hier unter uns. Der Begriff stammt aus George Orwells „1984“. Darin soll durch die Verwendung bestimmter Begriffe eine Ideologie im Unterbewusstsein der Menschen verankert werden. Deshalb beschränkt man sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten und hebt so die Freiheit des Denkens auf. Das verschleiert Tatsachen.

Der sowjetische Dissident Alexander Sinowjew machte in einem satirischen Roman den Begriff „Homo Sovieticus“ populär: Eine Menschengattung, die daran gewöhnt sei, unter schlechten Bedingungen zu leben, bereit, Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen. Der Homo Sovieticus wartet ständig auf Schlimmeres und will keine individuelle Verantwortung übernehmen. Er billigt die Handlungen der Regierung und verrichtet Dienste, ohne Eigeninitiative zu zeigen. Dieses Bewusstsein habe sich über Generationen in Russland eingeprägt. Gibt es den „Homo Sovieticus“ auch heute noch?

Homo Sovieticus, das ist eine sehr akkurate Beschreibung meiner Lehrer aus der Schulzeit, bis ich in die Oberstufe kam. Zuvor wollten sie uns Schüler auch zum Homo Sovieticus erziehen. Damit haben sie uns nicht mehr erreicht – wir hatten nämlich Internet und hingen ständig im sozialen Netzwerk „vkontakte“ rum, dem russischen Facebook. Die Erziehungsmaßnahmen sind an uns abgeprallt. Wir wollten unbedingt die Schuluniform loswerden, individuell sein. Und es war extrem wichtig, wer welche Musik hörte. Pop gegen Emo gegen Rap, und noch die Nonkonformisten: die Rocker. Ich war bei den Emos, bis ich die Sängerin Zemfira für mich entdeckte und zu Rock wechselte. Letztendlich ging es darum, bloß nicht gleich zu sein.

Sie wurden 1996 geboren. Als Putin an die Macht kam, waren Sie vier. Sie haben nie in einer Demokratie gelebt. Die Politik Ihres Landes kann Ihre liberale Weltsicht nicht geprägt haben.

Ich war 15, als ich mich in ein Mädchen aus meiner Klasse verliebte. Kurz darauf, 2011, verabschiedete Sankt Petersburg auf kommunaler Ebene den ersten homophoben Gesetzesentwurf. 2013 wurde das Gesetz auf Bundesebene ausgeweitet: Plötzlich war es strafbar, vor Minderjährigen „Propaganda“ über Homosexualität zu verbreiten. Meine Freundin und ich fühlten einfach nur reine, fast kindliche Liebe zueinander. Wir begriffen: Was Putin und seine Leute da über die bösen Homos sagen, damit meinen sie uns. Ich fühlte mich klein, als würde man mir meine Selbstbestimmung nehmen.

Hat denn auch Ihre Familie Sie geprägt?

Meine Eltern beobachteten schon immer aufmerksam, was im Land passiert und haben diskutiert, was sie nicht gut finden. Sie haben mich zu kritischem Denken erzogen. Mein Vater mochte Putin noch nie, und er hat offen darüber gesprochen. Ich sehe ihn vor mir, da war ich vielleicht drei Jahre alt, wie er mit erhobenem Zeigefinger telefoniert und sich über den Tschetschenien-Krieg aufregt.

Ihre Eltern sind also politisch. Gehen sie heute protestieren?

Nein. Ich bitte meine Mutter darum, aber ich kann ihr auch nicht böse sein, dass sie es nicht tut. Und mein Vater lebt seit der Trennung meiner Eltern vor ein paar Jahren in Bamberg.

Die beiden müssen schreckliche Angst um Sie haben.

Ja, meine Mutter erträgt es nicht, dass ich in Russland bleibe. Sie sagt, sie sorgt sich, ich solle weg. Ich sage, ich will nicht weg. Sie sagt, dass sie Angst hat. Das Gespräch führt jedes Mal ins Nirgendwo. Es tut mir sehr leid, dass ich ihr mit meiner Entscheidung Schmerz antue, aber ich kann nicht anders.

Interview: Anna Scheld und Marina K.

(Name ist der Redaktion bekannt, wird aber aus Sicherheitsgründen nicht genannt.)

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