Der Bestseller des Frühjahres wird noch eine Weile Teil der Normalität sein.
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Der Bestseller des Frühjahres wird noch eine Weile Teil der Normalität sein.

Maskenpflicht

Zielmarke fürs „Shoppingerlebnis“

  • Daniela Vates
    vonDaniela Vates
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Debatte: Wann kommt der Alltag ohne Maske?

Signale und Zahlen lassen sich unterschiedlich lesen. Wie schnell etwa lässt sich ein Wert von weniger als 100 Neuinfektionen erreichen, wenn es derzeit noch knapp 400 sind? 378 Neuinfektionen mit dem Coronavirus meldete das Robert-Koch-Institut am Samstag.

Ein Grund, das Tragen von Masken beizubehalten, befand Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): „Solange wir im Durchschnitt täglich mehrere Hundert neue Infizierte haben, wird sie überall bleiben müssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, müssen Mediziner und Politik neu nachdenken.“

Die FDP begriff Altmaiers Zielmarke als Signal für ein baldiges Ende der Maskenpflicht. „Auch der relativ geringe Eingriff der Maskenpflicht ist bei einem geringen Infektionsgeschehen über einen längeren Zeitraum irgendwann nicht mehr verhältnismäßig. Ich freue mich über die Rückendeckung durch Herrn Altmaier in dieser Frage“, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Michael Theurer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Kanzlerin Merkel und der bayerische Ministerpräsident Söder sollten diese Forderung endlich aufgreifen und nachjustieren.“ Einschränkungen von Grundrechten müssten verhältnismäßig und nachvollziehbar sein, um den Gesundheitsschutz und verfassungsrechtlich garantierter Freiheitsrechte zu vereinen.

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dagegen bremste: „Wir sollten jetzt nicht alle denkbaren Möglichkeiten der Lockerungen ausreizen, sondern immer mit einem gewissen Sicherheitspuffer handeln“, sagte sie der „Passauer Neuen Presse“. „Wir müssen an der gegenwärtigen Maskenpflicht und den Abstandsregeln festhalten.“ Ein schwerer Rückschlag würde nicht nur die Gesundheit von Menschen gefährden, sondern auch der Wirtschaft schwer schaden. „Dessen müssen wir uns bewusst sein, auch wenn die Regeln manch einen nerven.“

Auch bei einer anderen Oppositionspartei hieß es: Gemach, gemach. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warnte davor, das Virus zu unterschätzen, „auch wenn man jung und gesund ist“. Solange es keinen Impfstoff gebe, müssten alle vorsichtig bleiben, sagte er der „Rheinischen Post“. Auch er warnte vor negativen Auswirkungen einer zweiten Welle auf die Wirtschaft.

Aus der Wirtschaft meldete sich der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Stefan Genth. Eine Aufhebung der Maskenpflicht sei nur dann sinnvoll, wenn sich Kunden und Mitarbeiter auch ohne Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen wohlfühlten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Es geht darum, die Maskenpflicht, sobald es die medizinische Situation vernünftig und für Kunden sowie Mitarbeiter sicher erscheinen lässt, abzuschaffen.“

Wann der Zeitpunkt dafür gekommen sei, müssten die politisch Verantwortlichen und Wissenschaftler beschließen. Dabei müsse die Bevölkerung transparent über die Grundlagen der Entscheidung informiert werden, nur so sei „eine Rückkehr zum angenehmen Shoppingerlebnis möglich“.

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