Zentralrats-Präsident Schuster wirbt für jüdisch-islamischen Dialog

Zentralrat der Juden

Zentralrats-Präsident Schuster wirbt für jüdisch-islamischen Dialog

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wirbt für ein gutes Miteinander zwischen Juden und Muslimen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, wirbt für ein gutes Miteinander zwischen Juden und Muslimen. Dem Austausch beider Religionen über „Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Erfahrungen als Minderheit kommt eine höhere Bedeutung denn je zu“, heißt es in einem Gastbeitrag Schusters in der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch). 

AfD verändert politische Lage für Muslime und Juden

Mit dem Einzug der AfD in Landtage und in den Bundestag habe sich die politische Lage verändert. Damit habe eine Partei „enorm an Einfluss gewonnen, die Islamfeindlichkeit in allen Facetten verbreitet.“ Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte unter dem Titel „Prävention durch Dialog: Jüdisch-muslimisches Gespräch neu gedacht“ ein neues Projekt gestartet. „Radikalisierung und Antisemitismus in Teilen der muslimischen Gemeinschaft bereiten uns Sorge und sind ein Problem für die Demokratie insgesamt. 

Mit der direkten jüdisch-muslimischen Begegnung auf Augenhöhe möchten wir Vorbehalte abbauen und damit frühzeitig einer Radikalisierung vorbeugen“, hatte Schuster Mitte Mai zum Auftakt erklärt. Das Projekt wird von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, gefördert. 

Antisemitismus im Keim ersticken

Zum Thema Antisemitismus unter Muslimen erklärte Schuster in der „Süddeutschen Zeitung“: „Wir wollen mit unseren intergenerationell angelegten Dialogformaten dazu beitragen, Zentralrats-Präsident Schuster wirbt für jüdisch-islamischen Dialog. Daher sprechen wir von Prävention.“ 

Man wolle keine „bereits Radikalisierten deradikalisieren – vielmehr wollen wir einer antisemitischen Radikalisierung vorbeugen. Eine solche Prävention in Verbindung mit einem fairen Dialog zu praktizieren, ist der innovative Ansatz des Projekts. Wer darin einen Generalverdacht gegen Muslime sieht, hat den Kern unseres Projekts nicht verstanden“, so Schuster. 

Das könnte Sie auch interessieren: „Die Regierung muss dafür sorgen, dass Juden auf der Straße eine Kippa tragen können“

Der Nahostkonflikt werde auch auf den Schulhöfen Deutschlands ausgetragen, fügte Schuster hinzu: „Die schwierigen Vorzeichen, unter denen der jüdisch-muslimische Dialog steht, lassen sich in ein paar Namen übersetzen, die da lauten Hamas, Hisbollah oder IS.“ Es sei dieser politische Hintergrund, der auch den Zentralrat der Juden veranlasst habe, „in größerem Stil in den jüdisch-muslimischen Dialog einzutreten“. (epd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion