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Im Jahr 1992 spaltet sich die „Republik Bergkarabach“ von Aserbaidschan ab.

Bergkarabach

Zeittafel

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Eine Zeittafel über historische Hintergründe und politische Einflüsse rund um die Konfliktregion Bergkarabach.

Der Transkaukasus oder „Südkaukasus“ – Georgien, Armenien und Aserbaidschan – liegt zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, zwischen Kaukasus, Ostanatolien und iranischem Ost-Aserbaidschan.

Seit der Antike wechselt die Herrschaft über das Gebiet, bis schließlich das Zarenreich im 19. Jahrhundert bei seinen imperialistischen Eroberungszügen es Persien abjagt.

Ende des 19. Jahrhunderts beginnt die Moderne: Rund um die aserbaidschanische Hafenstadt Baku wird Erdöl gefördert. Außerdem wird die Transkaukasische Eisenbahn zwischen den beiden Binnenmeeren gebaut.

Unter russischer Knute werden die unzähligen ethnischen und territorialen Konflikte des gesamten Kaukasusgebietes stillgehalten. Die Zaren sehen die Region vornehmlich als Aufmarschgebiet für ihre geplante Eroberung des Osmanischen Reiches.

Die Russen animieren zwecks Destabilisierung die Armenier zu Protest und Aufstand gegen die Osmanen; das schafft die politische Grundlage für den Genozid an den Armeniern im Ersten Weltkrieg. Istanbul baut im Gegenzug auf islamische Solidarität unter den Aserbaidschanern, die den Russen quasi in die Flanke fallen könnten. Das sekulare Georgien mit seinen separatistischen Eliten hält sich aus diesen Machtspielen weitgehend raus.

Am 31. Oktober 1914 erklärt Russland dem Osmanischen Reich den Krieg. Zu dem Zeitpunkt laufen bereits seit Monaten Pogrome, Massaker, Verfolgung, Vertreibung und ein Kleinkrieg lokaler Milizen in Transkaukasus und Anatolien. Die folgenden Kriegshandlungen ziehen entlang religiöser Trennlinien dauernd Pogrome nach sich.

Anfang 1918 wird die anti-bolschewistische „Transkaukasische Föderation“ von Georgien, Armenien und Aserbaidschan gegründet. Im Sommer existiert sie nicht mehr. Georgiens pragmatische Sozialdemokraten gehen ihren eigenen, brutal chauvinistischen Weg. Armenier und Aserbaidschaner beginnen sich um Bergkarabach zu schlagen. 1921/22 erobert die Rote Armee den gesamten Transkaukasus.

In Bergkarabach gibt es ab den 60er Jahren Proteste und Unruhen. 1988 eskaliert die Situation: Es kommt zu Toten bei Demos und zu Pogromen.

1992 spaltet sich die „Republik Bergkarabach“ von Aserbaidschan ab, armenische Truppen greifen ab 1993 in den Konflikt ein und besetzen eine Pufferzone rund um die Exklave. Seit 1994 versucht die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), den ungelösten Konflikt friedlich beizulegen. Bislang ohne Erfolg.

Georgien orientiert sich nach 1991 immer mehr nach dem Westen - nicht zuletzt angesichts der militärischen Übergriffe der Russen gegen das Land.

Armenien versucht tendenziell, seine enge Beziehung zu Russland zu behalten – bis die Moskau-treue, autoritäre „Bergkarabach-Fraktion“ und ihre Exponenten Robert Kotscharjan und Sersch Sargsjan den Bogen überspannen und 2018 von der „Samtenen Revolution“ hinweggefegt werden.

Aserbaidschan gilt seit 1992 als autoritär und korrupt. Dauerpräsident Ilham Hejdar Älijew kümmert das nicht.

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