Andreas Molau, Niedersachsens NPD-Landesvize, hat seine Kandidatur zurückgezogen.
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Andreas Molau, Niedersachsens NPD-Landesvize, hat seine Kandidatur zurückgezogen.

NPD zeigt sich selbst an

Rechtsextreme stehen vor finanziellem Ruin

Von JUTTA MAIER

Die Querelen innerhalb der NPD erreichen einen neuen Höhepunkt: Andreas Molau, stellvertretender Landeschef in Niedersachsen, hat seine Kandidatur für den Bundesvorsitz gegen den umstrittenen Amtsinhaber Udo Voigt zurückgezogen. Außerdem droht der rechtsextremen Partei nach einer Selbstanzeige bei der Bundestagsverwaltung der finanzielle Ruin.

Nach Angaben einer Parlamentssprecherin hat die NPD Fehler in ihrem Rechenschaftsbericht für 2006 gemeldet. So seien die Schulden mit "einigen hunderttausend Euro" zu niedrig angegeben. Die genaue Summe sei noch unklar, weil viele Unterlagen fehlten. Laut NDR spricht der NPD-Vorstand davon, dass Spendengeld von einer Million Euro "nicht auffindbar" seien.

Die Partei fällt immer wieder durch Ungereimtheiten in Rechenschaftsberichten auf, so auch für das Jahr 2007 laut Spiegel mit einer Summe von fast 900 000 Euro. Sollten sich diese Unregelmäßigkeiten bestätigen, droht der NPD für 2007 eine Geldstrafe von rund 1,8 Millionen Euro.

Molau, der eigentlich für einen Neuanfang in der NPD sorgen sollte, zog seine Kandidatur am Mittwoch überraschend zurück, nachdem der Landesverband von Mecklenburg-Vorpommern angekündigt hatte, nun den eigenen Fraktionschef Udo Pastörs als Gegenkandidaten Voigts unterstützen zu wollen. Der nahm die Kandidatur an. Eine Breitseite gegen Molau: Schließlich hatte ihn ausgerechnet die Parteispitze von Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit Sachsen Ende 2008 als Kandidaten ins Rennen geschickt.

"Ich bin geplättet", sagte Molau der FR. Er habe versucht, für einen modernen Kurs der Partei zu werben. Unter dem Einfluss von Parteivize Jürgen Rieger drohe die NPD, sich zu einer "Politsekte" zu entwickeln. Voigt sei nur noch "eine willfährige Marionette des Börsenspekulanten Rieger", so Molau.

Voigt stand wegen der Finanzaffäre um Ex-Schatzmeister Erwin Kemna zunehmend unter Kritik. Molau: "Ein Parteivorsitzender, der nicht merkt, dass Beträge in Hunderttausender Größe aus den Parteikassen verschwinden, hat die Legitimation zur Führung der Partei verloren. " mit ap

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