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Teilnehmer der "Gelbwesten"-Proteste versammeln sich in der Nähe des Arc de Triomphe, bevor sie durch Paris marschieren.

Frankreich

Zehntausende „Gelbwesten“ gehen auf die Straßen

In Frankreich gehen erneut zehntausende „Gelbwesten“ auf die Straßen. Am Sonntag will sich erstmals eine Gegenbewegung formieren.

In Frankreich haben am Samstag erneut zehntausende „Gelbwesten“ gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Landesweit gingen rund 69.000 Menschen auf die Straße, wie das Innenministerium am Abend mitteilte. In der Hauptstadt Paris demonstrierten demnach rund 4000 „Gelbwesten“. Dort kam es am Place de la Bastille zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Nach Angaben der Präfektur wurden mindestens 22 Menschen festgenommen.

Die Bewegung der „Gelbwesten“ hatte den elften Samstag in Folge zu Demonstrationen gegen den Reformkurs Macrons aufgerufen. Im Vergleich zum vorherigen Wochenende gingen die Teilnehmerzahlen leicht zurück. Am vergangenen Wochenende hatten sich landesweit 84.000 Menschen beteiligt, in Paris waren es 7000 gewesen.

In Toulouse im Südwesten des Landes demonstrierten mehrere tausend Menschen friedlich gegen Macron, in Bordeaux im Westen waren es nach AFP-Schätzungen rund 5000. Auch in Straßburg und Marseille demonstrierten viele Menschen.

Erstmals hatten Aktivisten an diesem Wochenende am Pariser Bastille-Platz zudem zu einer „gelben Nacht“ aufgerufen. Vorbild ist die Sozialbewegung „Nuit debout“, die 2016 gegen die Arbeitsrechtsreform der sozialistischen Vorgängerregierung protestierte.

Am Sonntag geht erstmals eine Gegenbewegung zu den „Gelbwesten“ auf die Straße: Eine Gruppe namens „Rote Schals“ (foulards rouges) hat zu einem Marsch zum Bastille-Platz aufgerufen. Unter dem Motto „Stop - jetzt reicht‘s“ will sie gegen die Gewalt bei den seit mehr als zwei Monaten andauernden „Gelbwesten“-Protesten demonstrieren.

Der Initiator der „Roten Schals“, Laurent Soulié, steht der Partei Die Republik in Bewegung (La République en Marche) von Präsident Emmanuel Macron nahe. Der 51-Jährige und seine Mitstreiter werben für ein „friedliches und respektvolles Frankreich“ ohne „Hass“. (afp)

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