Am Berliner Alexanderplatz kamen rund 15 000 Menschen zu einer Kundgebung
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Am Berliner Alexanderplatz kamen rund 15 000 Menschen zu einer Kundgebung.

Deutschland

Zehntausende in Deutschland auf der Straße

In vielen Großstädten Deutschlands setzen am Wochenende Menschen ein Zeichen gegen Rassismus.

Zigtausende Menschen haben am Wochenende in Berlin und anderen deutschen Städten gegen Rassismus und Polizeiwillkür demonstriert. Wegen der rund 15 000 Teilnehmer auf dem Berliner Alexanderplatz sperrte die Polizei die umliegenden Straßen für den Verkehr. Viele Demonstranten trugen schwarze Kleidung und riefen immer wieder den Slogan „Black Lives Matter“ („Schwarze Leben zählen“). Großdemonstrationen nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd fanden unter anderem auch in Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt statt.

Auf Plakaten wurde in Berlin auch an Menschen dunkler Hautfarbe erinnert, die in Deutschland Opfer rassistischer Gewalt wurden. Die Kundgebung selbst verlief laut Polizei störungsfrei, wurde wegen der anwachsenden Menschenmenge jedoch vorzeitig beendet. Wegen der Festnahme eines Mannes nach einer Sachbeschädigung an einem Polizeifahrzeug seien Flaschen und Steine auf Polizeikräfte und Passanten geflogen, berichtete die Polizei. Dabei seien Einsatzkräfte und ein Pressefotograf verletzt worden. Insgesamt sei es im Zusammenhang mit der Anti-Rassismus-Demonstration zu 93 vorübergehenden Festnahmen gekommen, sagte ein Polizeisprecher.

In München demonstrierten rund 25 000 Menschen am Samstag auf dem Königsplatz. Die Organisatoren zeigten sich überwältigt von so viel Zuspruch. „Wir haben allerhöchstens mit 5 000 Teilnehmern gerechnet“, sagte Johnny Parks vom Organisationsteam.

In Hamburg erinnerten Tausende Menschen am Jungfernstieg mit einer Schweigeminute auf Knien an den Tod von George Floyd. Insgesamt nahmen am Samstag in der Hansestadt nach Polizeiangaben rund 20 000 Menschen auf zwei Demonstrationszügen an den Protesten teil; 6000 Demonstranten versammelten sich auf dem Rathausplatz, 14 000 in der Innenstadt.

Kritik von Jens Spahn

Am späten Nachmittag kam es zu Ausschreitungen an mehreren Orten der Stadt, die bis zum Abend dauerten. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, es gab mehrere Festnahmen (siehe nebenstehenden Bericht). Polizeikräfte seien von mehreren Hundert aggressiven und vermummten Personen in Bedrängnis gebracht worden, berichtete die Hamburger Polizei.

In den sozialen Medien wurde der Einsatz der Sicherheitskräfte dagegen als unangemessen kritisiert. Angemeldet worden waren für die Hamburger Kundgebungen lediglich 800 Personen. Trotz der hohen Zahl wurden die Protestaktionen von der Polizei jedoch nicht beendet. Ein gewaltsames Ende hätte das Risiko einer Corona-Infektion vermutlich erhöht, hieß es zur Begründung. In Düsseldorf verharrten zum Auftakt am DGB-Haus die Demonstranten für acht Minuten und 46 Sekunden in Schweigen. So lange hatte am 25. Mai ein Polizist sein Knie auf den Hals des Afroamerikaners gedrückt, der danach starb.

In Frankfurt am Main versammelten sich nach Polizeiangaben rund 8000 Demonstranten in der Innenstadt. Die Aktion verlief nach Polizeiangaben friedlich, die Beteiligten hielten sich auch an die Corona-Auflagen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte sich besorgt darüber, dass bei den Demos vielfach die Corona-Regeln missachtet worden seien. Auch bei „wichtigen Anliegen“ gelte: „Abstand halten, Alltagsmaske tragen, aufeinander achtgeben.“ (epd/afp)

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