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Zehntausende gegen in Kopenhagen auf die Straße.

Gedenken in Kopenhagen

Zehntausende demonstrieren gegen Terror

In Kopenhagen haben sich am Montagabend mehrere zehntausend Menschen zu einer Gedenkstunde für die beiden Opfer der Terroranschläge versammelt. Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sagte: "Wir bestehen auf unsere Freiheit. Wir passen aufeinander auf."

Nach den Anschlägen in Kopenhagen sind am Montagabend in der dänischen Hauptstadt zehntausende Menschen gegen den Terror auf die Straße gegangen. "Es sind 30.000 Menschen, so viele wie erwartet", sagte ein Polizeisprecher. Die Menschenmenge in der Innenstadt von Kopenhagen gedachte mit der Kundgebung der Opfer der Anschläge auf ein Kulturzentrum und eine Synagoge, bei denen am Samstagnachmittag und am frühen Sonntagmorgen zwei Menschen getötet und fünf Polizisten verletzt worden waren. Der 22-jährige Täter wurde von der Polizei erschossen.

"Heute will ich allen dänischen Juden sagen: Ihr seid nicht allein. Ein Angriff auf die Juden Dänemarks ist ein Angriff auf Dänemark - auf uns alle", rief Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt bei der Kundgebung der Menge zu. Sie alle wollten "frei leben in Sicherheit in einem demokratischen Land". Dafür seien sie an dem Abend da. "Wenn andere uns Angst zu machen und uns zu spalten suchen, ist unsere Antwort immer eine geeinte Gemeinschaft", sagte Thorning-Schmidt.

Der 22-jährige Attentäter, ein wegen diversen Gewaltdelikten vorbestrafter Däne palästinensischen Ursprungs, hatte am Samstagnachmittag zunächst eine Diskussionsveranstaltung zum Islam und Meinungsfreiheit mit dem schwedischen Künstler Lars Vilks angegriffen. Vilks hatte mit einer Zeichnung des Propheten Mohammed den Zorn radikaler Muslime auf sich gezogen. Bei dem Angriff war ein 55-jähriger Zuschauer getötet worden und drei Leibwächter von Vilks verletzt worden.

In der Nacht erschoss der Täter dann vor der Hauptsynagoge von Kopenhagen einen 37-jährigen jüdischen Freiwilligen, der den Einlass kontrollierte. Als der Täter im Morgengrauen in seine Wohnung zurückkehrte, kam es zu einem Schusswechsel mit dort postierten Polizisten, bei denen der junge Mann getötet wurde. Laut den Ermittlern wurde er womöglich durch den islamistischen Anschlag auf die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo", bei dem am 7. Januar zwölf Menschen getötet worden waren, zu seinen Attacken angestiftet. (afp)

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