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Björn Höcke wird nicht mehr in ZDF-Talkshows auftreten. 

AfD

Björn Höcke darf nicht mehr in ZDF-Talkshows

Der AfD-Politiker Björn Höcke wird in keine ZDF-Talkshow mehr geladen. Das verkündete ZDF-Chefredakteur Frey in einem Interview. 

ZDF-Chefredakteur Peter Frey will den AfD-Politiker Björn Höcke nicht mehr als Gast in den Talkshows seines Senders sehen. In einem „Zeit“-Interview verneinte er die Frage, ob der thüringische AfD-Chef noch ein geeigneter Gast in Talkshows sei. 

Wer bei der Landtagswahl im Oktober Höcke gewählt habe, habe „bewusst rechtsextrem“ gewählt, sagte Frey. „Wir Medien haben niemanden zu erziehen“, so der Chefredakteur. „Aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen.“

ZDF beendete Interview mit Höcke

Im September hatte sich Frey bereits dafür gerechtfertigt, dass der Sender ein Interview mit Höcke vorzeitig beendet hatte. In dem Gespräch, das am 15. September in der Sendung „Berlin direkt“ ausgestrahlt wurde, ging es zunächst um die Sprache des Politikers und um die Ähnlichkeit zur Sprache im Nationalsozialismus. 

Nach laut ZDF etwa zehn Minuten intervenierte Höckes Pressesprecher und sagte: „Ich würde sagen, das sollten wir einfach wiederholen. Das geht so nicht. Das geht so nicht. Sie haben jetzt Herrn Höcke mit Fragen konfrontiert, die ihn stark emotionalisiert haben. Diese Emotionen, glaube ich, sollte man so nicht im Fernsehen bringen.“ Das ZDF lehnte es ab, das Interview neu zu beginnen.

AfD-„Flügel“ wird in der Statistik als rechtsextrem eingestuft 

Der Politiker gehört zum rechtsnationalen „Flügel“ der AfD. Ein Gericht erklärte es im Kontext einer Demonstration für zulässig, Höcke als „Faschisten“ zu bezeichnen. 

Auch wird der AfD-„Flügel“ ebenso wie die „Junge Alternative (JA)“ der 2019-Statistik dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Beim „Flügel“ kämen die Sicherheitsbehörden auf 7000 Betroffene, bei der JA auf mehr als 1000. 

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte die beiden Vereinigungen im Januar zu „Verdachtsfällen“ erklärt und die Beobachtung begonnen. Mit der Einstufung als Verdachtsfall wurde dem BfV die Speicherung personenbezogener Daten von Mitgliedern der Vereinigungen möglich, dazu auch der Einsatz von V-Leuten und anderer nachrichtendienstlicher Mittel. (FR mit Agentur)

Lesen Sie hier den FR-Kommentar zur Einstufung des AfD-„Flügels“ und der „JA“ als rechtsextrem. 

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