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„Historischer Tiefstand“: Zahl der Sozialwohnungen sinkt in den meisten Bundesländern weiter

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Von: Constantin Hoppe

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Trotz anderslautender politischer Bekundungen sinkt die Zahl der Sozialwohnungen in den meisten Bundesländern und im deutschen Schnitt weiter.

Berlin - Die Ampelregierung hat sich das Ziel gesetzt, pro Jahr 100.000 neue Sozialwohnungen zu schaffen. Doch dieses Ziel zu erreichen, wird große Anstrengungen erfordern: Denn im Jahr 2021 sank die Zahl der Sozialwohnungen im bundesweiten Schnitt weiter. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Bundestagsfraktion der Linken hervor. „Einen historischen Tiefstand“, nannte die stellvertretende Linke-Fraktionsvorsitzende Caren Lay die Ergebnisse.

Sozialer Wohnraum: Seit Jahren sinkende Zahlen trotz steigender Bedarfe

In 10 der 16 Bundesländer schrumpfte den Daten zufolge der Bestand an sozialem Wohnraum im vergangenen Jahr: in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen gingen die Zahlen teilweise um mehrere tausend Wohnungen zurück. Hessen, Sachsen, das Saarland und Schleswig-Holstein konnten ihren Bestand von Sozialwohnungen dagegen um jeweils einige Hundert aufstocken. Lediglich in Sachsen-Anhalt gab es einen signifikanten Anstieg von rund 1100 neuen Wohnungen.

Wohnungsbau
Seit Jahren sinkt die Zahl von Sozialwohnungen in Deutschland. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Bereits seit Jahren schrumpft die Zahl des sozialen Wohnraums: Gab es in der alten Bundesrepublik noch fast vier Millionen Sozialwohnungen, waren es Ende 2020 nur noch rund 1,13 Millionen. Und das, obwohl die Bedarfe seit Jahren steigen. 2020 wurden bundesweit 30.000 neue Sozialwohnungen geschaffen - einer Forschung des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos AG zu Folge, wären 80.000 nötig gewesen. Die Gründe dafür liegen unter anderem daran, dass zu wenige neue Wohnungen gebaut werden.

Schaffung von sozialem Wohnraum: Ampel-Regierung will 400.000 neue Sozialwohnungen schaffen

Die Ampel-Regierung hatte sich deshalb zum Ziel gesetzt, 100.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr zu schaffen. Zur Förderung wurden Bauministerin Klara Geywitz (SPD) dazu 14,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die Zielmarke sei jedoch noch weit entfernt, kritisierte die Linke-Politikerin Lay: „Die soziale Zeitbombe tickt.“ Die in Aussicht gestellte Verdreifachung der Bundesförderung reiche nicht aus, um bei steigenden Kosten eine Verfünffachung des Neubaus zu stemmen, sagte Lay. Nötig seien mindestens 10 Milliarden Euro Förderung jährlich. Außerdem müsse nach Auffassung Lays das System so geändert werden, dass eine Sozialwohnung für immer Sozialwohnung bleibe.

Bei Sozialwohnungen werden die Mieten staatlich reguliert, der Bau der Wohnungen wird dafür vom Staat gefördert. Einziehen dürfen nur Personen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen. Das gilt allerdings nur für eine bestimmte Zeit, danach können die Wohnungen normal am Markt vermietet werden. Die Dauer dieser Bindung ist in den Ländern unterschiedlich geregelt. Oft sind es 12, 15, 20 oder 30 Jahre. (con mit dpa)

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